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Endlich wieder in die Kurve legen: Marcel Schrötter (r.) auf einem Minibike in Ampfing.

Endlich wieder Moto2: Marcel Schrötter trainiert dafür sogar auf vier Rädern

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Im Juli geht‘s wieder los. Dann misst sich Marcel Schrötter wieder mit seinen Kontrahenten in der Moto2. Er ist optimistisch - obwohl er lange nicht auf seinem Motorrad saß. Und noch immer nicht drauf sitzt.

Pflugdorf – Marcel Schrötter ist fit. In den vergangenen Wochen radelte er unzählige Kilometer, machte Krafttraining. Ohne zu wissen, wie’s eigentlich weitergeht. Doch nun hat der Moto2-Pilot Gewissheit. Am 19. Juli wird die Weltmeisterschafts-Serie im spanischen Jerez fortgesetzt. Schrötter fiebert schon darauf hin, wieder auf seinem Motorrad zu sitzen. Die Motivation fürs Training ist nun noch größer, das Auspowern fällt leichter. „Vom Kopf her ist es schon etwas anderes, wenn man weiß, dass es weitergeht“, sagt der Fahrer des Teams „Dynavolt Intact GP“.

Noch ist der 27-Jährige in seiner Heimat Pflugdorf. Doch Ende Juni möchte er nach Spanien aufbrechen, wo er die meiste Zeit des Jahres lebt – und wo im Juli das erste Rennen nach der corona-bedingten Zwangspause stattfinden wird. Dort sind die Trainingsmöglichkeiten breiter. „Da kann ich mich gezielt vorbereiten“, sagt Schrötter.

Abwechslung beim Training

Das bedeutet nicht, dass er ständig mit seinem Motorrad Runden dreht. Denn die Maschinen sind Prototypen und enorm teuer. Zudem gibt es wenige Strecken, auf denen damit gefahren werden darf. Deshalb sitzt Schrötter nur bei den Rennen, offiziellen Trainings sowie Tests auf seinem Motorrad. „Alles andere wäre ein riesen Aufwand, der obendrein mit riesigen Kosten verbunden wäre.“

Mal auf vier Reifen unterwegs: Marcel Schrötter trainiert auch manchmal auf der Kartstrecke in Ampfing.

Die Moto2-Piloten suchen sich deshalb auch alternative Trainingsmethoden. Schrötter zum Beispiel war zuletzt unter anderem an der Kartbahn in Ampfing zu erleben. Dabei fuhr er einige Runden auf vier Rädern. Aber auch auf zwei trainierte er: Mit einem Minibike legte er sich auf der gleichen Strecke in die Kurven. Ex-MotoGP-Pilot Jonas Folger hatte zu einem Event eingeladen, bei dem die Fahrer auf kleineren Motorrädern antraten. Folger, der heuer in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) antritt, lud Schrötter zudem nach Oschersleben ein. Dort konnte er mit einem Motorrad von Folgers IDM-Team trainieren. „Ich versuche einfach alles Mögliche zu testen“, sagt Schrötter. Das Verhalten auf dem Bike könne auch mit anderen Maschinen verbessert werden, zudem würden dabei Muskelgruppen trainiert, die ohne die Fliehkräfte kaum beansprucht werden.

Dass die Feinabstimmung mit der eigenen Maschine nach der langen Zeit ohne Testfahrt fehlt, macht Schrötter nicht nervös. „Man verlernt das Fahren nicht gleich, auch wenn die Pause jetzt größer war als beispielsweise die Winterpause“, sagt Schrötter. „Das geht ja ohnehin allen so. Und noch ist genug Zeit. Ich fühle mich gut, fit und bin vorbereitet.“

Das letzte Rennen haben die Moto2-Piloten am 8. März in Doha bestritten. Es war der Auftakt zur WM. Schrötter fuhr mit seiner „Kalex“ als Siebter über die Ziellinie. In Jerez und den weiteren Rennen will er das toppen.

Keine Zuschauer, dafür Fiebermessen und Corona-Test

Das Drumherum wird dann anders sein, als es noch vor drei Monaten war. Zuschauer müssen wie in den Fußballstadien draußen bleiben. Und die Sportler werden gesundheitlich ständig überwacht. Regelmäßig stehen Coronatests und Fiebermessen an. In den Fahrerlagern darf jeder nur so lange wie nötig bleiben.

Auch der Kalender hat sich wegen der Zwangspause und der Reisebeschränkungen verändert. Mehrmals finden Grand-Prixs an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden am gleichen Ort statt – zum Beispiel in Jerez. Schrötter findet das „nicht schlecht, das ist weniger Stress und wir schaffen mehr Rennen“. Dass ausgerechnet das deutsche Event am Sachsenring (dort wurde er im vergangenen Jahr Dritter) komplett gestrichen wurde, nimmt der Pflugdorfer leicht. „Wir fahren ja ohne Zuschauer, da ist es nicht so schlimm. Der Sachsenring lebt von den Fans“, sagt Schrötter. „Hauptsache, wir fahren nächstes Jahr wieder da.“

Der neue Rennkalender

sieht 13 ausstehende Rennen in Europa vor. Weitere Wettkämpfe in den USA, Argentinien, Thailand und Malaysia könnten dazu kommen. Diese Termine stehen fest: 8. März: Doha/Katar (bereits absolviert), 19. Juli: Jerez (Grand Prix von Spanien), 26. Juli: Jerez (GP von Andalusien), 9. August: Brünn (GP von Tschechien), 16. August: Spielberg (GP von Österreich), 23. August: Spielberg (GP der Steiermark), 13. September: Misano (GP San Marino e Della Riviera di Rimini), 20. September: Misano (GP Emilia Romagna e Della Riviera di Rimini), 27. September: Barcelona-Catalunya (GP Catalunya), 11. Oktober: Le Mans (GP von Frankreich), 18. Oktober: Aragón (GP von Aragonien), 25. Oktober: Aragón (GP von Teruel), 8. November: Valencia (GP von Europa), 15. November: Valencia (GP Comunitat Valenciana).

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