Martina Demmel, Sportkletterin aus Böbing.
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Sorgt für Topleistungen am laufenden Band: Martina Demmel, Sportkletterin aus Böbing.

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Martina Demmel sorgt für das nächste Kletter-Highlight

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Es geht immer noch besser: Martina Demmel hat im spanischen Oliana erneut für ein Highlight gesorgt. Die Böbingerin durchkletterte kürzlich eine Route mit dem Schwierigkeitsgrad 9a.

Böbing/Oliana - Martina Demmel sorgt im spanischen Oliana für Topleistungen am laufenden Band. Kürzlich hatte die 19-Jährige aus Böbing in der Szene für Aufsehen gesorgt, als sie innerhalb weniger Stunden erst eine Route der Schwierigkeitsstufe 8b+ onsight und dann eine Route der Kategorie 8c+ (Rotpunkt-Stil) durchkletterte (wir berichteten). Wenige Tage später packte sie nun noch einen drauf:

Demmel absolvierte ihre erste Tour der Stufe 9a. Die Route trägt den Namen „Joe Cita“, sie ist rund 50 Meter hoch und beinhaltet etwa 130 Züge. Die Böbingerin schaffte die Tour im fünften Versuch und war hinterher völlig überwältigt. „Das toppt alles. Ich suche immer noch nach den richtigen Worten“, vermeldete sie auf „Instagram“. Sie habe bislang noch nicht einmal davon zu träumen gewagt, so eine Route zu schaffen, da dies so dermaßen weit entfernt schien.

Demmel schafft „Joe Cita“ im fünften Versuch

Da Demmel an diesem Tag an dem Felsen keinen anderen, für sie passenden freien Spot fand – in Oliana sind derzeit viele Sportkletterer in Aktion –, ging sie in die Route, die zwei 8c-Touren (Joe Blau, Marroncita) miteinander kombiniert. Es sei „ein Versuch ohne echte Erwartungen“ gewesen. Für sie selbst überraschend kam sie gut durch den unteren Teil und erreichte „noch ziemlich frisch“ die Stelle rund fünf Meter unter dem finalen Umlenker, die ihr davor so große Probleme bereitet hatte. Sie habe schon damit gerechnet, dort wieder zu stürzen – und genau dies mobilisierte in ihr zusätzliche Kräfte und ließ allen Druck abfallen. „Ich gab alles, was ich noch hatte“, berichtete Demmel. Wenig später „sah ich mich selbst beim Klippen“ – was folgte, war „eine Explosion von Emotionen“.

Angesichts der Tatsache, dass die Böbingerin erst vor vier Jahren mit dem Klettern begonnen hatte, stuft das Schweizer Fachmagazin „Lacrux“ ihren bisherigen Werdegang als „unglaublich“ ein. Im April 2020 hatte sie ihre erste 8c-Route („Odd Fellows“ in Franken) geschafft. Mittlerweile hat Demmel schon 18 Routen der Kategorie 8c und schwerer geschafft. Vor allem in Europa hat sich die französische Skala durchgesetzt. Sie geht derzeit bis 9c. In der Skala der UIAA (Union Internationale des Associations d’Alpinisme) wäre das eine „12“, in der US-amerikanischen Skala eine „5.15d“. Die Route, die Demmel nun geklettert ist, hat bei der UIAA eine Schwierigkeit von „11“.

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