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Überzeugt haben Peitings Frauen bei ihrem Bundesliga-Heimauftritt: (hinten von links) Selina Steber, Ulrike Lachenmayer, Irina Tsishuk, (vorn links) Franziska Lindner und Sabine Hipp holten sich Platz fünf.

Peitings Frauen stark, Peitings Männer schwach

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Peitings Eisstockschützen sind bekannt für Top-Ergebnisse. Die Frauen lieferten ein solches auch wieder in der Bundesliga. Die Männer aber steckten tief im Abstiegskampf.

Peiting – Es war ein durchwachsenes Wochenende für Peitings Eisstockschützen. „Ich habe eine gute, eine schlechte und eine sehr schlechte Nachricht“, sagt Christian Lindner, Sprecher der TSV-Abteilung, als er sich am Montagmorgen in der Redaktion meldet. Denn die Bundesliga-Auftritte der Mannschaften des TSV Peiting hätten kaum unterschiedlicher sein können. Während sich die Frauen laut Lindner „sehr gut“ präsentierten, machten ihn die Männer – für die er auch selbst spielte – sprachlos: „Das war schlimm.“ Kein Wunder, dass er zuerst aus Peiting berichtete.

Frauen-Bundesliga in Peiting

Denn dort waren am Wochenende die Bundesliga-Teams der Frauen im Einsatz. Sie spielten im Modus Jeder-gegen-jeden. Bahnenspiele, bei denen sich die Mannschaften mit einem Sieg nach oben arbeiten und bei einer Niederlage nach unten rutschen können, gab’s ebenso wenig wie Platzierungsspiele. Das war dem Umstand geschuldet, dass die Hinrunde im Dezember wegen einer defekten Kühlanlage im Eisstadion Waldkraiburg ausgefallen war. Deshalb wurde die gesamte Saison nun an einem Wochenende in Peiting entschieden.

Und ausgerechnet an dem hatten die Peitingerinnen Ulrike Lachenmayer und Franziska Lindner mit Erkältungen zu kämpfen. Trotzdem gingen sie mit Sabine Hipp, Irina Tsishuk und Selina Steber aufs Eis. Und die TSV-Frauen waren „bombenstark“, schwärmt Lindner. Mit 30:16 Punkten holten sie sich Platz Fünf – und qualifizierten sich so auch für die Deutsche Meisterschaft, die am 24. und 25. Januar in Waldkirchen steigt.

Den Sieg holte sich in Peiting der TSV Kühbach I, „der FC Bayern unter den Stockschützen-Teams“, wie Lindner sagt. „Der ist grandios stark.“ Und profitierte vom geänderten Modus – denn bei Finalrunden oder Platzierungsspielen hätte jede Niederlage geschmerzt. Im Modus Jeder-gegen-jeden aber waren die zwei Partien, die Kühbach verlor, locker zu verkraften. Das Team holte sich mit 42:4 Punkten deutlich den Titel vor dem SV Mehring (35:11). Dritter wurde der EC Gerabach (32:14), auf den Peiting im letzten Spiel getroffen war. Da hatte der TSV die Qualifikation für die DM noch nicht in der Tasche – ein Sieg musste her. „Da haben sie sehr gut gespielt“, sagt Lindner. Ein 15:11-Erfolg war der Lohn.

Männer-Bundesliga in Waldkirchen

Weniger Freude hatte Lindner dabei, vom Wochenende der Männer zu erzählen. Dass es die zweite Mannschaft schwer haben würde, war von vornherein klar – sie war in der vergangenen Saison überraschend in Deutschlands höchste Liga aufgestiegen. Dass aber auch das erfolgsverwöhnte erste Team des TSV in akute Abstiegsgefahr kommen würde, war überraschend. Platz 20 sei „das mit Abstand schlechteste Abschneiden“ seit Jahren.

Schon nach dem ersten Wettbewerbstag im November hatte sich abgezeichnet, dass es nicht die Saison der Peitinger werden würde. Beide Mannschaften fanden sich mit 10:14 Punkten in der unteren Tabellenhälfte wieder. Die Erste war 17., die Zweite auf Rang 20.

Der TSV Peiting II kam am Wochenende aber gut ins Turnier, legte gleich drei Siege hin und kletterte auf Platz zwölf. Danach riss die Erfolgsserie – acht Niederlagen folgten. Weitere zwei Siege und zwei Pleiten später war die Vorrunde beendet – und Peiting II fand sich mit 20:34 Punkten auf Rang 23 und damit auf dem ersten Abstiegsplatz wieder.

Noch schlechter stand es zu diesem Zeitpunkt um die erste Mannschaft. Die hatte den Start ins Wochenende mit drei Niederlagen in Folge versemmelt. Es wurde im Modus Jeder-gegen-jeden nicht viel besser. Mit weiteren acht Niederlagen, drei Siegen und einem Unentschieden landete Peiting I mit 17:37 Punkten auf Platz 24.

Anders als bei den Frauen war die Saison damit aber nicht beendet. Es folgte noch das Bahnenspiel. Auf Bahn eins spielten der Erste gegen den Zweiten, auf Bahn zwei der Dritte gegen den Vierten – und so weiter. Vier solche Runden gab es. Wer gewann, rutschte eine Bahn hoch. Der Sieger auf Bahn eins qualifizierte sich für das Halbfinale. Der Verlierer auf der letzten Bahn – mit 14 Bahnen begann das Ganze – stieg direkt in die zweite Liga ab.

Auf Bahn zwölf trafen sich als Tabellennachbarn die beiden Peitinger Teams. „Auf solche Duelle habe ich ja überhaupt keine Lust“, sagt Lindner – zumal beide Mannschaften „gnadenlos im Abstiegskampf“ steckten. Die Erste Mannschaft, zu der neben Christian Lindner noch Alexander Vöst, Christopher Schwaiger, Mathias Adler und Daniel Steber gehörten, setzte sich 11:9 durch. Was für Peiting I der Beginn des Aufschwungs war, wurde für Peiting II zum Anfang vom Ende. Die Zweite verlor anschließend auch noch gegen Aiterhofen I (0:28). Damit war der Abstieg besiegelt – die zwei folgenden Siege brachten keine Wende mehr.

Peiting I gewann schließlich auch die weiteren drei Partien und rettete sich so als 20. in die nächste Bundesliga-Saison. In den Bahnenspielen „haben wir super gespielt“, sagt Lindner. „So sind wir zumindest mit der Ersten noch mit einem blauen Auge davongekommen.“

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