Auch Strandläufe gehören zum Programm.
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Auch Strandläufe gehören zum Programm.
Auf den schneebedeckten Pisten in Ushuaia (Argentinien) bereitete sich Fritz Dopfer (li.) gemeinsam mit seinen Kollegen (u.a. Stefan Luitz re.) auf die Saison vor.
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Auf den schneebedeckten Pisten in Ushuaia (Argentinien) bereitete sich Fritz Dopfer (li.) gemeinsam mit seinen Kollegen (u.a. Stefan Luitz re.) auf die Saison vor.

Ski Alpin

„Es steckt noch mehr in mir“ - Fritz Dopfer vor dem Saisonstart

In zwei Wochen startet der alpine Skiweltcup in eine neue Saison. Ohne Felix Neureuther und Marcel Hirscher, die ihre Karrieren beendet haben. An „Time to Say Goodbye“ denkt einer dabei nicht – der Schongauer Fritz Dopfer. Nach der verkorksten vergangenen Saison will es der Technik-Spezialist noch einmal wissen.

Schongau/ Sölden – Neun Podestplätze, fünfter Platz im Gesamtweltcup 2014/2015, dazu die Silbermedaille im Slalom von Beaver Creek: Fritz Dopfer ist ohne Zweifel einer der erfolgreichsten deutschen Skifahrer der jüngeren Weltcup-Vergangenheit. Dem gegenüber steht die bittere Realität des vergangenen Winters: 16 Starts, davon zwölf Ausfälle, nur 26 Weltcuppunkte und Platz 113 in der Gesamtwertung: eine Saison zum Vergessen.

Das weiß auch Fritz Dopfer. Gerade deshalb lässt der 32-jährige Skiläufer kurz vor dem Saisonauftakt in Sölden seinen Blick nicht mehr in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft schweifen. „Es steckt noch mehr in mir.“ Mehr, als ihm so manch einer nach der misslungenen Saison 2018/19 noch zugetraut hatte. Vom „Skischuhe an den Nagel hängen“ war da die Rede. Zu weit sei Dopfer schließlich schon von der Weltcupspitze entfernt.

Dopfer und seine Kollegen bereiteten sich in Argentinien vor

Tatsächlich, so verrät der Skiläufer, seien Gedanken an ein vorzeitiges Karriereende im Frühjahr dieses Jahres „ein präsentes Thema“ gewesen. Dopfer habe sich damals „in alle Richtungen Gedanken gemacht“, sei aber dann doch zu einem schnellen Entschluss gekommen: nämlich weiterzumachen, wieder auf die Skiweltcup-Bühne zurückzukehren. Er wolle sehen, wie weit er in seiner Ski-Karriere noch kommen kann. Um das herauszufinden, brauche es aber viel Schufterei – und erst mal eine sorgenfreie Vorbereitung.

So stieg Dopfer Anfang September optimistisch in den Flieger, um mit weiteren DSV-Athleten die Reise nach Südamerika anzutreten. Das Ziel: Argentinien. Ein Land, das mehr für lange Sandstrände und Lionel Messi als für verschneite Skipisten bekannt ist. Im Weltcup-Zirkus ist Argentinien allerdings schon seit Jahren ein gutes Pflaster. Hier können die Skisportler bereits im Spätsommer die ersten Schwünge der neuen Saison ziehen. Und das unter „wirklich guten“ Bedingungen, wie Dopfer berichtet. „Wirklich dürftig“ sei dagegen viel mehr sein Spanisch. „Aber ein Sprachentalent war ich eh noch nie.“

Verzeihbar, so sind die Stärken des Schongauers doch andere. Das Skifahren zum Beispiel. Und das funktionierte während des Argentinien-Aufenthalts schon „recht ordentlich“. Dopfer spricht von einer „guten Basis“, die er sich geschaffen habe.

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Viel wurde mit dem Material herumexperimentiert, die richtige Mischung scheint nun offenbar gefunden zu sein. „Grundsätzlich war die ganze Vorbereitung sehr positiv“, resümiert Dopfer. Und eines war sie vor allem auch: beschwerde- und verletzungsfrei. „Ich bin jetzt also mal guter Dinge.“

Gute Stimmung, neues Material – es scheint wieder aufwärts zugehen. Dass der Weg zurück allerdings ein steiniger ist, bekam Dopfer auch während der diesjährigen Vorbereitung zu spüren.

Aufgrund der wenigen Weltcuppunkte wurde er vorerst „herabgestuft“. Bedeutet: Training mit dem Europacup-Team. Statt Felix Neureuther und Stefan Luitz heißen die Trainingspartner dort Anton Tremmel und Fabian Himmelsbach. Für den 32-Jährigen ist das aber kein größeres Problem. „Die Truppe ist echt lässig“, schwärmt Dopfer. Alle würden sich gegenseitig „pushen“. Das würde dann auch ihm weiterhelfen.

Dopfer sieht mediale Aufmerksamkeit nach Hirscher-Rücktritt gefährdet

Weitergeholfen – das hat vielen Weltcupfahrern wohl auch der Rücktritt von Marcel Hirscher. Endlich gehört ihnen, den „Nicht-Hirschers“, das Rampenlicht, das der Österreicher über Jahre für sich alleine beansprucht hatte. Für Dopfer bedeutet das Ende der „Ära Hirscher“ dagegen vor allem eines: eine riesige Lücke, speziell „in Sachen medialer Aufmerksamkeit“.

Sportlich werde die Spitze nun „näher zusammenrücken“, prophezeit er. Seiner Ansicht nach dürfte nun Alexis Pinturault oder auch Henrik Kristoffersen die Weltcup-Zukunft gehören – aber auch dem Teamkollegen Stefan Luitz. „Der ist wirklich stark.“

Und bei ihm selbst? Da ist vorerst Demut angesagt. Das Auftaktrennen in Sölden am Sonntag, 27. Oktober, sieht Dopfer nur als eine Art „Standortbestimmung“. An einen Podestplatz, wie im Oktober 2014, denkt er nicht. Dopfer möchte einfach „schauen, was geht“. Und wieder steile Pisten heruntercarven. Gedanken ans Karriereende? „Mein Fokus liegt auf der kommenden Rennsaison.“

von Max Edinger

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