Andrea Filser, Emma Aicher, Stefan Luitz und Alexander Schmid holen WM-Bronze im Team-Bewerb.
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Jubel, Trubel, Heiterkeit - und das am Aschermittwoch: Andrea Filser (l.) gewann mit Emma Aicher, Stefan Luitz und Alexander Schmid WM-Bronze im Team-Bewerb.

Ski alpin: Weltmeisterschaft in Cortina d‘Ampezzo

Nach Bronze-Coup: Andrea Filser fühlt sich „wie im Traum“

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Erste WM-Teilnahme - und dann gleich eine Medaille: Für Andrea Filser lief es im Team-Wettbewerb in Cortina absolut nach Wunsch. Die Wildsteigerin präsentierte sich in allen Läufen in starker Form.

Cortina d’Ampezzo – Andrea Filser kann auch ohne Ski auf Schnee pfeilschnell sein. Als auf der Anzeigetafel der Name von Alexander Schmid grün unterlegt aufleuchtete, sprintete die Wildsteigerin zu Fuß los. Mit Emma Aicher und Stefan Luitz beglückwünschte Filser ihren Teamkameraden, der im Duell mit dem Schweizer Seymel Bissig die Bronzemedaille im Team-Wettbewerb perfekt gemacht hatte. Schmid war zwar langsamer als der Kontrahent, doch da er den Rückstand gering genug hielt, hatte die deutsche Equipe beim Stand von 2:2 aufgrund der besseren Gesamtzeit die Nase vorn.

Andrea Filser lobt die Stimmung im Team

Für den DSV war die am Mittwoch errungene Bronzemedaille schon die vierte Plakette bei der Ski-Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo. Und für Filser ist schon vor den technischen Einzel-Bewerben – am Donnerstag geht es für sie im Riesenslalom zur Sache – das Glück vollends wahr geworden: Sie fährt von ihrer ersten FIS-WM mit einer Medaille nach Hause. „Wahnsinn“, entfuhr es der Wildsteigerin im Zielraum. „Es kommt mir vor wie im Traum.“ Wie schon nach dem Einzel-Paralell-Wettbewerb am Dienstag, den sie als Elfte beendete (wir berichteten), lobte sie die Stimmung innerhalb der DSV-Mannschaft: „Es ist ein super-cooles Team.“ Von den Männern habe sie schon beim Training im Vorfeld der WM viel Unterstützung erhalten: „Die Jungs haben immer geholfen.“ Auch an Lena Dürr richtete sie ein Lob; die Germeringerin war gestern zwar im Team, kam aber nicht zum Einsatz. Jede Nation kann bis zu sechs Fahrer (drei Frauen/drei Männer) aufbieten. Es fahren aber immer nur zwei Männer und zwei Frauen.

Andrea Filser erwies sich als absolute Stütze des Teams. Der DSV-Alpinchef Wolfgang Maier hatte sie gestern jeweils auf den mit den roten Toren ausgeflaggten Kurs gesetzt. Und Filser agierte auf der schnelleren Strecke souverän. „Technisch super“, so adelte ZDF-Experte Marco Büchel (1999 Vize-Weltmeister im Riesenslalom) ihre fahrten. Sie sei „eine Bank“. Am Ende des Tages hatte die Wildsteigerin alle ihre Duelle gewonnen.

Andrea Filser gewinnt alle ihre Duelle

In der ersten Runde, gegen Großbritannien, brachte Filser das Team gegen Charlie Guest mit 1:0 in Führung. Satte 0,45 Sekunden nahm sie obendrein der Britin ab. Am Ende gewannen die Deutschen mit 3:1. Im Viertelfinale, der Kontrahent hieß Italien, fuhr Filser das insgesamt dritte Duell. Dabei setzte sie sich mit 16 Hundertstel gegenüber Laura Pirovano durch – Deutschland führte mit 2:1. Anschließend glückte Schmid noch das Kunststück, auf dem blauen Kurs zu gewinnen; mit 3:1 war das Halbfinale erreicht. Dort unterlagen die Deutschen den Schweden knapp aufgrund der Zeitregel. Am Ende fehlten der DSV-Truppe beim Stand von 2:2 nur 43 Hundertstelsekunden zum Einzug ins Finale. Die Skandinavier hatten im Viertelfinale überraschend Topfavorit Österreich aus dem Wettbewerb gekegelt. Filser erledigte ihren Job: Sie gewann im ersten Duell gegen Estelle Alphand, die sich einen Fahrfehler erlaubt hatte.

Hoch spannender Kampf um Bronze

Der Kampf um Bronze mit der Schweiz verlief erneut hoch spannend. Als Filser an der Reihe war, stand es 1:1. Aicher hatte gegen Wendy Holdener verloren (um 0,44 Sekunden), Luitz gegen Sandro Simonet gewonnen (mit 0,33 Sekunden). Die Wildsteigerin ließ gegen Camille Rast nichts anbrennen. Wie in allen Läufen davor zeigte sie einen starken Start und fuhr souverän ohne sichtbare Fehler. Mit 22,82 Sekunden hatte Filser sogar eine bessere Zeit geschafft als der Schweizer Star Holdener (22,91). Dies sollte sich als wichtig erweisen. Am Ende brachte ein Gesamtvorsprung von zwölf Hundertstel dem Team die Bronzemedaille. Gold ging an Norwegen, Silber an Schweden. Als „extrem cool“ bezeichnete Frauen-Bundestrainer Jürgen Graller das Resultat. Mit Filser war er überaus zufrieden: „Die Andrea hat sich im Wettkampf gesteigert. Sie ist stabil gefahren.“ Vor Filser hatte der Schongauer Simon Jocher bei der WM schon mit starken Auftritten geglänzt.

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