Auch sie durften mit dem hochgehaltenen Banner jubeln: Die U23-Junioren um den mehrfachen Weltmeister Stefan Zellermayer (links) und den Peitinger Michael Lindner (rechts) gewannen Gold im Mannschaftsspiel.
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Auch sie durften mit dem hochgehaltenen Banner jubeln: Die U23-Junioren um den mehrfachen Weltmeister Stefan Zellermayer (links) und den Peitinger Michael Lindner (rechts) gewannen Gold im Mannschaftsspiel.

Eisstock-WM

Peiting ist Weltklasse - Stockschützen ziehen sportlich positives WM-Fazit

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Sechs Medaillen holten die Peitinger Stockschützen bei der Eisstock-WM in Regen. Das Fazit fällt positiv aus, auch wenn das Coronavirus für einigen Trubel sorgte.

Peiting/Regen – Aus sportlicher Sicht hätte die Eisstock-Weltmeisterschaft in Regen für die Stockschützen des TSV Peiting kaum besser laufen können. Sie hatten die Chance auf acht Medaillen und holten davon sechs. Fünf Mal standen sie gar ganz oben auf dem Podest. Die Auswirkungen des Coronavirus waren aber auch für die Stockschützen spürbar und verhinderten die erhoffte gute WM-Stimmung.

In der ersten Wettkampf-Woche, als die EM der Junioren und die WM der Jugend ausgetragen worden war, spielte das Virus noch nicht so eine große Rolle. Rund 800 Zuschauer sorgten täglich für eine Rekordkulisse. Im Zielschießen-Einzelwettbewerb verpassten Franziska Lindner und Daniel Steber (beide U23) eine Medaille. „Beide waren das erste Mal in dieser Altersstufe dabei, es war sehr schwer, aufs Podest zu kommen“, sagt Christian Lindner. Er ist Sprecher der Peitinger Stockschützen und wurde im Zuge der WM außerdem einstimmig zum Vorsitzenden des Eisstock-Weltverbandes gewählt.

„Goldener Samstag“ für Peitinger Stockschützen

Besser lief es für die Peitinger dann im Zielschießen-Teamwettbewerb. Sowohl Lindner als auch Steber gewannen mit Deutschland den Titel. Michael Lindner machte den „goldenen Samstag“ für den TSV Peiting perfekt. Im U23-Mannschaftsspiel holte er die dritte Goldmedaille an einem Tag.

Vor dem Start der WM der Erwachsenen ging es dann turbulent zur Sache. Zunächst stand aufgrund des sich immer schneller verbreitenden Virus eine Absage der Wettkämpfe im Raum. Da alle Athleten aber bereits vor Ort waren, überzeugten die Verantwortlichen das Gesundheitsamt davon, die WM fortzusetzen. Unter gewissen Auflagen: So mussten sich beispielsweise alle italienischen Sportler täglich einer Gesundheitskontrolle unterziehen. „Das geht sportpolitisch gar nicht“, sagt Christian Lindner. Die italienischen Athleten seien ja schon in Regen gewesen, bevor Südtirol zum Risikogebiet erklärt wurde. Und die Sportler, die erst später anreisen wollten, seien sowieso daheim geblieben.

Finalspiele bei Eisstock-WM ohne Zuschauer

Die Zuschauerzahl wurde zunächst auf 300 begrenzt, ehe gar keine Zuschauer mehr zugelassen wurden. „Diese Entscheidung hat Sinn gemacht“, so Lindner. Auch, wenn dadurch nun eine finanzielle Schieflage entstanden ist. „Nach einer ersten groben Schätzung fehlen rund 100 000 Euro“, sagt Lindner. Die sollen nun von der Stadt Regen, dem Deutschen Eisstockverband, dem Weltverband und dem Staat beglichen werden.

Die weiteren Spiele fanden trotzdem statt. „Die Athleten haben das toll gemacht“, berichtet der Weltverbandsvorsitzende. „Die Wettkämpfe waren wie immer, vielleicht mit etwas weniger Emotion.“ Für Peiting endete die WM mit drei weiteren Medaillen. Ulrike Lachenmayer gewann mit der deutschen Mannschaft Silber im Zielschießen-Teamwettbewerb. Zudem krönten sich Lachenmayer und Franziska Lindner in der Königsklasse, dem Mannschaftsspiel, zu Weltmeisterinnen.

Deutschland mit 19 Goldmedaillen im Medaillenspiegel überlegen Erster

Die Finalspiele im Mannschaftsspiel fanden unter erschwerten Bedingungen statt. Da nämlich am vergangenen Samstag ab 12 Uhr keine größeren Veranstaltungen mehr zugelassen waren, mussten die Sportler bis dahin fertig sein – zum Unverständnis von Christian Lindner. Eigentlich war das Ende auf etwa 16 Uhr anberaumt. Statt um 9 Uhr gingen die Endspiele also schon um 6 Uhr los. „Um 11.30 Uhr waren wir fertig“, sagt Lindner.

Insgesamt waren es für Deutschland aus sportlicher Sicht sehr erfolgreiche Titelkämpfe. Die deutschen Stockschützen gewannen 19 von 27 Goldmedaillen. Die anderen acht gingen an Österreich. „Normalerweise ist das ausgeglichener“, sagt Lindner. Eine Erklärung hat er nicht. Nur sei das Quäntchen Glück häufiger bei den Deutschen gewesen. Persönlich schade findet der Peitinger Sprecher das Abschneiden der italienischen Mannschaft. Die kam auf eine Silber- sowie neun Bronzemedaillen.

Riesenüberraschung beim Weitenschießen der Damen

Eine große Überraschung hatte die WM zum Abschluss aber auch noch parat: Im Weitenwettbewerb der Damen gewann die Österreicherin Nina Neubauer vor der Australierin Chrysanthe Psychogios. Beide waren im Vorhinein nicht als Medaillenkandidatinnen eingeschätzt worden. Möglich machte es das Wetter. Beide traten bereits früh im Finale an. „Die Sonne war danach weg und das Eis so streng, dass keiner weitergekommen ist“, erzählt Lindner.

Wie für beinahe alle Sportler steht auch für die Stockschützen nun erst einmal eine Zwangspause an. Die nächsten Wettbewerbe wurden aufgrund des Coronavirus alle in den Herbst verschoben. Auch über eine Absage der Sommersaison wird schon gesprochen. „Es wäre schade, aber kein Weltuntergang“, sagt Christian Lindner. „Eine Pause ist für uns kein Problem.“

So geht es aufgrund des Coronavirus in den einzelnen Sportarten weiter.

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