Skirennläuferin Nadine Kapfer (aus Peiting) vom SC Garmisch bei einem Slalom-Einsatz.
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Nur eingeschränkt im Einsatz: Die Saison von Nadine Kapfer war von zahlreichen Rennabsagen geprägt. Dabei bot die für den SC Garmisch startende Peitingerin jedoch überzeugende Leistungen.

SKI ALPIN

Nadine Kapfer und die Einsamkeit einer Sportsoldatin

Die Saison war - bedingt durch Corona - recht kurz. Skirennläuferin Nadine Kapfer konnte nur wenige Rennen bestreiten. Dennoch gelangen ihr diverse gute Ergebnisse. Mittlerweile hat die 21-Jährige wieder der Trainingsalltag eingeholt.

Peiting – Nadine Kapfer sitzt auf einem Rennrad, strampelt fleißig, müht sich ab und grinst dabei. Dieser Gesichtsausdruck ist bei der 21-Jährigen ungewöhnlich angesichts der schweißtreibenden Arbeit. „Corona macht das sonst nicht so geliebte Ausdauertraining echt zum Highlight“, erzählt sie. Warum? Weil Kapfer nicht allein ist, sondern umgeben von ihren Sportkollegen.

Denn nach dem Abschwingen in Tarvis (Italien), wo Kapfers Saison endete, blieb ihr nicht viel Zeit. Nach kurzen Ostertagen daheim, ging es für die Rennläuferin aus Peiting schon weiter zum Unteroffizierslehrgang nach Hannover. Dort hat sie nach der Frühlingssonne auf den Skipisten der etwas triste, deutsche Corona-Alltag eingeholt. „Außerhalb unserer Einzelstube sind wir immer mit Maske unterwegs, sogar beim Marschieren, das ist ziemlich zäh.“

Es macht ihr zwar Spaß, mal wieder zu lernen und dadurch auch zu erfahren, vom wem und wofür sie als Sportsoldatin eigentlich ihr Geld bekommt, „aber außerhalb vom Unterricht immer allein auf der Stube zu sitzen, ist nicht so toll.“ Einzige Ausnahme vom Alleinsein ist das gemeinsame Training auf dem Rennrad nach Dienstschluss. Zusammen mit ihren Kolleginnen radelt sie daher fast jeden Abend zwei Stunden durch die flache Landschaft rund um Hannover. „Toll dabei ist, dass wir heuer auch einige Leute aus anderen Sportarten dabei haben. Das gibt neuen Input.“ Und der ist ja bekanntlich in den einsamen Corona-Zeiten der beste Motivator.

Nadine Kapfer aus Peiting, Skirennläuferin vom SC Garmisch.

Wobei: An Motivation fehlt es ihr ohnehin nicht. Denn Kapfer hat eine starke Saison hinter sich, obwohl die Athletin des SC Garmisch zu den von Corona am meisten betroffenen alpinen Rennläuferinnen zählt. Als Spezialistin für die Speeddisziplinen litt sie unter den zahlreichen Absagen im Europacup. Zum Abschluss folgten aber noch sechs Rennen, bei denen die 21-Jährige ihre besten FIS-Punkte holte und zudem einmal auch ganz oben stehen durfte.

Nadine Kapfer bei der Junioren-WM gut in Form

Nach den Junioren-Weltmeisterschaften, bei denen sie sich im Super-G und der Kombination gut verkauft hatte, sollte eigentlich das große Europacup-Finale folgen. Aber wie so oft schauten die Speedfahrerinnen in die Röhre – die Rennen wurden kurzfristig abgesagt. „Es war echt mühsam heuer, aber wenigstens konnten wir trainieren.“ Ende März war das Glück dann auch mal auf ihrer Seite. In Frankreich standen bei den nationalen Meisterschaften vier Speedrennen auf dem Programm. In der ersten Abfahrt konnte Kapfer als Vierte gleich überzeugen, ein wichtiger Erfolg im Winter 2021. „Das hat echt ein gutes Gefühl gegeben.“

Nach den deutschen Meisterschaften in den technischen Disziplinen stimmte nochmals alles. „Die Slowenen haben ihre Speed-Meisterschaften zufällig so verschoben, dass sie sich für uns ausgegangen sind“, erzählt Kapfer. Und in Tarvis, wo die gebürtige Peitingerin heuer schon öfter trainiert hatte, gab sie dann nochmals Gas: Platz eins und zwei in den beiden Abfahrten. Besser konnte ein Saisonabschluss nicht laufen. „Ja“, strahlt Kapfer. „Endlich hat mal alles funktioniert, ein Lauf von oben bis unten geklappt. Das ist wirklich ein super Gefühl.“

Zu Beginn der Saison war das Ziel, in Super-G und Abfahrt die Top 100 oder vielleicht sogar die Top 80 zu knacken. Im Super-G hat es als 110. nicht ganz gereicht, aber in der Abfahrt steht die Sportsoldatin auf Rang 81. „Ich bin happy, dass es auf den letzten Drücker noch geklappt hat.“ Geklappt hat es auch mit ihrem Platz in der LGIb des deutschen Skiverbandes für die nächste Saison. Dann will Kapfer die nächsten Schritte Richtung Weltcup angehen. Text: Kathrin Ebenhoch

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