Reiterin Alexandra Maier in einer Dressurprüfung in Brunnthal-Riedhausen mit „Geronnimmo“
+
Erfolgreiches Duo: Alexandra Maier legte mit „Geronnimmo“ in der Inter-I-Prüfung einen starken Auftritt hin. Das Archivfoto zeigt die beiden bei einem Turnier in Brunnthal-Riedhausen.

REITEN: Dressur

Für Alexandra Maier wird ein Traum wahr

  • Paul Hopp
    VonPaul Hopp
    schließen

Das „Balve Optimum“ ist ein Reitturnier, bei dem Startplätze heiß begehrt sind. Alexandra Maier erhielt eine Einladung. Für sie war die Teilnahme nach der coronabedingten langen Turnierpause eine besondere Herausforderung. Doch sie meisterte sie - und durfte gar zur Siegerehrung.

Epfach/Balve – Viel Zeit zum Überlegen blieb Alexandra Maier nicht. Eine Einladung des „Balve Optimum“ flattert einem Reitsportler, von Mitgliedern des Bundeskaders mal abgesehen, keineswegs ständig ins Haus. Und die Organisatoren des internationalen Turniers, bei dem seit geraumer Zeit regelmäßig die deutschen Meister ermittelt werden, wollten gleich wissen, was Sache ist.

Für Maier eine schwierige Entscheidung, denn die Dressurreiterin hatte aufgrund der Corona-Beschränkungen mit ihren Pferden mehr als acht Monate keinen Wettbewerb bestritten. Es sei „vielleicht etwas verrückt, zum ersten Turnier gleich dorthin zu fahren“, so die 29-Jährige. Doch Maier ging das Wagnis ein, „eventuell ist es die einzige Chance in meinem Leben, dort reiten zu dürfen“. Sie meldete sich sofort an, fuhr ins Sauerland – und kehrte mit ihrer ersten internationalen Schleife zurück. „Für mich ist ein Traum wahr geworden“, freute sie sich.

Alexandra Maier holt mit „Geronnimmo“ in Balve eine Schleife

Die ganze Turnierteilnahme glich allerdings einem „Wurf ins kalte Wasser“, wie Mutter Manuela Maier, mit der Alexandra eine Reitanlage nahe Epfach führt, sagt. Nur rund zwei Wochen blieben Zeit, die beiden Top-Pferde, „Majestix W“ und „Geronnimmo“, entsprechend vorzubereiten. Keine leichte Sache, zumal ja in Bayern für Amateurreiterinnen und -reiter – und zu diesen zählt Alexandra Maier – bis dato noch strenge Regeln galten. Apropos: In Balve herrschte bezüglich Hygiene und Viren ein ganz strenges Regiment. Die Menschen wurden regelmäßig auf Corona getestet, die Tiere wurden aufs Herpes-Virus untersucht, das jüngst in Europa die Reitsportszene in Aufruhr versetzt hatte. „Die haben das ganz toll gemanagt“, lobte Manuela Maier die Veranstalter.

Die ganze Atmosphäre in Balve sei ohnehin etwas Besonderes. „Das ist ein Highlight“, stellt Manuela Maier klar. Immerhin geben sich dort die besten deutschen Reiter ein Stelldichein. Von deren Auftritten „kann man sehr viel mitnehmen“, sagt Manuela Maier. Sie und ihre Tochter sahen auch live den Rekord-Ritt von Jessica Bredow-Werndl mit „TSF Dalera“ (93,025 Prozent) zum Sieg in der Grand-Prix-Kür. „Das war ein Traum“, schwärmt Manuela Maier. Was die Team-Weltmeisterin und die Trakehner-Stute im Viereck ablieferten, „war abartig“.

Eine Schleife als Trophäe: Das „Dressurteam Alexandra Maier“ fuhr mit einer Platzierung, errungen in der Inter-I-Prüfung, aus Balve wieder heim.

Alexandra Maier war in Balve mit ihren beiden Pferden in der international ausgeschriebenen Small-Tour in Aktion. Zum Auftakt stand ein Prix St. Georg auf dem Programm. In dieser S*-Prüfung hatten sowohl „Geronnimmo“ (66,471 Prozent) als auch „Majestix W“ (64,951) noch einige Startschwierigkeiten, was nach der langen Pause auch nicht so verwunderlich war. Mit den Rängen sechs und sieben verpasste Maier knapp die Platzierungen.

Tags darauf, in der schwierigeren Intermediaire-I-Prüfung, lief es deutlich besser. Vor allem „Geronnimmo“ habe „voll angegriffen“, berichtet Manuela Maier. Mit 67,598 Prozent landete Alexandra Maier mit dem 14-jährigen Wallach auf Platz fünf. Einer der Richter sah die Epfacherin gar auf dem dritten Rang. Sowohl für die Reiterin als auch das Pferd war es die erste Schleife in einer internationalen Prüfung. Mit „Majestix W“ (65,294) sprang der respektable sechste Platz heraus. Der Wallach hatte ein paar Einer-Sprünge in die Wechsel eingebaut und damit Punkte eingebüßt. Alexandra Maier nahm es mit Humor: Er habe „die falsche Prüfung erwischt“, teilte sie auf „Instagram“ inklusive einem lachenden Emoji mit.

Insgesamt war sie auf beide Pferde stolz, da sie jeweils „einen mega Job gemacht“ hätten. Letztlich kam sie auch in den Genuss, „einmal in Balve eine Siegerehrung reiten zu dürfen“. Die Schleifen-Gewinner absolvieren nach der Übergabe der Insignien traditionell eine Ehrenrunde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare