Solche Szenen wird es wohl noch eine Weile nicht geben. Das Foto zeigt Franziska Bornstädt (oben) vom TSV Peiting bei einem Bayernliga-Kampf im vergangenen Jahr. 
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Solche Szenen wird es wohl noch eine Weile nicht geben. Das Foto zeigt Franziska Bornstädt (oben) vom TSV Peiting bei einem Bayernliga-Kampf im vergangenen Jahr. 

Judo

„Gehört zu den letzten Sportarten“ - Peitinger Judoka im Wartemodus

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Nach und nach gibt es für die Freizeitsportler in Bayern mehr und mehr Lockerungen. Schwierig haben es jedoch die Judoka wie in Peiting. Sie sind noch skeptisch.

Peiting – Es ist ein bitterer Sommer für Judoka. Durch das Coronavirus ist jeglicher Trainings- und Wettkampfbetrieb zum Erliegen gekommen. Und während bei anderen Sportarten Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, sind die Judoka noch weit weg davon, in ihren Sportleralltag zurückzukehren. „Ich kann mir gerade keinen Bodenkampf vorstellen, der mit den geltenden Regeln konform geht“, sagt Christian Tausch, Judo-Abteilungsleiter beim TSV Peiting. „Da fehlt mir die Fantasie.“ Denn Abstand lasse sich bei dem Kampfsport einfach nicht einhalten. Der Kontakt ist zudem länger und intensiver als bei einem Zweikampf im Fußball beispielsweise. Deshalb müssen die rund 200 Peitinger Judoka derzeit weiter abwarten und „die aktuelle Lage beobachten“, sagt Tausch. Das Kindertraining werde sicher noch bis zu den Sommerferien ausfallen. Wie es danach weitergehen wird – unklar.

Die Erwachsenen treffen sich derzeit zweimal in der Woche am Sportplatz, gehen Laufen, machen Kraftübungen auf Yogamatten. Die Saison, die eigentlich im März beginnen sollte, ist noch nicht abgesagt. Stattdessen hat der Bayerische Judo-Verband einen neuen Zeitplan für die Bayernligen, in denen die Peitinger Teams antreten, aufgestellt. Die ersten drei Kampftage der Männer sollen am 12. September in Turnierform stattfinden, die anderen drei Kämpfe stehen am 19. September im Kalender. Zum Abschluss ist ein gemeinsamer Wettkampf mit der Landesliga geplant – er soll am 26. September oder 3. Oktober steigen. Bei den Frauen ist der Ablauf der Gleiche – die Termine sind der 13. und 20. September sowie der 27. September oder 4. Oktober. Die Orte stehen noch nicht fest.

Weitere Terminverschiebungen vorbehalten

Tausch steht dem Vorhaben noch skeptisch gegenüber. „Das Training jetzt hat nicht viel mit dem Kämpfen zu tun, bisher hat also keiner seit März Judo gemacht“, sagt er. Die Sportler seien zwar fit und nach einigen Einheiten wieder bereit. Trotzdem sei das Verletzungsrisiko bei einer kurzen Vorbereitungsphase groß. Das weiß auch der Verband, der sich deshalb weitere Terminverschiebungen vorbehält.

Denn Wochenenden sind bis Ende des Jahres noch ein paar frei – viele Wettkämpfe, Lehrgänge und Prüfungen wurden abgesagt. „Da liegt einfach alles auf Eis“, sagt Tausch enttäuscht. Einige Sportler hatten sich eifrig auf ihre Gürtelprüfungen vorbereitet. Die sind erst einmal ausgesetzt.

Hygienekonzept ist schwer umsetzbar

Zwar gebe es vom Verband schon Vorgaben, wie Trainingseinheiten denkbar wären – „aber das Hygienekonzept ist ganz schwer umsetzbar“, sagt Tausch. Deshalb müssen die Peitinger Judoka weiter abwarten und auf Lockerungen hoffen. „Uns war schon klar, dass Judo zu den letzten Sportarten gehört, die wieder möglich sind.“

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Der TSV Steingaden hat bei der Rückkehr in den Trainingsbetrieb einen besonderen Weg eingeschlagen. 

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