Die „Elcho Road“ liegt am Schießstand in Bisley, wo (v.l.) Thomas Laumer, Leonhard Brader und Georg Suiter von der FSG Schongau an der WM teilgenommen haben.
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Die „Elcho Road“ liegt am Schießstand in Bisley, wo (v.l.) Thomas Laumer, Leonhard Brader und Georg Suiter von der FSG Schongau an der WM teilgenommen haben.

Schützen der FSG Schongau

Brader wird sensationell Weltmeister an legendärem Ort

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Die Vorderladerschützen der FSG Schongau sind für ihre Erfolge bekannt. Nun kam jedoch einer hinzu, mit dem wohl kaum einer gerechnet hatte.

Schongau – Für eine Riesen-Überraschung hat Leonhard Brader, Vorderlader-Schütze von der FSG Schongau, bei der Lang-Distanz-Weltmeisterschaft in Bisley (England) gesorgt. Im Wettkampf über 1000 Yards gewann Brader bei der 12. MLAIC-Weltmeisterschaft (Muzzle Loaders Associations International Confederation) sensationell den Titel. Mit 57 Ringen nach 15 Schüssen setzte er sich mit nur einem Ring Vorsprung auf den Südafrikaner Peter Truter durch.

Schongauer müssen 1000 Kilometer zum Training reisen

„Der Wind flüsterte bei jedem Schuss in mein linkes Ohr, aber ich verstand ihn nicht“, erzählte Brader. „Jetzt weiß ich, was er zu mir sagte, er wollte nur, dass ich ihn mag.“ Das Wetter hatte es den Schützen nicht leicht gemacht. Immer wieder aufkommende Windböen sorgten vor allem auf die 1000 Yards (914,4 Meter) für schwierige Bedingungen. Bis zu vier Millimeter musste zeitweise die Visierung verstellt werden, was bedeutet, dass der Lauf auf dieser Distanz ungefähr vier Meter neben die Scheibe zielt. „Ich habe mit dem Wind nicht so recht was anzufangen gewusst, da habe ich halt geschossen wie auf die 100 Meter“, erklärte Brader sein Erfolgsrezept, mit dem er die gesamte Weltelite hinter sich ließ.

Schützen aus Australien, Neuseeland, den USA, Südafrika, Spanien und vor allem Großbritannien haben nämlich gegenüber den Deutschen einen klaren Vorteil: Long-Range-Anlagen. Denn in Deutschland gibt es keine einzige Schießanlage, auf der ein Training über die Langdistanz möglich ist. Dafür müssen die deutschen Schützen jedes Mal in das (von Schongau aus) mehr als 1000 Kilometer entfernte Bisley reisen. Der kleine Ort in der Grafschaft Surrey (südwestlich von London) gilt als „Mekka des Schießsports“ und das bereits seit 1860, wie Brader zu berichten weiß.

Thomas Laumer sammelt vier Medaillen

Eine zweite Einzelmedaille verpasste er nur knapp. In der Gesamtwertung aus 900-Yard-Wettkampf (hier hatte er mit 49 Ringen Platz 20 belegt) und 1000-Yard-Wettkampf belegte Brader den vierten Platz. Ein Ring fehlte zu Bronze, drei Ringe fehlten zur zweiten Goldmedaille. Auch mit dem Team blieb ihm über die 1000 Yards nur der vierte Platz.

Von der FSG Schongau nahmen außerdem Thomas Laumer und Georg Suiter an der Weltmeisterschaft teil. Jeweils mit der Mannschaft gewann Laumer insgesamt vier Medaillen: Gold über 300 Yards, Silber über 600 Yards, Silber in der Addition der „Midrange“ aus 300-, 500- und 600-Yard-Wettkampf sowie Bronze in der Addition aller Wettbewerbe. Insgesamt holte der Deutsche Schützenbund neun Medaillen.  

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