Gleich beginnt die große Hatz: Stefan Fichtl (links) und Peter Vogt (beide Team „Schönegger Käse Alm“) kurz vor ihrem Start zum Halbmarathon in Kempten. Das Duo lief in den Tagen danach auch den Viertelmarathon und die 5 Kilometer.
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Gleich beginnt die große Hatz: Stefan Fichtl (links) und Peter Vogt (beide Team „Schönegger Käse Alm“) kurz vor ihrem Start zum Halbmarathon in Kempten. Das Duo lief in den Tagen danach auch den Viertelmarathon und die 5 Kilometer.

Leichtathletik

Stefan Fichtl und Peter Vogt: Fleißig im Training, schnell im Rennen

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Läufer haben es in Coronazeiten leichter als Mannschaftssportler: Sie können ihrer Leidenschaft weiter nachgehen. Und die Landkreissportler machen das mit viel Engagement, wie ein Wettkampf in Kempten bewies.

Kempten – Laufen „geht zum Glück auch in Coronazeiten“, sagt Peter Vogt. Im Freien ist das sogar in Gesellschaft erlaubt. Von dieser Möglichkeit hat der Rottenbucher in den vergangenen Wochen und Monaten viel Gebrauch gemacht. Er und Stefan Fichtl, sein Hohenfurcher Kollege im Team „Schönegger Käse Alm“, haben zusammen zahlreiche Trainingsläufe absolviert – und haben sich dabei nicht nur gegenseitig motiviert, sondern auch richtiggehend angestachelt. Das brachte Erfolg: Bei den „Seitz Laufsportwochen“ in Kempten glänzten Vogt und Fichtl auf allen drei dort angebotenen Distanzen (Halbmarathon/10,5 Kilometer/5 Kilometer) mit Top-Zeiten und vorderen Plätzen.

Peter Vogt schaffte im Halbmarathon mit 1:19:43 Stunden eine persönliche Bestzeit. Seine bis dato gültige, rund fünf Jahre alte Bestmarke unterbot er um rund zweieinhalb Minuten. „Ich habe einen guten Tag gehabt“, berichtet der 36-Jährige. Auf dem Halbmarathon „lag mein Fokus“. Vogt, der in Herbst und Winter im Schnitt 60 Trainingskilometer pro Woche abgespult hatte, war mit dem klaren Ziel nach Kempten gereist, unter 1:20 Stunden zu bleiben. Und das Tempo gestaltete er entsprechend – mit einer Zeit von 3:45 Minuten pro Kilometer. Der Wettkampf verlief für ihn ohne größere Schwankungen, „ich bin mein Tempo konstant durchgelaufen“. Der Rundkurs, mit Start und Ziel im Iller-Stadion und an der Iller entlang ist allerdings nicht super-schnell. Hin zur Wendemarke bei Kilometer 5,28 wird das Terrain leicht wellig, die Strecke führt in diesem Bereich über einen Feldweg. Doch Vogt war nicht zu bremsen: „Es lief schon gut“, sagt er zufrieden. Mit seiner Zeit belegte er in der Gesamtwertung den 14. Platz, in seiner Altersklasse wurde er Vierter.

Teilnehmer konnten zwei Wochen lang die Strecke laufen

Die „Seitz Laufsportwochen“ waren auf allen Distanzen sehr stark besetzt. Lauffreunde aus nah und fern waren offensichtlich heiß, mal wieder einen Wettkampf absolvieren zu können. Die 2200 Startplätze waren ausgebucht. Zwei Wochen lang bestand die Möglichkeit, eine oder mehrere Strecken zu laufen. „Es war gut organisiert“, so Vogt. Der Rottenbucher lieferte sechs Tage nach seinem Halbmarathon-Auftritt über die 5 Kilometer (17:01 Minuten) und zehn Tage später über die 10,5 Kilometer (38:54) weitere sehr starke Leistungen ab. Über die kurze Distanz gewann er sogar seine Altersklasse, beim Viertelmarathon wurde er Dritter. Beim letzten Einsatz spürte Vogt dann schon die Anstrengungen der Rennen davor: „Da war ich nicht mehr so frisch.“ Zu einem Top-15-Rang in der Gesamtwertung reichte es über die 10,5 Kilometer dennoch.

Gut in Form präsentierte sich auch Stefan Fichtl (Jahrgang 1984). Der Hohenfurcher absolvierte den Halbmarathon in 1:25:22 Stunden. In der Gesamtwertung landete er damit unter 293 männlichen Finishern auf dem 37. Platz. In der M35-Klasse wurde Fichtl Siebter. Auf der 5-Kilometer-Distanz unterbot der 36-Jährige seine bisherige Bestmarke deutlich und lief nach 17:45 Minuten über die Ziellinie. Damit war er Drittbester seiner Altersklasse. Die 10,5 Kilometer spulte Fichtl auch sehr flott, in 39:02 Minuten, ab. In der Gesamtwertung bedeutete das den 16. Rang, in der M35-Klasse den vierten Platz.

Schnell über 5 Kilometer: Heidi Höfler und ihr Vater Ludwig Höfler von Concordia Burggen.

Neben Vogt und Fichtl überzeugten noch weitere Athleten aus dem Landkreis. Im Viertelmarathon schaffte die aus Böbing stammende Maria Elisa Legelli mit 42:43 Minuten die insgesamt siebtschnellste Zeit. Im Schnitt war sie mit 14,8 km/h unterwegs. In der W30-Klasse wurde Legelli hinter Olympia-Teilnehmerin Corinna Harrer (39:27) Zweite. Weit vorn landeten auch die Schönberger Markus Niggl (Schönegger Käse Alm) und Heinz Schilcher (DAV Peiting). Niggl (39:25) wurde in der M35 Sechster, Schilcher (43:22) in der M50 Vierter. Stefan Legelli aus Böbing überquerte nach 45:59 Minuten die Ziellinie – in der Männer-Hauptklasse belegte er den 26. Rang unter 76 Klassierten.

Zwei Podestplätze auf der 5-Kilometer-Distanz

Auf der 5-Kilometer-Distanz gab es zwei Podestplätze für die Landkreis-Athleten – beide in der Klasse der Über-69-Jährigen: Ludwig Höfler (Concordia Burggen) gewann mit 25:55 Minuten. In der Gesamtwertung ließ er 192 zum Teil deutlich jüngere Männer hinter sich. Der 74-jährige Schongauer, der auch im Skilanglauf sehr aktiv ist, war mit seiner Leistung zufrieden. „Besser als Erster kann man nicht sein“, sagte er. Im Schnitt lief Höfler jeden Kilometer in 5:11 Minuten. Der Concordia-Athlet lobte die Organisatoren: „Es war – für die schwierige Corona-Zeit – eine super Veranstaltung.“ Er wünscht sich, dass mehr Lauf-Events so aufgezogen seien. Für Herbert Hopp (71) vom TSV Weilheim bedeuteten 30:46 Minuten Rang drei.

Beachtlich waren zudem die Leistungen von Heidi Höfler (Concordia Burggen/W45) als Klassen-Siebte (23:06) über die 5 Kilometer und von Markus Großkopf, Kegler bei Frischauf Weilheim, mit 1:45:36 Stunden im Halbmarathon. Heidi Höfler lief in etwa die Zeit, die sie auch beim Silvesterlauf 2020 in Kempten erreicht hatte. Nicole Resch (58:00) aus Wielenbach blieb im Viertelmarathon deutlich unter 60 Minuten.

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