Korbinian Heiland (links, Nummer 18) im Jugend-WM-Rennen über 30 Kilometer im klassischen Stil.
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Da war eine Medaille noch in Reichweite: Lange Zeit mischte Korbinian Heiland (links, Nummer 18) über 30 Kilometer im klassischen Stil ganz vorn mit. Am Ende feierte der Russe Alexander Ivshin (2. v. re.) den Sieg, Heiland wurde Sechster.

LANGLAUF: Jugend-WM in Vuokatti

Fulminantes WM-Finale für Korbinian Heiland

Der Start in die Jugend-WM verlief für Korbinian Heiland holprig. Doch in der Staffel und im 30-Kilometer-Rennen zeigte der Peitinger, dass er vor allem in der klassischen Technik beim Nachwuchs zur Weltspitze gehört.

Peiting/Vuokatti – Nach etwas holprigem Start haben die Junioren-Weltmeisterschaften im finnischen Vuokatti für den Peitinger Langläufer Korbinian Heiland (SC Partenkirchen) ein tolles Ende gefunden. Mit Rang fünf in der 4 x 5-Kilometer-Staffel und Platz sechs im 30 Kilometer-Massenstart zeigte der 19-Jährige deutlich, dass er vor allem in der klassischen Technik beim Nachwuchs zur Weltspitze gehört. Jetzt hofft er, dass noch ein paar weitere Rennen folgen und der erfolgreiche Abschied von den Junioren-Welttitelkämpfen nicht gleichbedeutend ist mit dem Abschied aus dieser Altersklasse.

Der Start der Wettkämpfe in Vuokatti lief für Heiland noch holprig. Im Sprint, der allerdings nicht seine favorisierte Disziplin ist, kam er über Rang 54 nicht hinaus. Zusätzlich plagten ihn die arktische Kälte und schwere Beine. „Ich hab’ mich einfach nicht ganz fit gefühlt, nicht krank, aber auch nicht gut“ berichtet der 19-Jährige. „Vielleicht war es auch nur die Nervosität.“ Am Morgen des Staffelrennens ging es ihm schon erheblich besser. „Beim Einlaufen habe ich mich gut gefühlt, damit stand dem Start nichts mehr im Weg“, sagte Heiland. Der Peitinger ging als zweiter Läufer seiner Mannschaft auf die fünf Kilometer lange Strecke und lief ein solides Rennen. Schlussendlich wurde es für das bundesdeutsche Team ein guter fünfter Rang. „Das ist okay, auch wenn wir uns ein bisschen geärgert haben, dass es mit der Medaille nicht geklappt hat. Denn eigentlich waren wir lange vorn mit dabei.“ Letztlich aber muss es bei allen vier Läufern genau passen, und das sei eben nicht so leicht, wie Heiland betont. Der Rückstand auf Bronze betrug 45 Sekunden.

Korbinian Heiland läuft solides Staffel-Rennen

Tags darauf beim abschließenden Massenstartrennen über 30 Kilometer in der klassischen Technik war jeder Läufer ausschließlich für sich selbst verantwortlich. Heiland fühlte sich wie am Tag zuvor in guter Verfassung und lief von Beginn an ein ambitioniertes Rennen. Bis zu Hälfte lag er auf Rang drei, dicht gefolgt von Teamkollege Jan-Friedrich Doerks. Der hatte schlussendlich den etwas längeren Atem und konnte sich auf den letzten Kilometern auf Rang zwei vorschieben. Heiland hingegen verlor noch ein paar Ränge und kam schließlich als Sechster ins Ziel. Der Rückstand auf den viertplatzierten Russen Viktor Zhukl betrug aber gerade einmal zwei Sekunden. „Ich bin wirklich happy, mehr wäre nicht möglich gewesen“, analysierte der 19-jährige Eliteschüler. Einer Medaille trauerte er nicht nach, vielmehr freute er sich über die Silberplakette seines Mannschaftskameraden Doerks.

Korbinian Heiland zufrieden mit dem sechsten Platz

An der Siegerehrung durfte auch Heiland teilnehmen, denn bei den Langläufern werden bei derartigen Titelkämpfe stets die besten sechs mit Preisen bedacht. „Ich hab’ einen Holzlangläufer bekommen, hergestellt in Vuokatti “, berichtete der Peitinger. Einziger Wermutstropfen: Wie in Coronazeiten üblich, mussten sich die Athleten ihre Preise selbst nehmen und wurden nicht wie gewöhnlich geehrt. „Das ist schade, aber irgendwie haben wir uns schon daran gewöhnt.“ Das teaminterne Anstoßen auf den Erfolg ließen sich Heiland und eine Mitstreiter dann aber doch nicht nehmen. „Schließlich haben wir mit den zwei Medaillen und guten Platzierungen am letzten Tag unser Teamergebnis vom vergangenen Jahr deutlich verbessert“, so Heiland.

Mittlerweile ist der 19-Jährige zurück in Oberstdorf, wo er zur Schule geht. „Wir starten wieder mit Präsenzunterricht“, berichtet er. Das sei auch ganz gut so, denn im Frühjahr steht das Abitur an – und bei persönlicher Anwesenheit mache man dann eben doch mehr als beim Online-Unterricht. Für den März hofft der Peitinger dann noch auf einige Wettkämpfe. Auf dem Programm stehen noch zwei Kontinentalcup-Rennen. „Die wären für die Zukunft schon noch wichtig, und außerdem wollen wir wirklich gerne noch Rennen laufen“, betont Heiland.

Schließlich ist im Frühjahr nicht nur seine Schulzeit, sondern auch seine Zeit bei den Junioren vorüber. Um einen Platz in einer Behördengruppe und im Kader zu ergattern, wären ein paar gute Ergebnisse sicher noch von Vorteil. Aufgrund seines sechsten Platzes über die 30 Kilometer kann er eigenem bekunden nach „ein bisschen entspannter“ in die Zukunft blicken. Zur Entspannung haben auch die vielen Trainingskilometer in Finnland beigetragen. Denn neben dem sportlichen Erfolg bleiben Heiland vor allem die Loipen von Vuokatti in Erinnerung. „Endlos viele Kilometer in den Wäldern, top präpariert und mit Flutlicht. Das Langlaufen hier ist echt ein Traum“, berichtet der Peitinger begeistert. Der erste Langlauf-Urlaub nach Corona könnte also durchaus Richtung Polarkreis führen. Text: Kathrin Ebenhoch

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