Die Turner sind in ihre Saison gestartet (Symbolbild).
+
Die Turner sind in ihre Saison gestartet (Symbolbild).

TURNEN

Förster jubelt zum Bundesliga-Start - Weilheimer gewinnt – Peitinger Duo verliert hauchdünn

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
    schließen

Die Landkreis-Turner in der 2. Bundesliga sind am vergangenen Wochenende in die Saison gestartet. Die Ergebnisse waren dabei ganz unterschiedlich.

Landkreis – Die Turner aus dem Landkreis, die in der 2. Bundesliga Süd antreten, sind in die Saison gestartet. Wie in den meisten anderen Sportarten auch, sorgt Corona für spezielle Bedingungen. So gibt es heuer nur eine verkürzte Saison, dafür wurde die Liga in zwei Staffeln (Nord/Süd) unterteilt. Am ersten Wettkampftag zeigten die Landkreisturner in ihren Teams starke Leistungen, aber nur einer gewann.

Exquisa Oberbayern

Manuel Förster klatschte einmal in die Hände und ballte die rechte Faust. Der Weilheimer (24) hatte die undankbare Aufgabe gehabt, als erster Turner überhaupt in den Heim-Wettkampf gegen die TG Hanauerland zu starten. Förster meisterte die Herausforderung. Lediglich auf der ersten Akrobatik-Bahn hatte er Probleme gehabt, nach dem Doppelsalto musste er mit einem Ausfallschritt korrigieren. Ansonsten turnte er sehr sauber, bei den abschließenden Salti mit Schrauben landete er sicher „in den Stand“. Die Übung seines Gegners, Matthias Reiß, hatte zwar einen höheren Schwierigkeitswert, doch der TG-Turner kam nicht so gut durch die Übung. So holte Förster zwei Score-Punkte für sein Team – und gab damit die Richtung vor. Am Ende der 24 Duelle hatte „Exquisa Oberbayern“ mit 76:13 Punkten gewonnen. An allen Geräten waren die Gastgeber besser, die Resultate fielen zumeist deutlich aus. Lediglich am Barren war es knapp, da hatte „Exquisa“ mit 4:3 die Nase vorn.

Förster kam auch noch am Reck zum Einsatz. Dort zeigte er die zweitschwierigste Übung des Tages – und turnte einmal mehr sehr sauber. Der Markelov (ein Flugelement mit Drehung) gelang ihm ebenso wie Staldergrätsche, Adler und Endo. Den Salto zum Abgang stand er ohne einen Wackler. Das Duell mit TG-Turner David Speck gewann der Weilheimer mit 3:0.

Zuschauer waren in der Sporthalle am Utzweg in Unterhaching, der Heimstatt der „Exquisa“-Truppe, nicht erlaubt. Das hat auch mit der Corona-Lage in und um München zu tun. Für die Fans organisierte der Verein aber auf der Plattform Twitch.tv einen Livestream, der von zwei fachkundigen Moderatoren begleitet wurde. Am zweiten Wettkampftag (Samstag, 24. Oktober) erwartet „Exquisa“ den KTV Ries zum Duell. Das Team aus Nördlingen hatte zum Start die TG Allgäu mit 55:24 besiegt.

TSV Buttenwiesen

Es war schon ärgerlich für die Peitinger Fabian Ullrich (28) und Moritz Kraus (22): Mit ihrem Verein, dem TSV Buttenwiesen, hatten sie im Heimkampf gegen den favorisierten Erstliga-Absteiger TSV Pfuhl absolut mitgehalten. An vier Geräten holten die Buttenwiesener den Sieg – und dennoch hatten die Gäste insgesamt mit 40:36 die Nase vorn. Das klare Ergebnis am Pauschenpferd (10:3) gab den Ausschlag zugunsten der Pfuhler. Anders als in Unterhaching waren in Buttenwiesen zumindest ein kleines Kontingent an Zuschauern zugelassen

Fabian Ullrich, der seit heuer zusammen mit Florian Raab die Position des Mannschaftskapitäns innehat, kam an drei Geräten zum Einsatz. Dabei bekam er es jeweils mit Timo Rister (2019 mit dem Team Bayern Sieger beim Deutschland-Pokal) zu tun. Am Boden (0:4) und am Reck (0:2) ging Ullrich, dessen älterer Bruder vor der Saison seine Karriere beendet hatte, jeweils leer aus. Am Sprung trug er schwierigere Elemente vor und führte sie so gut aus, dass ein 3:0 herauskam.

Moritz Kraus ging für Buttenwiesen gleich fünfmal ans Gerät. Zweimal, am Boden und am Reck, hatte er den Österreicher Alexander Benda zum Gegner. In beiden Duellen war der WM-Teilnehmer und Staatsmeister aus dem Nachbarland besser – Kraus verlor jeweils mit 0:4. Am Pferd (0:3), an den Ringen (0:4) und am Sprung (0:4) waren die Gegner ebenfalls besser. Dennoch: Die Buttenwiesener attestierten Kraus besonders gute Leistungen.

In der Staffel A bekommen es die Buttenwiesener am kommenden Sonntag, 25. Oktober, mit dem VfL Kirchheim zu tun. Das Team ist Aufsteiger aus der 3. Liga.

Das Score-System beim Turnen

Die Liga-Wettkämpfe in den Männer-Bundesligen werden im Score-System ausgetragen. Pro Gerät starten von jedem Team (maximal 10 Athleten) vier Turner. Ein Turner der einen Mannschaft legt eine Übung vor. Der Endwert bleibt geheim. Nun kann der Trainer der gegnerischen Mannschaft entscheiden, wen er dagegensetzt. Nachdem der gegnerische Turner seine Übung beendet hat, wird auch dessen Endwert ermittelt. Die Differenz zwischen den Werten wird in Punkte umgerechnet. Unterschied von 0,15 bis 0,25 = 1 Scorepunkt; 0,30 bis 0,50 = 2 Scorepunkte; 0,55 bis 1,00 = 3 Scorepunkte und so weiter. Ab einer Differenz von 6,5 gibt es 10 Scorepunkte. Liegt die Differenz von 0 bis 0,10, endet das Duell 0:0. Die Reihenfolge, wer an welchem der sechs Geräte vorlegt, ist geregelt. Wer als Erster am Startgerät „Boden“ vorlegt, wird gelost. Das Team mit den meisten Scorepunkten gewinnt den Wettkampf.

Auch interessant

Kommentare