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Michael Kögel (links) und Mareile Hertel (rechts) beim Besprechen von Kräftigungsübungen.
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Zur Fahrradbiometrie reisten beide zum Guru der Szene, Jens Machacek, nach Bad Homburg.
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Das „Race across Italy“ führt von der Adria ans Tyrrenische Meer und zurück.

Race across Italy

Michael Kögel fährt als Physiotherapeut zum Ultra-Rennen

Michael Kögel aus Burggen ist Sportphysiotherapeut. Ab Freitag betreut er eine Athletin bei einem 780 Kilometer langen Radrennen durch Italien. Dabei hat er verschiedene Aufgaben.

Burggen – Rund 780 Kilometer müssen die Sportler zurücklegen, knapp 11 000 Höhenmeter überwinden sie dabei. Das Ultra-Fahrradrennen „Race across Italy“ stellt die Athleten vor eine enorme Belastung, die nicht so ohne Weiteres zu bewältigen ist. Michael Kögel aus Burggen ist Sportphysiotherapeut. Er begleitet eine Athletin bei ihrem Wettkampf.

„Hoffentlich bekomme ich nur wenig zu tun“, sagt Michael Kögel. Er arbeitet ab Mai als Physiotherapeut in einer Praxis in Schongau und ist zudem von daheim aus als Sportphysio aktiv. Nun betreut er erstmals Mareile Hertel aus Marktoberdorf bei einem Ultra-Race. Start ist am Freitag. 26. April, im italienischen Adriatico. Von dort aus geht es nach Tirreno und wieder zurück. Wie lang die Strecke am Ende genau wird, steht noch nicht fest.

Burggen: Michael Kögel fährt als Physiotherapeut zum Ultra-Rennen

„Aufgrund des Schnees kommt es drauf an, wie wir über die Berge gelotst werden“, erklärt Kögel. Hertel startet mit der Nummer 80 als Fünfte um 10:06 Uhr ins Rennen. Kögel wird sie mit zwei anderen im Begleitbus verfolgen. Drei weitere Betreuer warten in einem Wohnmobil in der Nähe. „Damit wir auch mal durchwechseln können“, sagt der Burggener. Ohne Pause möchte Hertel die Distanz bewältigen. „Nur wenn sie auf Toilette muss, verlässt sie das Rad“, sagt Kögel, „Essen und Trinken finden beim Fahren statt.“ Angepeilt hat Hertel, die hauptberuflich als Ingenieurin im Tiefbau tätig ist, eine Rennzeit von 30 Stunden. Fünf Fahrerinnen im Starterfeld seien auf einem Niveau, so der Physiotherapeut. „Das wird ein hartes Rennen.“

Kögels Aufgabe während des Rennens ist es, die Sportlerin „irgendwie durchzubringen“. Sollte sie Krämpfe bekommen, wird massiert. Ansonsten versucht er, Dinge schon vorher zu erkennen. „Dann können wir reagieren und vielleicht den Sattel verstellen oder wieder gezielter auf die Technik achten“, erklärt Kögel. „Und wenn wir merken, dass sie müde wird und das Schlingern anfängt, müssen wir sie zu einer Schlafpause zwingen.“

Ultra-Rennen als willkommene Abwechslung

Kögel und Hertel haben sich im vergangenen Sommer beim „Glocknerman“ kennengelernt. Bei dem Ultra-Rennen rund um den Groß Glockner hatte Kögel einen anderen Sportler betreut. „Wir sind ins Gespräch gekommen und haben ausgemacht mal zusammen Rad zufahren“, erzählt er. Danach kam die Sportlerin mehrmals zu ihm in Behandlung. „Ihre Schulterprobleme haben wir durch manuelle Behandlungstechniken und funktionelles Training in den Griff gekriegt“, sagt Kögel. In der Folge blieben sie telefonisch und per WhatsApp in Kontakt. Der Physiotherapeut schickte seiner Patientin immer wieder neue Übungen.

Für Kögel, der vor fünf Jahren seine Ausbildung abgeschlossen hat, sind die Ausflüge zu diversen Ultra-Rennen eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag. „Man kommt raus, sieht was anderes und lernt Leute kennen“, beschreibt er die Trips. Im Juni betreut er einen anderen Athleten beim Zugspitz-Ultratrail. Nun heißt es aber erstmal Mareile Hertel „durchzubringen“. Der Rennverlauf kann per Livetracker hier verfolgt werden.

von Phillip Plesch

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