Das Trainerteam für Schongaus Boxer: (von links) Martin Huber, Melanie Nicolai und Achim Hoffmann.
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Das Trainerteam für Schongaus Boxer: (von links) Martin Huber, Melanie Nicolai und Achim Hoffmann. Frank Hoffmann fehlt auf dem Foto.

Serie „Unsere Sportart“: Schongaus Boxer

Box-Training auf 200 Quadratmetern

  • vonRoland Halmel
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Vor vier Jahren hat sich eine Box-Abteilung beim TSV Schongau gegründet. Die Trainer und Athleten sind mit Eifer bei der Sache. Wir geben einen Einblick in die Sparte und die interessante Sportart.

Schongau – Besonders die Kontaktsportler litten in diesem Jahr unter den starken Corona-Einschränkungen. Auch bei den Boxern des TSV Schongau ging das Virus nicht spurlos vorüber. „Unser für den November geplantes Nachwuchsturnier in der Lechsporthalle mussten wir leider absagen“, berichtet Abteilungsleiter Achim Hoffmann. Der Trainingsbetrieb indessen lief nach den Lockerungen im Mai dagegen relativ normal.

„Wir trainierten erst in Kleingruppen und sind jetzt wieder bei 20 Leuten in einer Gruppe“, sagt Hoffmann, der aktuell regelmäßig mit acht bis zehn Kindern sowie 15 bis 20 Erwachsenen in den Räumlichkeiten des ehemaligen Fitness-Studios am Kiem-Pauli-Weg, die die TSV-Boxer praktisch exklusiv für sich nutzen können, trainiert. „Die Trainingsmöglichkeiten sind sehr gut. Wir sind auch sehr gut ausgestattet“, sagt Hoffmann mit Blick auf die rund 200 Quadratmeter, die seiner Abteilung seit gut einem Jahr zur Verfügung stehen.

Boxen in Schongau: Training auf 200 Quadratmetern Fläche

Der größte Raum, in dem die Sandsäcke und Punchingbälle hängen, ist komplett mit Matten ausgelegt. Daneben gibt es in der Empore einen Bereich mit Weichbodenmatten. In einer Ecke stehen zahlreiche Kraftgeräte, die noch aus dem ehemaligen Fitness-Studio stammen. Zudem verfügen die TSV-Faustkämpfer über einen festen Boxring, der allerdings etwas kleiner ist als der reguläre bei den Wettkämpfen. „Aber man kann da viele Sachen, wie das Verhalten in den Ecken, sehr gut üben“, sagt der Schongauer-Boxchef, der darüber hinaus einer von vier Trainern in der Abteilung ist. „Mit Melanie Nicolai haben wir auch eine Damentrainerin“, betont Hoffmann, der froh über die Frauen im Verein ist. Darunter ist auch seine Tochter Charlotte Hoffmann, die in ganz Deutschland, aber auch schon international boxte.

Für die noch junge Abteilung, die TSV-Boxer gründeten sich 2016 neu, läuft es, was die Mitgliederzahlen angeht, durchaus erfreulich. „Wir hatten Corona-bedingt ein paar Austritte, aber danach auch ein paar Eintritte, unterm Strich stehen wir weiter bei 105 Mitgliedern.“

Boxen in Schongau: Vier Aktive treten bei Meisterschaften an

Bauchweh bereitet dem TSV-Boxchef derzeit mehr die Situation in den Umkleiden. „Wir haben zwei, eine ist gesperrt und die andere ist wegen Corona geschlossen“, sagt Hoffmann. Seine Sportler müssen also bereits umgezogen erscheinen und ohne Duschen den Heimweg antreten. „Im Herbst und Winter wird das schwierig.“ Ansonsten lassen sich die Boxer durch die Pandemie-Auflagen nicht ausbremsen. „Wir haben ein System eingerichtet, bei dem sich jeder für das Training vorher anmelden muss, und beim Training tragen sich alle vorbildlich in die Anwesenheitslisten ein“, lobt Hoffmann.

Die Erwachsenen trainieren dreimal die Woche (montags, mittwochs und freitags). Der Nachwuchs ist zweimal (montags und freitags) gefordert. Aktuell verfügen die Schongauer über vier Aktive, die bei Meisterschaften oder Wettbewerben antreten. „Mein Ziel ist, diesen Kader auf 15 auszubauen“, verrät Hoffmann. Das ist unter den Corona-Einschränkungen aber nicht leicht. „Wir können unsere Sportler derzeit nicht mit Wettkämpfen belohnen“, sagt der TSV-Boxchef, der darauf hofft, dass es im nächsten Jahr besser wird und sich wieder eine gewisse Normalität einstellt. Mit den oberbayerischen Meisterschaften steht für die Lechstädter auch ein Großereignis vor der Tür. „Die sollen im April stattfinden und darauf arbeiten wir alle hin.“

Über die Serie „Unsere Sportart“: Lust auf etwas Neues, die Suche nach einem Ort zum Austoben für die Kinder oder das Verlangen danach, fitter zu werden: Es gibt viele Gründe dafür, sich nach einer neuen Sportart umzuschauen. Die „Schongauer Nachrichten“ helfen dabei, den Durchblick im großen Sportangebot in unserer Region zu bekommen. In dieser Serie werden Sportarten vorgestellt, die es nicht in jedem Verein gibt. Vereine oder Abteilungen, die ihren Sport vorstellen möchten, können sich per E-Mail an sport@schongauer-nachrich ten.de wenden.

Abteilungsleiter Achim Hoffmann gibt Antworten zum Boxen:

Diese Vereine im Umkreis bieten Boxen an: „TSV Schongau, TSV Peißenberg und BC Kaufbeuren.“

Ab diesem Alter möglich: „Wir nehmen Kinder ab neun Jahren, da man erst ab dem zehnten Lebensjahr offizielle Wettkämpfe bestreiten darf.“

Welche Angebote gibt es für Kinder und Jugendliche? „Kinder- und Jugendtraining sowie Anti-Aggressionskurse.“

Was benötigt man, um den Sport ausüben zu können? „Eine uneingeschränkte, körperliche Grundfähigkeit. Vorverletzungen an Handgelenk, Ellenbogen oder Schulter sowie vorangegangene Schädel-Hirn-Traumata wären etwaige Ausschlusskriterien, die wir zur Absicherung medizinisch kontrollieren lassen.“

Welche Kosten erwarten einen? Die Jahresbeiträge des TSV (Kinder und Jugendliche zahlen 50, Erwachsene 100 Euro jährlich) sowie der Spartenbeitrag (bis zum 16. Lebensjahr 10, danach 20 Euro monatlich).

Wie sieht der Wettkampfbetrieb aus? „Jährlich stattfindende Meisterschaften von oberbayerischen über südbayerische, bayerische, süddeutsche und deutsche Meisterschaften. Dazu Mannschaftsvergleiche oder Freundschaftsturniere. Diese können lediglich regional, aber auch national und sogar international veranstaltet werden. Einige Sparringstreffs, also Trainingswettkämpfe, werden meist im regionalen Vergleich zum Kaderaufbau vereinbart und organisiert.“

Welche Varianten der Sportart gibt es? „Kick-Boxen, Thai-Boxen, Mixed Martial Arts (MMA).“

Für wen ist es der richtige Sport? „Für Mann und Frau, für Jung und Alt! Boxen ist nachgewiesenermaßen die Sportart, die in ihrer Gesamtheit für Fitness, psychische und physische Stabilität, Ausgeglichenheit, Entschlussfreude und Durchsetzungsvermögen steht. So können psychisch schwache und labile Menschen ihre mentale Verfassung steigern und optimieren, sowie übergewichtige Menschen ihre Fitness und Gewichtskontrolle wiedererlangen. Menschen, die den Boxsport betreiben, lernen auch, sich gesellschaftlich besser zu entwickeln. Zum Beispiel wirkt sich Boxen auch positiv auf Charaktereigenschaften wie Konfliktsicherheit, Analysefähigkeit, Entschlussfreude und Adaptionsfähigkeit aus. Ein rundum ganzheitlicher und gewinnbringender Sport für wirklich jedermann!“

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