Mit Vollspeed den Berg runter: Das darf Nadine Kapfer aus Peiting an diesem Wochenende erstmals auch im Weltcup. In St. Moritz stehen zwei Super-G-Rennen an.
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Mit Vollspeed den Berg runter: Das darf Nadine Kapfer aus Peiting an diesem Wochenende erstmals auch im Weltcup. In St. Moritz stehen zwei Super-G-Rennen an.

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Weltcup-Debüt verschoben - Nadine Kapfer muss sich gedulden

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Die vergangene Saison musste Nadine Kapfer verletzt nahezu komplett aussetzen. Heier ist sie fit und darf erstmals im Weltcup ran.

Update, 6. Dezember: Peiting/St. Moritz – Nadine Kapfer muss sich noch etwas gedulden. Eigentlich sollte die 20-jährige Peitingerin vergangenes Wochenende ihr Weltcup-Debüt im Ski Alpin-Zirkus feiern. Doch die äußeren Bedingungen machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Beide Super-G-Rennen im schweizerischen St. Moritz wurden abgesagt. Wie der internationale Ski-Verband mitteilte, machte heftiger Schneefall am Samstag und in der Folge eine Menge Schnee auf der Rennstrecke eine Austragung unmöglich. Den Bewerb am Sonntag cancelten die Verantwortlichen vorsorglich aufgrund erhöhten Lawinen-Risikos in der Bergregion rund um St. Moritz.

Kapfer ist nicht die erste Landkreis-Athletin, deren Debüt verschoben wurde. Dasselbe Schicksal ereilte im vergangenen Winter den Schongauer Simon Jocher, der mittlerweile aber fest zum Speed-Team der DSV-Männer zählt.

„Die Nervosität wird schon noch kommen“ - Nadine Kapfer aus Peiting startet erstmals im Weltcup

Erstmeldung, 5. Dezember: Peiting/St. Moritz – Das deutsche Speed-Team der Frauen kommt derzeit arg gebeutelt daher. Nachdem Vorzeige-Athletin Viktoria Rebensburg im Sommer zurückgetreten war, sollten andere in die Bresche springen. Mit Michaela Wenig, Patrizia Dorsch, Katrin Hirtl-Stanggaßinger und Carina Stuffer fallen aber gleich vier Athletinnen derzeit verletzt aus. Das macht den Weg frei für Nadine Kapfer. Die 20-jährige Peitingerin feiert bei den beiden Super-G-Rennen an diesem Wochenende (Samstag und Sonntag jeweils 11.30 Uhr) im schweizerischen St. Moritz ihr Weltcup-Debüt.

„Noch geht’s, aber die Nervosität wird schon noch kommen“, sagt Kapfer. „Ich werde das Rennen wie jedes andere angehen, mein Bestes geben und einfach versuchen, gut Ski zu fahren.“ Zumindest den Hang kennt die 20-Jährige bereits von den Europacup-Rennen des vergangenen Jahres. „Die Strecke in St. Moritz ist sehr speziell, geprägt durch ständige Geländewechsel und -übergänge“, berichtet Bundestrainer Jürgen Graller.

Nadine Kapfer aus Peiting.

Für gewöhnlich ist Kapfer, die für den SC Garmisch startet, im Europacup, der zweiten Liga der Skirennläufer, unterwegs. Die vergangene Saison verpasste sie wegen einer Meniskusquetschung allerdings nahezu komplett. Platz 13 in einem Europacup-Slalom stand als bestes Ergebnis zu Buche. Die Allrounderin sieht sich aber „eher in der Speedrichtung“. Diesen Sommer konnte die 20-Jährige die Vorbereitung „ohne größere Wehwehchen“ absolvieren. Größtenteils hielten sich die deutschen Athleten zum Training in Österreich und der Schweiz auf. „Die Vorbereitung lief ähnlich wie sonst, auch wenn wir uns natürlich an die Regeln wie Abstand halten und Masketragen gehalten haben“, berichtet Kapfer. „Auf den Gletschern gab es aber nur wenige Einschränkungen.“

Nur drei deutsche Starterinnen

Die meisten Lehrgänge hielt das Europacup-Team gemeinsam mit den Weltcup-Fahrerinnen ab. Das kommt der Peitingerin jetzt zugute. So sei es vorher schon eine Option gewesen, dass sie diese Saison in der höchsten Klasse startet. „Am Mittwoch habe ich von den Trainern erfahren, dass es schon dieses Wochenende soweit ist.“ Ziemlich glücklich habe sie das gemacht. Am Donnerstagnachmittag ging es, mit einem negativen Corona-Test in der Tasche, dann von Tirol, wo die finale Vorbereitung auf das Wochenende stattgefunden hat, in die Schweiz.

Neben Kapfer starten für Deutschland nur Fabiana Dorigo vom TSV 1860 München und die Starnbergerin Kira Weidle. Sie gilt diese Saison als größte deutsche Hoffnung in den Speed-Disziplinen. Traditionell finden die ersten Saisonrennen in Abfahrt und Super-G in Nordamerika statt. Da infolge der Corona-Pandemie aber nur in Europa gefahren wird, bildet St. Moritz heuer den Auftakt.

Für Kapfer sind es nicht die ersten Rennen des Winters. Vor eineinhalb Wochen war sie in Davos bei drei FIS-Bewerben (zweimal Super-G, einmal Kombination) am Start. Es sprangen für sie die Plätze 11, 14 und 15 heraus. „Das war gut zum Reinkommen, aber es ist noch Luft nach oben“, so Kapfer. Dieses Wochenende wird sie weitere Erfahrungen sammeln. „Ich denke, das Drumherum im Weltcup ist größer, aber das werde ich jetzt sehen.“ Schon kommenden Dienstag geht es für sie zurück in gewohnte Gefilde. Dann ist, ebenfalls in St. Moritz, ein Super-G im Europacup geplant, an dem Kapfer dann als Weltcup-Fahrerin teilnehmen wird.

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