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Europas beste Vereinsmannschaften: In der Mitte Sieger ESV Weierfing, links der EV Seiwald Tal Leoben und rechts der TSV Peiting mit (v.r.) Thomas Rapp-König, Christopher Schwaiger, Martin Baumgartner, Mathias Adler und Christian Lindner.

Eisstockschießen: Europacup der Männer in Peiting

Kleine Gemeinde ganz groß

Peiting - Ein kleiner Verein aus Österreich sichert sich die europäische Eisstock-Krone, gewinnt in Peiting den Europacup. Die Gastgeber scheitern im Halbfinale, schaffen es aber aufs Podest.

Weierfing, eine kleine Gemeinde in Oberösterreich. 200 Menschen leben dort. Die örtliche Eisstockabteilung zählt 70 Mitglieder. Seit Sonntag ist der Ort die Heimat des Europacup-Siegers für Vereinsmannschaften. Das Team aus der Nähe von Linz kickte Peitings Eisstockschützen beim Turnier in Peiting aus dem Finale. Mit 29:9. Und das Team setzte noch einen drauf, besiegte im Endspiel Seiwald Tal Leoben (Österreich) und holte den Titel. Ein riesiges Erfolgserlebnis für die kleine Gemeinde.

Peitings Vertretung blieb schließlich mit einem 30:17 gegen den TSV Breitbrunn auf Kurs und schaffte den dritten Platz. „Enttäuscht sind wir nicht. Mit dem dritten Platz sind wir zufrieden“, sagt Mannschaftsführer Christian Lindner. Er war gemeinsam mit Thomas Rapp-König, Mathias Adler, Christopher Schwaiger und Martin Baumgärtner als Titelverteidiger angetreten. „Aber der vierte Platz wäre schon eine Enttäuschung gewesen. Gegen Weierfing haben wir schlecht gespielt“, gestand er Fehler ein. „Aber so ist das schon Okay.“ Anschließend gegen den TSV Breitbrunn lagen die Peitinger sogar mit 10:17 hinten, gewannen dann aber alle Spiele, setzten sich noch mit 30:17 durch und holten Bronze.

Spannender gestaltete sich das Finale. Weierfing führte zunächst gegen Leoben, lag vor der abschließenden Kehre aber mit 19:23 hinten. Ein Fünfer bescherte dem ESV aber doch noch mit 24:23 den Titel, dem EV Seiwald Tal Leoben blieb Platz zwei. „Das war heute sehr spannend“, sagt Peitings Sportreferent Michael Deibler, der mit Weltverbands-Vize Karl Rosenberger die Siegerehrung durchführte. Lob kam auch von Rosenberger: „Alles läuft hier super. Die Organisatoren leisten eine vorbildliche Arbeit“, schwärmte er. Zu den Chancen der gastgebenden Truppe hatte er im Vorfeld gesagt: „Die Peitinger sind nicht zu unterschätzen, der Ball ist rund“, verglich er das Stockschießen mit Fußball. „Auch der Eisstock ist rund.“

Die besten Bilder vom Eisstock-Europacup

Ein würdiger Auftakt der internationalen Veranstaltung europäischer Größe war die Eröffnungsfeier in der Eishalle. Mit dem Einmarsch des einheimischen Trommlerzuges, gefolgt von den Teams, die mit Fackeln Licht ins Dunkel brachten, sowie den Goaßlschnalzern. „Wir erwarten spannende Wettkämpfe, und ich erwarte Spitzensport“, sagte Schirmherr Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Auch Bürgermeister Michael Asam frohlockte: „Wir haben hier in Peiting die Elite im Stockschießen zu Gast. Der Europacup hat Qualität.“ Weitere Grußworte sprachen Landes-Obmann Leonhard Mittermeier und Karl Rosenberger, der Vize des Eisstock-Weltverbandes. Die vorherige Auslosung der beiden Vorrundengruppen hatte Franziska Lindner vorgenommen. Thomas Rapp-König von Peitings Stockschützen sprach den Eid.

Der Start in die Vorrunde war für Peitings Truppe nicht überzeugend. Die Runden eins und drei wurden knapp verloren. Doch danach gaben die Gastgeber kein Spiel mehr ab und marschierten in der Gruppe B bis auf Rang zwei nach oben. Wobei sie alle ihre Matches recht deutlich gewonnen hatten.

In der Endrunde bescherte das Los den Peitingern im Achtelfinale mit dem MC Vcelna/Tschechien erst einmal einen Aufbau-Gegner (56:8), und im Viertelfinale streckte der SSV Pichl Gsies/Italien beim Stand von 33:11 für Peiting vor den abschließenden beiden Kehren die Waffen und gab auf. Es folgte die 9:29-Niederlage im Halbfinale gegen Weierfing und schließlich das 30:17 gegen Breitbrunn um Platz drei.

Dietmar Friebel

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