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Der Ball rollt wieder in der Fußball-Kreisklasse 4. Die sechs Teams aus der Region Schongau haben die Vorbereitung mehr oder minder gut abgeschlossen und kämpfen jetzt um Punkte für die Meisterschaft oder gegen den Abstieg.

Fußball: Kreisklasse 4

Unterschiedliche Ziele und Voraussetzungen bei den heimischen Kreisklassisten

In der Kreisklasse 4 rollt an diesem Wochenende wieder Ball. Die sechs Kreisklassisten aus dem Raum Schongau haben dabei ganz unterschiedliche Ziele und Voraussetzungen.

SC Böbing

(12. Platz/16 Punkte)
Der Meister der A-Klasse aus der Vorsaison hat einen fulminanten Start in die Kreisklassen-Spielzeit hingelegt. Allerdings konnten die Mannen von Spielertrainer Georg Schwaller diese Leistungen nicht konservieren, rutschten in der Tabelle kontinuierlich ab und finden sich zum Rückrundenauftakt auf Rang zwölf wieder.

„Wir haben ab einem gewissen Zeitpunkt zehn Prozent nachgelassen, dachten, es geht alles von alleine. Genau das müssen wir jetzt wieder ändern und uns die Punkte erkämpfen“, sagt Schwaller. „Wir sind uns unserer Lage absolut bewusst und werden uns das nötige Glück wieder erarbeiten.“

Mit der Vorbereitung ist der Trainer sehr zufrieden: „Die Jungs sind alle heiß und ziehen gut mit“, allerdings müssen die Böblinger die Ausfälle der beiden ersten Kapitäne verkraften. Fabian Kees (Auslandssemester) und Peter Bertl (Kreuzbandriss) fallen beide für die Rückrunde aus. Von einer langen Verletzung kommt hingegen Simon Kees zurück, der den Böbingern in der Hinrunde nicht zur Verfügung stand.

Zum Auftakt in die Rückrunde hat der SCB den Tabellenzehnten Scheuring zu Gast. „Das wird ein ganz wichtiges und vielleicht schon wegweisendes Spiel, wir brauchen eine gesunde und gute Mannschaftsleistung, dann wird das auch mit den Punkten klappen“, zeigt sich Trainer Georg Schwaller optimistisch.

SV Kinsau

(10. Platz/17 Punkte)

Nachdem man sich über weite Strecken der Hinrunde im Tabellenmittelfeld wiederfand, ging dem SV Kinsau in den letzten Zügen der Hinrunde etwas die Luft aus. Lediglich ein Sieg bei vier Niederlagen konnte die Mannschaft von Trainer Thomas Fischer aus den letzten fünf Partien holen findet sich zum Rückrunden-Start auf Rang zehn der Tabelle wieder.

„Wir sind dennoch im Soll, am Ende hatten wir einfach Pech mit vielen Ausfällen, die uns aber jetzt wieder alle zur Verfügung stehen“, so der Trainer. Auch auf die Langzeitverletzten Thomas Ried und Dennis Gottsmich kann der SV K vermutlich ab Ende April wieder hoffen, beide befinden sich im Aufbautraining. Zudem wird Marius Klein den Kinsauern von nun an unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Im Testspiel gegen Peiting I (3:3) präsentierte sich Fischers Mannschaft gut: „Wir haben bis zehn Minuten vor Schluss gut gespielt, dann zeigte sich die noch fehlende Kondition. An der Fitness müssen wir noch etwas arbeiten.“ Zudem würde sich Fischer von der zweiten Mannschaft etwas mehr Engagement wünschen: „Meinem Kader mit rund 15 Leuten im Training würde es schon gut tun, wenn sich von der zweiten Mannschaft mehr Spieler anbieten würden.“

Für den Rückrundenstart müssen die Kinsauer zum Tabellenzweiten TSV Landsberg II: „Das wird natürlich ein schweres Spiel, dennoch werden wir alles probieren, um einen guten Start in die Rückrunde zu erwischen“, sagt Fischer und hofft auf eine gute Ausgangssituation im Kampf um den direkten Klassenerhalt.

FC Wildsteig/Rottenbuch
(4. Platz/25 Punkte)
Nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison hat der FC Wildsteig/Rottenbuch mit Georg Tafertshofer einen neuen Trainer installiert. Es dauerte ein paar Spiele, bis die Mannschaft das neue System verinnerlicht hatte, dafür funktionierte es dann umso besser: Rang vier mit 25 Punkten sprang zum Ende der Hinrunde raus.

Mit 42 Toren stellte der FC die beste Offensive, hatte zudem die zwei besten Torschützen der Liga (Andreas Stadler und Maximilian Berchtold) in seinen Reihen und war nebenbei noch die beste Heim-Mannschaft der Liga.

„Wir liegen im Soll, sind uns aber auch bewusst, wie eng die Liga zusammenliegt, da kann man ganz schnell durchgereicht werden. Wir dürfen uns auf keinen Fall auf dem Erreichten ausruhen, das weiß aber meine Mannschaft“, sagt Tafertshofer zur aktuellen Situation.

Der Trainer wirft den gleichen Kader in die Waagschale wie in der Hinrunde: „Wir sind personell gut aufgestellt. Junge Spieler werden wir dann versuchen, nach der Saison einzubauen.“ Fitnesstechnisch sollte der FC gut aufgestellt sein, „im Trainingslager haben wir eigentlich auf etwas weniger Schnee gehofft, so waren wir gezwungen, viel Grundlagenausdauer zu trainieren“, verrät Tafertshofer.

Das Ziel ist es, möglichst schnell die 35 Punkte-Marke zu knacken. Dann möchte man schauen, wie weit es reicht. Dabei fühlt sich der Trainer sichtlich wohl in der momentanen Lage.

Für den Auftakt hält der Spielplan gleich mal ein echtes Schmankerl bereit, denn der FC hat mit dem TSV Bernbeuren den Tabellennachbarn zu Gast. „Das Spiel wird zeigen, was meine Mannschaft taktisch und im Zweikampfverhalten im Vergleich zur Hinrunde gelernt hat. Wir sind auf alle Fälle froh, dass es wieder los geht.“

TSV Peiting II
(6. Platz/22 Punkte)
In der zweiten Kreisklassen-Saison kann sich die Mannschaft um Spielertrainer Fabian Melzer auch in dieser Spielzeit wieder im oberen Tabellendrittel festsetzen. Für Rang sechs – mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz – reichte es nach der Hinrunde, und somit für eine recht komfortable Situation. Dennoch warnt Melzer vor der extrem gefährlichen Liga. „Jeder kann jeden schlagen. Wir dürfen uns geistig nicht entspannen, sondern müssen sofort liefern.“

Sorgen bereitet dem Trainer wie schon zum Ende der Hinrunde die Personallage: „Wir müssen einige Spieler an unsere Erste abgeben. Diese zu ersetzten, wird etwas dauern, vor allem, bis sich die Abläufe wieder einspielen.“

Aber die Peitinger können auf Rückkehrer bauen. Julian Weninger und Martin Schauer kehren nach Verletzungen zurück. Zudem kann Melzer auf Benedikt Mergler und Andreas Böhm zurückgreifen, die beide nach längerer Fußballpause wieder zum Kader gehören.

Einen Neuzugang vom TSV Ingenried hat man noch zu verzeichnen: Theodoros Tsioralis verstärkt die Peitinger in der Rückrunde. Das ausgerufene Motto des Trainers lautet „Sorgenfrei - Damit wir möglichst viel Spielraum haben, Personal mit der ersten Mannschaft zu verschieben.“

Beginnen möchte die Mannschaft von Fabian Melzer damit im Derby gegen die Lechstädter: „Schongau wird alles reinlegen, die müssen unbedingt punkten, trotzdem erwarte ich nichts anderes als einen Heimsieg.“

TSV Bernbeuren
(3. Platz/27 Punkte)
Nach dem Abstieg aus der Kreisliga in der Vorsaison hatte Bernbeurens Trainer Daniel Deli einiges an Aufbauarbeit zu leisten. Diese Hürde konnten die Bernbeurer allerdings sehr gut meistern: Am Ende der Hinrunde reichte es für Rang drei, punktgleich mit dem Zweiten und somit in greifbarer Nähe zu den Aufstiegsrängen.

„Nichts muss bei uns. Die Stabilisierung meiner Mannschaft hat höchste Priorität. Wir sind mit einigen Spielen zufrieden, es gab aber auch Spiele, gegen Schongau oder Scheuring zum Beispiel, wo wir gänzlich unzufrieden waren“, so Deli. Oft zitiert wurde der „Dosenöffner“: Ohne den, mit mangelnder Chancenverwertung und ohne Ideen im Spiel nach nach vorne, wurden dem TSVB einige Partien zum Verhängnis.

In der Winterpause haben Dominik und Markus Baur den TSV verlassen. Allerdings kehren Roman Lerchenmüller und Patrick Landes in die Mannschaft zurück. In der Vorbereitung hatten die Bernbeurer vor allem mit vielen Krankheitsausfällen und den widrigen Bedingungen zu kämpfen. Überwiegend Ausdauer und Schnelligkeit wurden daher in der Winterpause trainiert.

Für die Rückrunde hofft der Trainer, „in jedem Spiel in der Lage zu sein, um den Sieg mitzuspielen. Egal, gegen welchen Gegner.“ Vom ersten Gegner der Rückrunde, dem FC Wildsteig/Rottenbuch, hält Deli sehr viel: „Da wird gut gearbeitet, und die Mannschaft hat sich gefunden. Vor allem die Einstellung gefällt mir, davor habe ich großen Respekt.“

TSV Schongau
(14. Platz/Punkte)
Acht Punkte, mit 13 Toren die schlechteste Offensive und mit 34 Gegentoren die drittschlechteste Defensive: So lautet die Horror-Bilanz nach der Hinrunde des TSV Schongau. Die zahlreichen Abgänge vor der Saison und dazu die Ausfälle einiger Stammkräfte nennt Trainer Wolfgang Salzmann als die Gründe für die schlechte Vorrunde.

„Wir werden jetzt eine Riesen-Rückrunde spielen müssen, um uns aus dieser Situation befreien zu können. Wir sind praktisch jedes Spiel verdammt, zu punkten.“

Die Vorbereitung lief schon mal nach Plan. Benedikt Geiger steht den Lechstädtern nach längerer Verletzung wieder zur Verfügung, auch Jasmin Dedic kann wieder in den Kader eingegliedert werden. Im Trainingslager am vergangenen Wochenende konnten die Schongauer bei guten Platzverhältnissen und fünf Einheiten optimal trainieren.

Lediglich die Vorbereitungsspiele, jüngst eine 0:1-Niederlage beim A-Klassisten TSV Steingaden, liefen nicht optimal. Allerdings konnten die Lechstädter nicht in Vollbesetzung auflaufen.

Ziel der Schongauer ist ganz klar die Relegation, vielleicht reicht es am Ende dann auch für den direkten Klassenerhalt. „Dafür muss aber vieles gut laufen. Die Stimmung in der Mannschaft ist nicht so, dass wir uns aufgegeben haben, im Gegenteil. Vor allem müssen wir aber verletzungsfrei bleiben.“

Vielleicht kommt das Derby zum Auftakt für die abstiegsbedrohten Schongauer, gerade recht: „Peiting ist eine gute Mannschaft, aber meine Mannschaft wird hochmotiviert sein. In solchen Spielen kann man viel über den Kampf holen.“

Simon Horn

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