Ihr bestes Weltcup-Ergebnis egalisierte Andrea Filser im finnischen Levi.
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Ihr bestes Weltcup-Ergebnis egalisierte Andrea Filser im finnischen Levi.

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Filser zurück unter den Besten der Welt - Weltcuppunkte als Lohn für harte Arbeit – Heute nächstes Rennen

Mit ihrem besten Ergebnis seit acht Jahren hat sich Andrea Filser im Weltcup zurückgemeldet. Heute wartet schon der nächste Bewerb.

Levi/Wildsteig – Sie hat nie aufgegeben und immer an sich geglaubt. Dennoch war die Freude bei Andrea Filser am vergangenen Samstag beim Weltcup-Slalom im finnischen Levi groß. Als 17. hatte sie sich für den zweiten Durchgang qualifiziert und letztlich als 23. ihr bestes Weltcupresultat egalisiert.

„Ich wusste, dass ich schnell bin, und dennoch ist mir ein Stein vom Herzen gefallen“, berichtet die Wildsteigerin von ihrem Zieleinlauf im ersten Durchgang. Im Training und in einem Durchgang der FIS-Rennen an der Diavolezza (Schweiz) vor zwei Wochen hatte Filser bereits aufhorchen lassen. Der Glaube an die eigene Stärke war immer da. „Es ist einfach was anderes, wenn man es tatsächlich im Ergebnis sieht“, gesteht sie glücklich. „Da weiß man wirklich, wofür man die vergangenen Jahre gekämpft hat.“

Die Mühe hat sich gelohnt

Filser stand 2013 schon einmal in einem zweiten Durchgang im Slalomweltcup, damals mit knapp 20 Jahren, in Ofterschwang (Allgäu). Es folgten harte Jahre mit Verletzungen und einem langen, teilweise einsamen Weg zurück. Die jetzige Bestätigung, dass es Schweiß und Einsatz wert waren, tut der mittlerweile 27-Jährigen gut. „Aber nicht nur mir, auch all jenen Leuten, die immer an meiner Seite waren.“

Diese Leute waren neben einigen treuen Trainern und Beratern vor allem ihre Familienangehörigen. Darum ist es fast schade, dass Corona-bedingt genau sie nur digital oder vor dem Fernseher dabei sein konnten. „Momentan ist das Team die Familie, nur teamintern bewegen wir uns sicher und relativ frei“, erklärt Filser.

Zur An- und Abreise nach Finnland wurde vom Internationalen Skiverband ein Charterflug gebucht, in Levi bewegte sich jeder nur in der „Bubble“, dazu wird dauernd getestet. „Aber es ist müßig, sich darüber aufzuregen“, sagt die Wildsteigerin. „Es ist für alle gleich und daher kein Thema mehr.“

Nächster Auftritt im Parallelwettbewerb

Wenn nach der Landung das Handy aber mehrere Stunden nicht geht, wird sie doch nervös. „Momentan sind viele Angaben vor den anstehenden Weltcups online hochzuladen. Starten darf man nur mit fristgerecht abgegebenem FIS-Passport, der Aufenthaltsorte, einen aktuellen Corona-Test und einen ausgefüllten Fragebogen beinhaltet.“

Von Levi ging es zurück nach Sölden für zwei weitere Trainingstage, heute (Qualifikation 10 Uhr/ Wettbewerb 17.45 Uhr) steht der Start beim Parallelrennen in Lech an. Auch dort möchte Filser alles geben. „Das Feld ist unheimlich eng zusammengerückt, ohne Risiko und Vollgas geht gar nichts mehr.“ Das habe sich auch in Levi bestätigt. Im zweiten Durchgang am Samstag unterlief Filser ein kleiner Fehler im Steilhang. Schon rutschte sie von Rang 17 auf Rang 23 zurück. Am Sonntag patzte sie minimal im Flachen. Wenn dann die Top 30 in nur 1,8 Sekunden beisammen liegen, „bist du chancenlos“. Dennoch kann sie mit Rang 37 leben. Denn eines hat Levi gezeigt: Filser ist dran an ihrem Saisonziel, sich im Weltcup zu etablieren und nebenbei dafür zu sorgen, dass die Kollegen der ARD, die seit Samstagvormittag ihren Namen kennen, diesen so schnell nicht vergessen.

VON KATHRIN EBENHOCH

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