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WM-Jubel mit eigenem Fanclub: Verwandte, Freunde und Nachbarn waren nach Füssen gereist und freuten sich am Ende mit Ronja Hark (Mitte) über den 2:1-Sieg im entscheidenden Spiel gegen Japan.
IIHF Ice Hockey U18 Women&#39s World Championship DIV I Group A, Japan (JPN) vs Deutschland (GER)
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Auszeichnung aus den Händen des DEB-Präsidenten: Ronja Hark mit Franz Reindl.

Eishockey: U-18-Frauen

Siegtor und Auszeichnung: Die besondere Heim-WM der Ronja Hark

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Die U-18-Eishockey-Frauen sind wieder erstklassig. Beim WM-Turnier in Füssen wurden sie Erste - eine wichtige Rolle spielte eine Hohenfurcherin.

Hohenfurch – Das Gehakel ging endlos scheinende Sekunden, dann hatte Ronja Hark den Puck vom Schläger der japanischen Gegenspielerin losgeeist. Die Scheibe lag frei – und die Hohenfurcherin fackelte nicht lange. „Ich habe einfach draufgehalten“, sagt die 16-Jährige. Der Puck sauste an Freund und Feind vorbei und landete prompt im Netz. „Ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt Hark. Mit dem Treffer zum 2:1 (55.) stürzte die Verteidigerin die deutschen U-18-Frauen und die rund 600 Zuschauer im Füssener Stadion ins absolute Glück. Den Vorsprung hielt die DEB-Auswahl bis zur Schluss-Sirene – damit hatte das Team den Titel in der Division I-A perfekt gemacht. Die deutschen U-18-Frauen sind wieder erstklassig.

Ronja Hark: Zur besten Verteidigerin gekürt

Erst in den Tagen danach hat Hark begriffen, was sie und ihre Kameradinnen geschafft hatten. Unmittelbar nach Spielschluss „war alles wie im Traum“, berichtet die Schülerin des Schongauer Welfen-Gymnasiums. Ebenfalls traumhaft: Hark wurde nach der entscheidenden Partie gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Japanerinnen zur besten Verteidigerin des Turniers gekürt und bekam von DEB-Präsident Alfred Reindl die Auszeichnung überreicht. „Das war eine Riesen-Ehre für mich“, sagt die Spielerin mit der Rückennummer 8 – zumal sie ja noch zu den Jüngeren gehört. Nächstes Jahr darf die Hohenfurcherin weiter in der U-18 spielen. Dann geht es bei der WM gegen die Top-Teams, zu denen im U-18-Bereich die USA, Kanada, Russland, Finnland und Schweden gehören. Absteiger in die Division I ist die Slowakei.

Ronja Hark: Eigener Fanclub im Stadion

In Füssen wurde Hark gar von einem eigenen „Fanclub“ angefeuert. Verwandte, Freunde der Eltern und auch Nachbarn waren zum Finale gegen Japan gekommen. Mit dabei hatten sie ein großes Transparent, machten Stimmung auf der Tribüne. „Das hat mich riesig gefreut. Die Heim-WM war für mich gleich noch mehr Heim-WM“, sagt die Hohenfurcherin mit einem Schmunzeln.

Wie schnelllebig das Leistungssport-Geschäft ist, erfuhr Hark gleich nach dem Triumph mit dem Nationalteam. Als sie nach Hause zurückkam, trainierte sie am Nachmittag noch beim ESV Kaufbeuren. Dort spielt sie – als einzige junge Frau – bei den U-17-Burschen in der Bundesliga. Bereits tags darauf stand ein Ligaspiel gegen die „Jungadler Mannheim“ auf dem Programm, und da verletzte sie sich an der Schulter. Seither muss Hark pausieren. Ein kleiner Trost: Die Blessur am Eckgelenk ist ihr zufolge nicht ganz so schlimm, um eine Operation kommt sie herum. Genaueres soll eine anstehende MRT-Untersuchung ergeben. Von schwereren Verletzungen ist Hark bislang verschont geblieben. Bei einem Spiel mit dem Nationalteam in Japan wurde sie von einem Puck am Ohr getroffen und musste mit sieben Stichen genäht werden. Hark hofft jedenfalls, schon bald wieder spielen zu können.

Ronja Hark: Einziges Mädchen bei Kaufbeurener U-17-Burschen

Die WM in Füssen war der sportliche Höhepunkt für Hark und die U-18-Frauen – „darauf haben wir uns die ganze Saison gefreut“. Doch daneben gibt es ja noch die Ligaspiele. Die Hauptrunde in der U-17-Bundesliga Süd (offiziell: Division I) ist seit vergangenem Wochenende beendet, der ESV Kaufbeuren wurde Sechster unter zehn Teams. Die Meisterrunde wurde verpasst, nun geht es in einer Extra-Runde mit sieben Spielen gegen den Abstieg.

Für Hark lief es „ziemlich gut, ich durfte immer viel spielen“. Als Mädchen in einer Burschen-Liga „kann man das nicht immer voraussetzen“. Dass ihr die Trainer und Teamkameraden vertrauen, zeigt der Umstand, dass sie zum Assistenz-Kapitän gewählt wurde. „Dass sie als Mädchen in dieser Altersklasse Bundesliga spielt, ist der Wahnsinn“, wird ihr Trainer, Martin Schweiger, in einem Artikel zitiert. Für ihren Sport tut Hark aber auch einiges. Viermal pro Woche ist Eistraining angesagt, dazu kommen zwei Einheiten im Kraftraum. Die Wochenenden sind mit oftmals zwei Spielen auch vollgepackt. Im Sommer spielt Hark gern Fußball im Mädchenteam des SV Hohenfurch.

Ronja Hark: Torschützin in der EWHL

Die 16-Jährige ist auch mit einer Förderlizenz für die Bundesliga-Frauen des ECDC Memmingen ausgestattet. Dort kam sie in der Liga heuer noch nicht zum Einsatz. Allerdings durfte sie bei einer Partie der „Indians“ in der europaweiten EWHL (Elite Women’s Hockey League) mitmachen. Beim 8:2-Sieg auswärts gegen die „DEC Salzburg Eagles“ erzielte Hark sogar einen Treffer (zum 7:2). Ihr wichtigstes Tor in dieser Saison schoss sie freilich im Nationalteam bei der WM gegen Japan. Eine echte Torjägerin „bin ich eher nicht“, sagt die Verteidigerin – und fügt schmunzelnd hinzu: „Aber bei dem Turnier ist echt viel gelungen.“

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