Zieht einsam seine Kreise: Marcel Schrötter bewegte sich beim Grand Prix in Aragón in den hinteren Reihen, die ihm sonst unbekannt sind.
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Zieht einsam seine Kreise: Marcel Schrötter bewegte sich beim Grand Prix in Aragón in den hinteren Reihen, die ihm sonst unbekannt sind.

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Die Verzweiflung wächst - Schrötter landet nur auf Platz 20 – Vor Saisonendspurt lässt er nichts unversucht

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Statt bergauf ging es für Marcel Schrötter am vergangenen Wochenende einen Schritt zurück. Die Verzweiflung beim Vilgertshofener wächst.

Vilgertshofen/Alcaniz – Es sollte für Marcel Schrötter einen neuen Tiefpunkt in dieser insgesamt unglücklichen Saison darstellen. Beim zweiten Moto2-Rennen im spanischen Alcaniz kam der Vilgertshofener nicht über Platz 20 hinaus. Nur drei Fahrer, die das Ziel erreichten, waren langsamer als er. 31,501 Sekunden später als Sieger Sam Lowes überfuhr Schrötter die Ziellinie.

„Ich kann es auch kaum noch ertragen, dass ich von Leuten überholt werde, die ich in einem Rennen normalerweise nie sehe“, sagte der 27-Jährige nach dem Grand Prix in Aragón, wo er schon vergangene Woche nicht überzeugen konnte. „Ich habe keine Erklärung dafür, dass ich da draußen herumfahre, als würde ich zum ersten Mal auf einem Motorrad sitzen.“

Kurzer Lichtblick im Qualifying

Am Samstag im ersten Qualifying gab es einen kurzen Lichtblick für den Kalex-Piloten. Platz zwei bedeutete den Einzug in die nächste Session. Dort kam er zwar nur auf Platz 16, aber das Gefühl war gut. Spätestens beim Warm-Up vor dem Rennen am Sonntag war sein Optimismus aber dahin. Beim Interview in der Startaufstellung war dem Vilgertshofener seine Unzufriedenheit deutlich anzumerken.

Von Platz 16 aus ging er ins Rennen, schaffte es in der ersten Runde aber nicht, sich weiter nach vorne zu schieben. Für Tom Lüthi, seinen Teamkollegen bei „Liqui Moly Intact GP“, endete der Grand Prix bereits nach wenigen Metern. Nach einem Zusammenstoß in der ersten Kurve. Was Schrötter am Sonntag fehlte, war der Speed. „Im Normalfall gehört unser Motorrad zu den Schnellsten im Feld.“ In Alcaniz wurde er aber sogar auf der Geraden überholt.

Auch in Gesamtwertung Plätze eingebüßt

So rutschte der 27-Jährige im Laufe des Rennens bis auf Platz 21 zurück. Nachdem ein vor ihm liegender Fahrer ausgeschieden war, blieb mit Platz 20 das schlechteste Saisonergebnis, wenn Schrötter das Ziel erreicht hatte. WM-Punkte gab es dafür keine, was mehrere Kontrahenten nutzten und in der Gesamtwertung an ihm vorbeizogen. Dort liegt Schrötter mit 61 Punkten auf Rang 13.

Die Führung in der Weltmeisterschaft übernahm Sam Lowes (178 Punkte). Der Brite gewann sein drittes Rennen in Folge. Auf dem Stockerl standen außerdem Fabio Di Giannantonio und Enea Bastianini, der WM-Zweite (171).

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Für Marcel Schrötter bleiben nun zwei Wochen Zeit, um wieder zu sich zu finden. Dann findet in Valencia der Auftakt für die letzten drei Saisonrennen statt, die an aufeinanderfolgenden Wochenenden ausgetragen werden. Dafür lässt er nichts unversucht. „Seit einiger Zeit arbeite ich wieder mehr mit meinem Mental-Coach zusammen. Ich probiere also alles Erdenkliche, dass ich vom Kopf her vollkommen bei der Sache und optimal vorbereitet bin“, sagt er. Die Chance auf ein versöhnliches Saisonende besteht ja noch.

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