Skirennläuferin Andrea Filser beim Wltcup-Rennen in Lech-Zürs
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Der Riesenslalom als „Nebenjob“: Andrea Filser (hier beim Rennen in Lech-Zürs) möchte heute gut abschneiden, der Fokus liegt aber eher auf dem Slalom am Mittwoch.

SKI ALPIN

Andrea Filser hat Freude an stressigen Weihnachtstagen

Nur kurz konnte Andrea Filser an Weihnachten zur Ruhe kommen. Heute und morgen ist die Wildsteigerin schon wieder im Weltcup gefordert. Ihr ist das gerade recht.

Semmering – Die Weihnachtsruhe war für Andrea Filser (SV Wildsteig) heuer sehr kurz. Am 22. Dezember gewann sie noch den FIS-Slalom am Oberjoch, heute (ab 10.30 Uhr) steht sie schon wieder beim Weltcup-Riesenslalom am Semmering am Start. Zeit zur Erholung daheim blieb Filser eigentlich nur in den 48 Stunden zwischen dem Mittagessen am 24. Dezember und jenem am 26. Dezember. Ansonsten bestimmt der Skisport ihre Tage zwischen den Jahren. „Aber eigentlich ist das ein gutes Zeichen, wenn ich rund um Weihnachten viel unterwegs bin“, sagt Filser fröhlich. Denn dann ist sie im Weltcup im Einsatz und kann sich dort etablieren. Und das ist das große Ziel der 27-Jährigen.

Am Semmering lautet die Vorgabe für den morgigen Slalom ganz klar in den zweiten Durchgang kommen und sich dort ordentlich präsentieren. Im heutigen Riesenslalom möchte Filser ebenfalls die Qualifikation für den zweiten Lauf schaffen. Auch wenn diese Hürde für sie ein wenig höher liegt als im Slalom. „Der Slalom war schon immer meine erste Disziplin, aber ich mag es, eine zweite Disziplin zu haben, und der Wechsel tut mir gut.“ In den beiden Riesentorläufen von Courchevel (Frankreich) Mitte Dezember hatte es zweimal nicht zur Qualifikation fürs Finale der besten 30 Fahrerinnen gereicht. Allerdings war Filser als 41. und 37. deutlich näher an den Top-30 als noch als 54. in Sölden (Tirol) Mitte Oktober. „Wir haben die Rennen in Ruhe analysiert, wissen, dass ich näher dran bin, aber noch ein bisschen was fehlt. Daran haben wir zuletzt gearbeitet“, erklärt Filser ihren Fokus der vergangenen zwei Wochen.

Andrea Filser will weiter in Ruhe und mit Beharrlichkeit arbeiten

Wie viel sie von den gut fünf Zehntelsekunden, die ihr in Frankreich zum Finaleinzug fehlten, dadurch bereits aufgeholt hat, wird das heutige Rennen zeigen. Aber egal, was ihr am Semmering gelingt, entmutigen wird sich Filser so schnell nicht lassen. „Ich weiß, dass ich einfach immer in Ruhe weiterarbeiten muss, und dann kommt es schon irgendwann.“ Schließlich haben sie Geduld und Beharrlichkeit in den vergangenen Jahren schon genau dorthin gebracht, wo sie heute steht: zur fixen Weltcup-Starterin mit wenig Freizeit zwischen den Jahren.

Zeit wird sie auch nach dem Semmering nicht viel haben. „Für ein kurzes Silvesteressen daheim reicht es, und am 1. Januar geht es dann nach Zagreb zum nächsten Weltcupslalom.“ Andrea Filser machen diese Entbehrungen nichts aus. Überhaupt heuer, wo die Feiertage nur in der engsten Familie stattfinden, sei es gar kein Problem. „Ich bin froh, dass wir zu den Rennen reisen und sie bestreiten können. Diese Freiheit und unsere Gesundheit sind aktuell das höchste Gut.“ Ein Gut, das, wie Filser weiß, nicht selbstverständlich ist und sie daher umso mehr schätzt und genießt. Kathrin Ebenhoch

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