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Starker Kampf: Der Schongauer Samuel Nieberle (rot) gewann seinen Kampf gegen Tomislav Sisko und wurde so Oberbayerischer Meister in der Altersklasse U 17 im Halbmittelgewicht bis 66 Kilogramm.

Boxen: Oberbayerische Meisterschaft in Schongau

Nieberle und Hoffmann holen Titel bei Heimwettkampf

Boxveranstaltungen hatten in Schongau früher Tradition. In den vergangenen Jahren war es dagegen ruhig in Sachen Faustkampf. Das hat sich mit der Neugründung der Abteilung Boxen im TSV Schongau im Vorjahr geändert. Der jüngste TSV-Spross hat jetzt seine Feuertaufe mit der Oberbayerischen Meisterschaft in der Lechsporthalle mit Bravour bestanden.

Schongau – Das kann sich mehr als sehen lassen: An den zwei Wettkampf-Tagen der Oberbayerischen Box-Meisterschaft haben Athleten und Athletinnen aus 19 Vereinen die Lechsporthalle in Schongau zu einem Box-Mekka gemacht. Insgesamt 52 Kämpfe haben dabei stattgefunden.

„Es ist alles reibungslos gelaufen, auch wenn ich nur wenig Schlaf bekommen habe“, meinte TSV-Boxchef Murat Döldös nach dem Großereignis, bei dem er auch mit dem sportlichen Abschneiden seiner Schützlinge sehr zufrieden sein konnte.

Perfektes Boxambiente herrschte an beiden Tagen in der Schongauer Lechsporthalle.

Samuel Nieberle hat in der Altersklasse der U 17 im Halbmittelgewicht bis 66 Kilogramm genauso den Titel des Oberbayerischen Meisters gewonnen wie die Lokalmatadorin Charlotte Hoffmann bei den Frauen im Bantamgewicht bis 54 Kilogramm.

Der dritte Schongauer Boxer, der das Finale erreicht hat, ist Angelo Duka. Er musste am zweiten Tag aber krankheitsbedingt passen. Sein Duell gegen den Lokalrivalen Domiel Schleich vom TSV Peißenberg wird aber demnächst in Fürstenfeldbruck nachgeholt.

Auch an der Zuschauerresonanz gab es für den Ausrichter wenig zu meckern: Trotz schönsten Frühlingswetters sind an den beiden Tagen fast 300 Boxfans in die Schongauer Lechsporthalle gekommen. Und die haben vor allem bei den Auftritten der heimischen Boxer richtig Rabatz gemacht.

So lautstark angefeuert, besiegte Samuel Nieberle seinen Kontrahenten Tomislav Sisko (BC Piccolo Fürstenfeldbruck) nach einstimmiger Meinung der Punktrichter. „Samuel war zwar ein wenig nervös, er ist aber immer nach vorne marschiert und hat sehr viel Siegeswillen gezeigt“, urteilte Döldös nach dem erfolgreichen Auftritt seines Schützlings.

Eine gewohnt starke Vorstellung lieferte auch Charlotte Hoffmann gegen ihre deutlich größere Gegnerin Johanna John (Fürstenfeldbruck) ab. „Vor heimischer Kulisse zu kämpfen, ist ein cooles Feeling“, erklärte Hoffmann nach ihrem siegreichen Kampf gut gelaunt, nachdem sie einige Wirkungstreffer setzen konnte und gleichzeitig den Schlägen ihrer Kontrahentin durch ihre Beweglichkeit immer wieder ausgewichen war. „Ich kannte sie nicht, aber ich habe mich gut auf sie eingestellt“, meinte Hoffmann zu John, die als amtierende Oberbayerische Meisterin angereist war.

Strahlende Siegerin: Die Schongauerin Charlotte Hoffmann mit Vater und Bruder.

Neben den starken heimischen Akteuren bekamen die Zuschauer bei zahlreichen weiteren Kämpfen hochklassigen Boxsport geboten. Herausragend war dabei das Weltergewichts-Duell zwischen dem Afrikameister Muzamiru Kakande (Fast2Kampf München) und Magomed Schachidov (TSV 1860 München), der in der Vergangenheit schon für den TSV Peißenberg in den Ring gestiegen ist und der als Nationalmannschaftsmitglied der deutschen Auswahl zu den Kandidaten für Olympia 2020 in Tokio gehört.

Schachidov machte dabei kurzen Prozess mit seinem Gegner und siegte bereits nach der ersten Runde nach Abbruch. „Das war die seit Jahren beste Lokalität und Organisation bei einer solchen Meisterschaft“, gab es hinterher viel Lob von den Vereinsvertretern für die Schongauer Boxabteilung, die mit 30 Helfern für die Bewirtung und den reibungslosen Ablauf sorgte. 

„Damit haben sich die TSV-Boxer auch für höherklassige Meisterschaften empfohlen“, stimmte auch Heinz-Günter Deuster, der Chef der Bayerischen Boxer und DBV-Vize, in das positive Echo ein. „Ich freue mich, dass hier in Schongau die alte Boxtradition wieder auflebt. Ich bin überzeugt, das Pflänzlein wird weiter wachsen“, erkannte Deuster darüber hinaus viel Potenzial bei den Faustkämpfern vom Lech.

Roland Halmel

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