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Fünfsatz-Krimis, Verwarnung, Gold: David Assmann erlebt aufregende Meisterschaft

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Von: Paul Hopp

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Unschlagbar gut: (v.l.) David Assmann (TSV Hohenpeißenberg) und Holger Drogan (TV Miesbach) gewannen bei der bayerischen Meisterschaft der B-Klasse im Doppel die Goldmedaille. © Privat

Erstmals hat sich Tischtennis-Spieler David Assmann für eine bayerische Meisterschaft qualifiziert. In Bogen trat der 23-Jährige in drei Konkurrenzen an, gewann eine Goldmedaille im Doppel – und kassierte eine gelbe Karte.

Peiting – Auf dem Weg ins Finale hatten David Assmann vom TSV Hohenpeißenberg und sein Doppelpartner Holger Drogan (TV Miesbach) schon einige knifflige Situationen zu überstehen gehabt. Das Geschehen im Endspiel jedoch toppte noch einmal alles. „Vom Kopf her war das die schwierigste Partie“, sagte Assmann.

Er und sein Mitspieler lagen mit 2:0 Sätzen vorn. Danach gewannen Peter Widmann (SV Memmingerberg) und Jürgen Weiß (SG Dösingen) den dritten Durchgang mit 13:11. Im vierten Satz gaben Assmann/Drogan wieder den Ton an. Vier Matchbälle blieben jedoch ungenutzt – die Gegner erzwangen mit einem 16:14 einen fünften Satz. „Wenn wir das Spiel verloren hätten, hätten wir uns sehr geärgert“, sagte Assmann. Im entscheidenden Durchgang lief es prompt nicht gut. Nach vier Ballwechseln lagen Assmann/Drogan mit 1:3 hinten. Zum Glück unterlief dem Gegner dann ein Fehler, beim Seitenwechsel lagen Assmann und sein Kollege mit 5:3 vorn. Beim Stand von 10:6 hatten sie erneut Matchball, mit 11:7 holten sie sich den Sieg und damit die Goldmedaille. „Für mich ist das ein Riesenerfolg“, sagte der TSV-Spieler.

David Assmann: Mit Goldmedaille nicht gerechnet 

Dass er aus Bogen (Nähe Straubing) mit einem Titel heimreisen würde, daran hatte der 23-jährige Peitinger nicht geglaubt; zumal er erstmals überhaupt bei einer bayerischen Meisterschaft am Start war. Für die Titelkämpfe in der B-Klasse (Spieler bis 1650 Punkte) qualifiziert hatte sich Assmann, der als Heilerziehungspfleger in Weilheim arbeitet, mit seinem Turniersieg bei der Meisterschaft des Bezirks Oberbayern-Süd in Peiting. Dort hatte ihn Holger Drogan (TV Miesbach) – er war Dritter geworden – schon gefragt, ob er in Bogen mit ihm im Doppel spielen möchte.

Bei der bayerischen Meisterschaft harmonierten beide hervorragend und überstanden schon vor dem Endspiel haarige Situationen. Sowohl im Achtel- als auch im Viertelfinale gewannen sie im fünften Satz. Im Halbfinale waren die Gegner, Hader Jumah (TTC Lam) und Carsten Breitkreutz (Post/Süd Regensburg), „spielerisch besser“, so Assmann. Doch er und sein Partner spielten die Bälle so geschickt übers Netz, dass die Kontrahenten ihre Stärken nicht entfalten konnten. Mit einem 3:1-Sieg zogen sie ins Finale ein.

David Assmann: Gelbe Karte im Doppel-Viertelfinale

Ungewohnt war für Assmann, dass bei den Titelkämpfen in den K.o.-Runden externe Schiedsrichter zum Einsatz kamen. Wenn der 23-Jährige für den TSV Hohenpeißenberg sonst in Ligaspielen antritt – meist in der zweiten Mannschaft in der Bezirksoberliga –, dann übernehmen dort die Spieler, die gerade nicht an der Platte stehen, das Zählen. Im Doppel-Viertelfinale kam es zu einer seltsamen Situation: „Da hat der Schiedsrichter vorab gesagt, alle unsere Aufschläge wären falsch.“ In jener Partie leistete sich Assmann auch einen Gefühlsausbruch: Nachdem der erste Satz durch einen Netzroller verloren gegangen war, ließ er den Schläger auf die Platte fallen – und bekam dafür gleich eine Verwarnung in Form einer gelben Karte ausgesprochen, wodurch er regelrecht überrumpelt wurde: „Damit hatte ich gar nicht gerechnet.“

David Assmann: Niederlage gegen späteren Turniersieger

Als konkurrenzfähig erwies sich Assmann nicht nur im Doppel, sondern auch im Einzel. Als Zweiter seiner Vorrundengruppe (2 Siege/1 Niederlage) erreichte er die K.o.-Runde. Dort besiegte er Johannes Weimann (TV Dettelbach) mit 3:0 Sätzen. Im Achtelfinale traf der Peitinger auf den an Nummer vier gesetzten Patrick Widmann (SV Memmingerberg). Gegen den späteren Turniersieger verlor Assmann unglücklich – trotz einer 2:1-Führung – in fünf Sätzen (13:11, 8:11, 11:8, 8:11, 7:11). „Das war unglaublich bitter“, so der Peitinger. Im vierten Satz hatte er kurz vor Schluss die Chance auf den Ausgleich, doch der Topspin ging an die Netzkante und ins Aus. Und im fünften Satz entschied ein Netzroller die Partie zugunsten Widmanns. Im gesamten Turnier hatte der Sieger nur drei Sätze verloren – zwei knöpfte ihm Assmann ab.

David Assmann: Überraschender Einsatz im Mixed

Überraschend musste der Peitinger, der im Alter von zehn Jahren das Tischtennisspielen begonnen hat und die dritte Saison beim TSV Hohenpeißenberg spielt, auch im Mixed-Doppel ran: „Ich wusste gar nicht, dass ich im Lostopf bin.“ An der Seite von Silvia Rossmann (FC Gerolfing) bestritt er den Wettbewerb. In der ersten Runde gewannen sie in fünf Sätzen, im Achtelfinale setzten sie sich mit 3:1 durch. Das Viertelfinale gegen Alfred Okwieka (TV Vohburg) und Darleen Haamann (TSV Vilsbiburg) ging mit 1:3 Sätzen verloren.

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