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Vorerst gibt‘s keine Kämpfe um den Ball. Die Fußballsaison ist unterbrochen.

Coronavirus: Das sagen die Vereine zur Absage der Spieltage

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  • Roland Halmel
  • Katrin Kleinschmidt
  • Stefan Schnürer
    Stefan Schnürer

Jetzt hat der Coronavirus auch den Fußball im Landkreis erreicht. Die nächsten beiden Spieltag wurden abgesetzt. So reagieren die Vereine:

Landkreis – Als eine der Letzten haben jetzt auch die Verantwortlichen im Fußball auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Am Freitag beschloss der Bayerische Fußballverband (BFV), „zum Schutz seiner Vereine und Mitglieder“, wie es in einer Pressemitteilung heißt, den kompletten Spielbetrieb vorerst bis einschließlich 23. März im gesamten Freistaat auszusetzen. Vermutlich wird sogar noch länger kein Fußball gespielt werden. Die von der Heimatzeitung befragten Vereine aus dem Landkreis Weilheim-Schongau reagierten mit Verständnis auf diese Entscheidung.

SV Raisting

„Aus meiner Sicht macht das absolut Sinn“, sagt Johannes Franz, Trainer des Bezirksligisten SV Raisting, der mit seinem Team in der kommenden Woche zum Auftakt auf den direkten Kontrahenten im Abstiegskampf, den SC Unterpfaffenhofen-Germering, getroffen wäre. Der SVR-Coach plädiert gleichzeitig für eine klare Linie im kompletten Fußballbereich. „Wie kann es sein, dass Spiele in der Champions League für kommende Woche abgesagt werden und in dieser Woche in der Europa League vor ausverkauften Rängen gespielt wird?“ fragt sich Franz, der die Fortsetzung der Saison auch von der Dauer der Spielpause abhängig macht. „Ein Neustart Mitte Juli macht meines Erachtens am meisten Sinn.“

FC Penzberg

Auch beim Ligakonkurrenten FC Penzberg hat man Verständnis für die Entscheidung des Verbands. „Ich finde es gut, dass der BFV eine klare Linie fährt, dann gibt es wenigstens keine unnötigen Diskussionen“, sagt Martin Wagner, der Trainer des Tabellenzweiten der Bezirksliga Süd. „Auch wenn wir natürlich gern gespielt hätten“, ergänzt Wagner. „Die Absagen im Fußball sind aktuell das kleinste Problem.“ Für Penzbergs Trainer steht das Thema „Gesundheit“ eindeutig im Vordergrund.

Bei den Penzbergern ist nicht nur der Spielbetrieb in der Bezirksliga betroffen. In der Futsal-Regionalliga hätte an diesem Sonntag eigentlich das Heimspiel gegen Deisenhofen auf dem Programm gestanden – doch auch in diesem Wettbewerb sind sämtliche Spiele bis auf weiteres gestrichen.

VfL Denklingen

Auch in der Kreisliga haben alle Verständnis für die BFV-Entscheidung. „Es wäre unverantwortlich, wenn wir jetzt munter weiterspielen, obwohl sogar Schulen aus Sicherheitsgründen geschlossen werden“, sagt Markus Ansorge, Trainer des VfL Denklingen. „Die Gesundheit geht vor. Das ist jetzt eine Ausnahmesituation, aber der muss man sich stellen.“ Denklingen hatte zuvor schon sein Trainingslager in Italien abgesagt, außerdem erwägt Ansorge, den Trainingsbetrieb komplett einzustellen. Wie lange die Pause dauern wird, sei schwer abzuschätzen. „Ich tippe, dass es frühestens nach Ostern weitergeht. Im schlimmsten Fall sagen sie den Rest der Saison ab.“ Das wäre bitter für den VfL – er führt mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle an.

TSV Peiting

Auf Platz vier der Kreisliga steht derzeit der TSV Peiting. Mit der Absage der ersten Spieltage „haben wir gerechnet“, sagt Fabian Melzer, Trainer des TSV. „Wenn man das große Ganze sieht, ist Fußball nebensächlich.“ Ob und wie die Saison zu Ende gespielt wird, ist für ihn mit einem großen Fragezeichen verbunden. „Mit den Nachholspielen wird es schwierig. Ein paar englische Wochen sind zwar machbar, aber es könnte auch auf eine komplette Absage rauslaufen“, mutmaßt Melzer, dessen Team am heutigen Samstag zu Hause gegen Eichenau das erste Punktspiel nach der Winterpause hätte austragen sollen. Nachdem in Peiting mittlerweile auch der Trainingsbetrieb ruht, sieht er seine Spieler in der Pflicht: „Jeder muss sich jetzt selber fit halten.“

TSV Hohenpeißenberg

Auch Alex Sanktjohanser, Trainer beim Kreisklassisten TSV Hohenpeißenberg, stellt sich gedanklich auf ein vorzeitiges Ende dieser Spielzeit ein. „Ich denke, dass die Saison gelaufen ist – leider.“ Seine Mannschaft hat sich in der Kreisklasse 4 nach holprigem Start gefangen und belegt derzeit Rang vier. Der Rückstand auf Tabellenplatz zwei beträgt lediglich sechs Punkte. Mit Max Greiner, der vom Bezirksligisten MTV Berg zurückkehrte, „haben wir außerdem eine super Verstärkung“, so Sanktjohanser. Zudem sind einige lange Zeit verletzte Spieler wieder im Kader. Beste Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Rückrunde. „Ich habe mich richtig darauf gefreut“, sagt Sanktjohanser, „aber die Gesundheit geht vor“. Ihr Trainingslager am Gardasee haben die Hohenpeißenberger abgesagt und stattdessen auf dem heimischen Rasen ausgetragen. Bis zum heutigen Samstag hätte das Trainingslager gedauert. Nach der Ankündigung des BFV, den Spielbetrieb auszusetzen, wurde es am gestrigen Freitag jedoch abgebrochen. Überhaupt ruht der Trainingsbetrieb jetzt erst einmal. „Das ist alles schon sehr bitter“, so Sanktjohanser.

SV Prem

A-Klassist SV Prem trainiert unterdessen vorerst weiter. „Vorbereitungsspiele haben wir aber zuletzt keine mehr gemacht“, sagt Sprecher Matthias Moser. Er ist optimistisch, dass die Rückrunde wieder aufgenommen werden kann.

TSV Rott

Thomas Straub, Vorsitzender beim TSV Rott, ist da schon vorsichtiger. Der Verein ist der Empfehlung des BFV gefolgt und hat alle Trainingseinheiten bis auf Weiteres abgesagt. Rott wäre mit seiner Partie beim TSV Burggen bereits am Sonntag in die Rückrunde gestartet, während der Rest der Liga erst kommende Woche dran gewesen wäre. „Klar haben wir uns drauf gefreut“, sagt Straub. „Wir hatten eine gute Vorbereitung und vielversprechende Vorbereitungsspiele. Aber es gibt Wichtigeres als Fußball in der A-Klasse. Nämlich die Gesundheit aller.“

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