Die Urkunde als „Eliteschülerin des Jahres“ bekam Franca Henseleit (2.v.re.) von Thomas Burger (re.), Vizepräsident Leistungssport des Bayerischen Triathlon-Verbands, überreicht. Stolz auf die Leistungen ihrer Tochter sind Margit Mayr-Henseleit und Jus Henseleit.
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Die Urkunde als „Eliteschülerin des Jahres“ bekam Franca Henseleit (2.v.re.) von Thomas Burger (re.), Vizepräsident Leistungssport des Bayerischen Triathlon-Verbands, überreicht. Stolz auf die Leistungen ihrer Tochter sind Margit Mayr-Henseleit und Jus Henseleit.

Triathlon

Franca Henseleit bekommt an ihrer Schule besondere Auszeichnung

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Bevor die Corona-Pandemie den Triathlon-Sport gestoppt hat, gab es für Franca Henseleit noch eine besondere Auszeichnung. Damit rückt sie in einen erlesenen Kreis. 

Steingaden/Nürnberg – Der Alltag sieht für Franca Henseleit derzeit aus wie für viele andere auch. Sie ist zu Hause bei ihren Eltern in Steingaden und wird von ihren Lehrern online mit Lernstoff versorgt. „Ehrlich gesagt werden wir ganz schön mit Arbeitsaufträgen zugehäuft“, erzählt die 17-Jährige. Training findet für die Triathletin momentan nur eingeschränkt statt. Alleine geht sie draußen trainieren, meist fährt sie Fahrrad. „So wichtig mir der Sport auch ist, es gibt derzeit bedeutendere Themen“, sagt sie. Bevor die Corona-Pandemie auch den Triathlon-Sport zur Pause gezwungen hat, wurde Henseleit aber noch eine besondere Ehre zuteil. An ihrer Schule, der Bertold-Brecht-Schule in Nürnberg, wurde sie als „Eliteschülerin des Jahres 2019“ ausgezeichnet.

„Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes, ich habe mich sehr gefreut“, sagt Henseleit. Die Auszeichnung fand im Rahmen des Jahresempfangs an der Eliteschule in Nürnberg statt. „Es war ein schöner Abend“, sagt die Schülerin. Sportlich überzeugte Henseleit 2019 mehrfach. Sie gewann den Deutschen Meistertitel ihrer Altersklasse. Bei der Jugend-Europameisterschaft in Weert (Niederlande) wurde sie Achte im Einzel und gewann gemeinsam mit ihrem Bruder, Simon, Gold in der Mixed-Staffel. Bei ihrer ersten Teilnahme an einer Junioren-WM belegte sie in Lausanne (Schweiz) trotz Verletzung einen hervorragenden 17. Platz.

Franca Henseleit nicht nur im Sport vorbildlich

Aber auch abseits sportlicher Ergebnisse verdiente ihr Verhalten Anerkennung. Der Sportkoordinator der Schule, Uwe Köberlein, bezeichnet Henseleit laut einer Mitteilung als ehrgeizige und selbstorganisierte Schülerin, die die Doppelbelastung aus Hochleistungssport und Schule in vorbildlicher Weise meistere. Am Bundesstützpunkt in Nürnberg wird die 17-Jährige von Roland Knoll, der als einer der besten seines Fachs in Deutschland gilt, trainiert. Knoll lobt laut der Mitteilung die Konsequenz, mit der Henseleit ihre Ziele verfolge. Zudem strebe sie immer nach Verbesserungen und Weiterentwicklung, so Knoll.

Seit vier Jahren besucht Franca Henseleit nun schon die Bertold-Brecht-Schule und wohnt dort im Internat. Bessere Trainingsmöglichkeiten sowie die Trainingsgruppe am Bundesstützpunkt waren damals die Hauptgründe für ihren Umzug. Außerdem hat sie an der Eliteschule des Sports die Möglichkeit, die Oberstufe in drei statt in zwei Jahren zu absolvieren. Somit bleibt neben den zunehmenden Lernumfängen trotzdem Zeit für den steigenden Trainingsaufwand.

Insgesamt gibt es in Deutschland 43 Eliteschulen des Sports

„Ich war früh selbstständig“, berichtet Henseleit. „Als ich vom Dorf in die Stadt gezogen bin, musste ich mich erst einmal zurechtfinden, aber das hat mir persönlich viel gebracht.“ Denn den Alltag müssen die Eliteschüler größtenteils selbst organisieren. Auch ums Mittagessen sowie die Fahrten zum Training und wieder zurück kümmern sich die Schüler selbst. Anfangs war die Steingadenerin froh, dass ihr Bruder auch das Internat besuchte. Mittlerweile tue sie sich aber leicht und habe Spaß daran, sagt Henseleit über die organisatorischen Aufgaben.

Insgesamt gibt es in Deutschland 43 Eliteschulen des Sports. Ein Großteil der Olympioniken Deutschlands besuchte eine solche Schule. Jede der 43 Schulen kürt seinen „Eliteschüler des Jahres“. Daraus wird dann deutschlandweit ein „Eliteschüler des Sports“ bestimmt. Nun ist also auch Franca Henseleit für diese weitere Auszeichnung zugelassen. Mit beispielsweise Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause (2011), Skispringer Andreas Wellinger (2014) und Turnerin Tabea Alt (2017) sind in der Liste der bisherigen Titelträger berühmte Namen zu finden.

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