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"Hobby auf hohem Niveau“

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Jubellauf: Der Altenstadter Sebastian Nuscheler erzielte trotz längerer Verletzungspause sieben Tore. © Leitenstorfer

Weilheim-Schongau - Vor zwei Jahren wechselten Andreas „Charly“ Fülla (26) und Sebastian „Nuschi“ Nuscheler (24) vom Bezirksligisten TSV Peiting zum Landesligisten TSV Landsberg. Im kommenden Jahr spielen sie nun in der Bayernliga.

Herr Fülla, Herr Nuscheler, was hat sich für Sie beide seit dem Wechsel vom TSV Peiting zum TSV Landsberg verändert?

Fülla: Da ich nur in der Tagschicht arbeiten muss, ist es für mich zeitlich kein Problem und vom Aufwand her gut zu Händeln. Der Kontakt zu den Peitinger Freunden ist natürlich weniger geworden, weil sich die Spiele und Trainings zeitlich überschneiden. Aber wenn Zeit bleibt, schaue ich mir die Spiele des Heimatvereins an.

Nuscheler: Privat ist es bei mir ähnlich wie bei Charly. Beruflich schwieriger, weil ich den Spagat zwischen Studium, Arbeit und Fußball, was mittlerweile ein Hobby auf hohem Niveau ist, schaffen muss. Durch meinen Beruf in der Agrarwirtschaft habe ich gerade im Sommer bestimmte Stoßzeiten, für die man gewisse Kompromisse eingehen muss und für das Training nicht so viel Zeit übrig hat. Das war für den Trainer anfangs ungewohnt, weil er offensichtlich noch keinen Spieler aus dieser Branche unter seinen Fittichen hatte.

Den Ball immer im Blick: Andreas Fülla aus Peiting traf 14 Mal für Landsberg.Wie oft und hart wird in Landsberg trainiert?

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Den Ball immer im Blick: Andreas Fülla aus Peiting traf 14 Mal für Landsberg. © Leitenstorfer

Fülla: In der Vorbereitung vier Mal die Woche, während der Saison drei Mal über jeweils eineinhalb Stunden.

Nuscheler: Im Vergleich zu Peiting ist das Training intensiver und professioneller.

Hatten Sie zu Beginn Anlaufschwierigkeiten?

Fülla: „Nuschi“ hat gleich von Anfang an richtig befreit aufgespielt. Ich bin da eher der schüchterne Spieler, und habe mir zu Beginn nicht ganz so viel zu getraut. Aber mittlerweile hat sich das gelegt.

Gab’s Momente, in denen Sie den Wechsel bereut haben?

Nuscheler: Ich denke dass ich für uns beide sagen kann, dass es für die sportliche Entwicklung der absolut richtige Schritt war.

Fülla: Bis dato habe ich es nicht bereut, aber bis dato habe ich auch immer gespielt.

Wie stark ist der Zusammenhalt in der Mannschaft, die aus Spielern der näheren und weiteren Umgebung zusammengewürfelt wurde?

Nuscheler: Der Teamgeist ist mit der Zeit gewachsen. Vor zwei Jahren fand in Landsberg ein kleiner Umbruch mit vielen neuen Spielern statt. Aber: Wir waren erst auf Abschlussfahrt auf Mallorca mit 18 von 20 Spielern, das beweist glaube ich eindeutig, wie gut wir uns miteinander verstehen.

Was zeichnet Ihren Trainer Sven Kresin (Ex-Zweitliga-Profi) aus?

Nuscheler: Trainingsmethoden und Inhalte sind wirklich gut. Er schafft es auch, eine gewisse Distanz gegenüber der Mannschaft zu bewahren. Der Respekt zwischen Trainer und Spieler ist groß und das ist meiner Meinung nach auch sehr wichtig.

. . . und welche unangenehme Seite legt er manchmal an den Tag?

Fülla: Was ihm manchmal fehlt, ist das richtige Gespür für den Amateursport. Wenn man den ganzen Tag in der Arbeit war, ist man am Abend im Training nicht immer so frisch und hochkonzentriert wie er es aus seiner Profizeit gewohnt ist.

Souveräner Meister mit 15 Punkten Vorsprung. Haben Sie vor der Saison damit gerechnet?

Fülla: Ich hätte mir ehrlich gesagt die Liga nach der Ligenreform stärker vorgestellt. Aber gerade die Allgäuer Mannschaften schieben sich die Spieler oft gegenseitig hin- und her, sodass denen eine gewisse Konstanz, ein gesunder Kern in der Mannschaft fehlt. Das ist uns vielleicht zu Gute gekommen.

Nuscheler: Dass wir vorne mitspielen, war mir schon klar, und von uns als Ziel auch so vorgegeben. Aber dass wir gleich mit 15 Punkten Vorsprung Meister werden, ist schon überragend und war so auch nicht zu erwarten.

Was war im Vergleich zum Vorjahr ausschlaggebend, diesmal den Titel zu holen?

Fülla: Obwohl ich von Anfang an Stammspieler war, kann ich meine wesentlich bessere Leistung in dieser Saison mit der von der Vorsaison nicht vergleichen. Ich denke, dass es auch meinen Mannschaftskollegen so geht.

Nuscheler: Nicht ganz. Für mich war diese Saison schwieriger als die erste, weil ich vier Monate lang wegen Problemen mit der Patellasehne aussetzten musste. Aber der Hauptgrund für den Erfolg liegt mit Sicherheit an der besser eingespielten Mannschaft.

Wer ist der Star im Team?

Fülla: Ganz klar, Muriz Salemovic. Wobei unser Torhüter Tobias Heiland auch ein echter Garant für die gute Saison war.

Wird der Kader weiter verstärkt?

Fülla: Wir haben sieben Neuzugänge bekommen, das ist vor allem für die Ergänzungsspieler, die letzte Saison den Sprung mit der Mannschaft in die Bayernliga geschafft haben, etwas ärgerlich. Aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

Nuscheler: Einfacher ist es natürlich mit weniger Spielern im Kader, aber für die persönliche und mannschaftliche Entwicklung kann ein gesunder Konkurrenzkampf nur von Vorteil sein.

Wieviel Geld verdienen Sie im Monat?

Fülla: Über Geld sollte man, denke ich, nicht sprechen. Aber es gibt auf jeden Fall eine Aufwandsentschädigung. Wichtig war mir vor meinem Wechsel aus Peiting, dass ich nicht draufzahlen muss. Und das passt.

Nuscheler: (lacht) Alles Verhandlungssache. Reich wird man davon natürlich nicht. Aber wie Charly schon gesagt hat, wir bekommen eine entsprechende Aufwandsentschädigung.

Ihre persönlichen Ziele für die kommende Saison?

Fülla: Erstmal der Klassenerhalt in der Bayernliga, und natürlich Stammspieler bleiben.

Nuscheler: Klar, alles andere wäre auch überheblich. Wobei man sich seine Ziele nie hoch genug stecken kann.

Interview: Johannes Schelle

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