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Besondere Auszeichnung: Von den Delegierten wurde Heinz-Günter Deuster zum Ehrenpräsidenten des Bayerischen Amateur-Box-Verbandes ernannt. Links sein Nachfolger als BABV-Präsident, Karl-Heinrich Pauckner. 
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Mittendrin im Geschehen: Heinz-Günter Deuster (hier 2014 bei einem Festzeltkampf des TSV Peißenberg in Weilheim) leitete und beurteilte als Ring- und Kampfrichter mehrere tausend Kämpfe.  

Boxen

Stehende Ovationen für langjährigen Chef im Ring

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15 Jahre lang stand Heinz-Günter Deuster an der Spitze der bayerischen Amateur-Boxer. Der Peitinger, der auch als Kampfrichter aktiv war, genoss großes Ansehen - das wurde auch bei seiner Verabschiedung deutlich.

Peiting – Zum Ende erhoben sich die Delegierten und brachten ihrem bisherigen Präsidenten stehende Ovationen entgegen. Nach 15 Jahren an der Spitze des Bayerischen Amateur-Box-Verbandes (BABV) stellte sich Heinz-Günter Deuster (70) nicht mehr zur Wiederwahl. Gesundheitliche Gründe und auch ein schwerer Schicksalsschlag waren für die Entscheidung des Peitingers ausschlaggebend.

Deuster war bei den Boxern im wahrsten Sinn des Wortes der „Chef im Ring“. Denn der gebürtige Duisburger war auch als Kampfrichter tätig, erwarb 1999 die internationale Ring- und Punktrichterlizenz. In der Region war er bei den Festzelt-Auftritten der Box-Staffel des TSV Peißenberg regelmäßig im Einsatz – und bestach dabei mit einer entspannten und zugleich souveränen Art. Bei 468 Kampfrichtereinsätzen im Ausland, bei deutschen Meisterschaften sowie Einsätzen in der 1. Bundesliga leitete und beurteilte er rund 5000 Wettkämpfe.

Boxen: Heinz-Günter Deuster war selbst ein guter Boxer

Deuster war selbst ein respektabler Amateur-Boxer. 20 Jahre boxte er für den PSV Duisburg, LL/LTS-TSV Schongau und den BR Peiting. Im Welter- und Halbmittelgewicht nahm er an Ländervergleichen teil, stieg unter anderem gegen den mehrfachen deutschen Titelträger Günter Peters in den Ring und brachte es bis zum niederrheinischen Vizemeister.

Der gelernte Großhandelskaufmann verpflichtete sich 1967 bei der Bundeswehr, schlug die Laufbahn eines Offiziers des militärfachlichen Dienstes ein und war für Fallschirmtechnik und Fallschirmsprungausbildung zuständig. 1992 kam Deuster, Vater einer Tochter, wieder nach Altenstadt (dort war er schon kurz nach seiner Grundausbildung), wo der Hauptmann bis zum Ende seiner Dienstzeit 2004 stationiert war.

Boxen: Heinz-Günter Deuster als Funktionär seit 1992 tätig 

Seine Funktionärstätigkeit begann 1992 als Vorstandsmitglied im BR Peiting und später beim TSV Peißenberg. 1998 übernahm Deuster für vier Jahre den Posten des Jugendwarts im Bezirk Oberbayern. „In dieser Zeit fiel er dem BABV durch seine akribische Arbeitsweise auf“, heißt es in einer Mitteilung. 2001 wurde er als 1. Landessportwart in die Verbandsspitze geholt. 2005 wählten ihn die Delegierten zum Präsidenten des Verbands. Darüber hinaus war er für den DBV (Deutscher Box-Sport-Verband) als Beisitzer im Sportgericht, DBV-Vizepräsident für Breitensport und Vertreter der Landesverbände und als Vizepräsident „Leistungssport“ zuständig.

Für seinen Einsatz wurde Deuster vielfach geehrt. Unter anderem erhielt er vom BR Peiting die Ehrennadel in Gold, vom BABV die Verdienstnadel in Gold und vom Bayerischen Landessport-Verband die Ehrennadel in Gold mit Silbernem Lorbeerblatt. Vom Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus wurde ihm die Ehrenmedaille für besondere Verdienste um den Sport überreicht. Am letzten Tag seiner Tätigkeit als BABV-Präsident erhielt er vom DBV die höchste zu vergebende Auszeichnung: die DBV-Verdienstnadel in Gold mit Brillanten.

Es sei „bestimmt nicht vermessen zu behaupten: Heinz-Günter Deuster war der beste Präsident, der den BABV jemals geführt hat“, so der Verband in einer Mitteilung. Zu Deusters Nachfolger wurde Karl-Heinrich Pauckner (Weißenburg/Mittelfranken) gewählt. 

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