Ein strahlender Weltmeister auf dem Siegerpodest: Stefan Wiesner von der Sportfördergruppe Fallschirmspringen.

Wie schon sein Vater

Wiesner ist Weltmeister

Altenstadt - Die Weltmeisterschaften der Fallschirmspringer im bosnischen Banja Luka waren eine Erfolgsgeschichte für die deutschen Springer – allen voran Stefan Wiesner von der Sportfördergruppe Altenstadt, der die Goldmedaille in der Senioren-Einzelwertung gewann.

Mit insgesamt 314 Teilnehmern aus 35 Ländern

Mit insgesamt 314 Teilnehmern aus 35 Ländern lag die Anzahl der Nationen und Wettkämpfer nur leicht unter den Zahlen der WM 2012 in Dubai. Deutschland entsandte insgesamt 15 Wettkämpfer, darunter fünf aktive und zwei ehemalige Mitglieder der Sportfördergruppe Fallschirmspringen. Dabei mussten die Klassiker auf einen ihrer Besten verzichten, denn Elischa Weber erkrankte kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft und wurde kurzfristig durch Robert Hönig ersetzt.

Aber mit dem Seriensieger im Stil, Marco Pflüger, und dem amtierenden Europameister Stefan Wiesner wollten die Deutschen ganz vorn mitmischen. Zuerst starteten die Kappenformationsspringer, gefolgt von den Zielspringern. Lediglich das Stilspringen wurde den ganzen Tag betrieben, da sich die Landefläche außerhalb des Sprungplatzes befand.

Marco Pflüger baute im Stilspringen nach drei Runden seinen Vorsprung auf fast sieben Zehntel aus, und auch Stefan Wiesner hielt sich noch in Schlagdistanz zu Bronze in aussichtsreicher Position auf Rang sechs auf.

Der dritte Tag begann mit strahlendem Sonnenschein und versprach, medaillenträchtig zu werden. Wie bereits am Vortag praktiziert, wechselten die Veranstalter die Landeflächen für die Kappenrelativer je nach Bedarf der Klassiker. Für die ging es gleich mit Stil los. Nach Runde vier lag Pflüger zwei Zehntel hinter Libor Jaruslek aus Tschechien auf Rang zwei, und Wiesner platzierte sich mit knapp acht Zehntel Rückstand hinter Bronze auf Rang fünf.

Die entscheidende fünfte und letzte Runde verhieß, spannend zu werden. Wiesner zeigte einen tollen Sprung, aber es reichte nicht zur Bronze-Medaille, sondern nur noch zum vierten Platz.

Pflüger zeigte ebenfalls einen sicheren Sprung, konnte aber nicht mehr am furios springenden Tschechen vorbeiziehen und sicherte sich somit die Silbermedaille in dieser Disziplin. Seit 1990 ist das seine zehnte Medaille (davon fünfmal Gold) in seiner Spezialdisziplin.

Gewitter, starker Regen und viel Wind zwangen den Veranstalter am vierten Tag zu einer Unterbrechung. Auch am fünften Wettkampftag ließ das Wetter zunächst keine Sprünge zu. Nur ganz langsam klarte gegen Mittag der Himmel auf. In allen Disziplinen der Kappenformationen wurden genug Runden für eine Wertung absolviert, lediglich bei den Klassikern fehlten den Männern eine und den Frauen sogar zwei Runden im Zielspringen. Die Wettkämpfe der Kappenformationer und der Junioren wurden bereits für beendet erklärt.

Endlich, gegen 14.30 Uhr, konnte das Zielspringen begonnen werden. Mit der gewohnt akribischen Vorbereitung gingen die deutschen Männer und vor allem Stefan Wiesner an den bosnischen Himmel. Einmal mehr zeigten sie eine stabile Leistung, die am Ende mit Rang sieben im Mannschaftszielspringen belohnt wurde. Wiesner erzielte eine Eins und war damit bester Springer seiner Mannschaft. In der Endabrechnung landete er auf Rang neun. Würde das zu einer Medaille in der Einzelkombination reichen?

Nachdem alle anderen Athleten gelandet waren und damit eine Wertung möglich war, entschloss sich der Veranstalter, auf Grund der fehlenden Zeit lediglich die erforderlichen Stechsprünge durchzuführen.

Bei den Männern kämpften vier Springer mit zwei Zentimetern Abweichung um die Goldmedaille, die sich nach einem weiteren Stechsprung ein Springer aus Weißrussland vor seinem Landsmann und einem Chinesen sicherte. Das Mannschaftszielspringen gewann Russland vor China und Weißrussland.

Die Rechnerei für die Einzelwertung begann, und nach viermaliger Überprüfung stand fest, Gold geht an Stefan Wiesner und die weiteren Medaillen an Russland und Frankreich.

Die Freude war riesengroß, bei seiner insgesamt sechsten WM-Teilnahme bei den Senioren konnte er sich seine erste Einzelmedaille sichern und dazu noch die goldene. Fast auf den Tag genau war er in der Disziplin Weltmeister geworden, in der 32 Jahre zuvor sein Vater diesen Titel gewann. Beide Männer konnten ihre Freudentränen bei einem Telefonat nicht zurückhalten.

Auch die anderen deutschen Klassiker konnten mit ihren Leistungen zufrieden sein. Besonders die Neulinge Robert Hönig und Roland Stamm meisterten ihre Aufgaben mit Bravour und werden sicher weiterhin für positive Schlagzeilen sorgen.

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