Durch unberührten Schnee geht es für Josef Schallameier und viele andere beim waghalsigen Abfahren fernab von Pisten und Bergliften.
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Durch unberührten Schnee geht es für Josef Schallameier und viele andere beim waghalsigen Abfahren fernab von Pisten und Bergliften.

Härtestes Snowboard-Rennen der Welt

Mit dem Snowboard auf eigenen Wegen - Reichlinger startet beim „Pitztal Wild Face“

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Fernab vom Trubel präparierter Pisten bewegt sich Josef Schallameier. Der Extremsportler ist mit seinem Snowboard unterwegs und hat besondere Pläne.

Reichling – Das „Pitztal Wild Face“ gilt als eines der körperlich anstrengendsten Freeride-Rennen der Welt. Freeride bedeutet, im freien Gelände zu fahren, fernab von präparierten Pisten. Am Wochenende 6./7. März wird es zum elften Mal ausgetragen. Rund 150 Skifahrer und Snowboarder werden am Start sein, um wichtige Punkte für die World-Tour, sozusagen die WM-Saison im Freeriden, zu sammeln. Im Pitztal mit dabei ist Josef Schallameier aus Reichling. Bei seinem Debüt vergangenes Jahr schaffte es der Snowboarder auf den dritten Platz. Heuer will er mehr, obwohl die Vorbereitung nicht optimal verlief.

„Ich möchte ganz oben auf dem Podest stehen“, sagt Schallameier. Aber das wird nicht leicht, die Konkurrenz ist groß. Als Favorit gilt der Belgier Koen Goris. Er hatte auch die Ausgabe 2019 gewonnen. „Goris wohnt im Pitztal und hat bestimmt 200 Schneetage im Jahr“, erzählt Schallameier. Er selbst bringt es auf rund 100 Tage. Ein Unterschied, den man merkt. Denn Snowboarden sei das beste Training fürs Snowboarden, so der Reichlinger. Zuletzt konnte der 28-Jährige allerdings weniger Zeit mit seiner Lieblingsbeschäftigung verbringen als ihm Recht war.

Die Vorbereitung verlief für Schallameier nicht nach Plan

Schallameier war im Training bei einem Vorwärtssalto gestürzt und hatte sich an der Schulter verletzt. „Ich werde aber auf jeden Fall am Rennen teilnehmen. Auch wenn ich meinen Arm dafür eingipsen muss“, sagt er schmunzelnd. So lange er nicht auf Schnee trainieren konnte, machte er daheim Gymnastik und Kraftübungen. Vor allem die Oberschenkel- und Wadenmuskulatur werde beim Freeriden beansprucht. „Teilweise werden einem die Arme bei der Abfahrt taub, da so viel Blut in die Beine schießt“, erzählt Schallameier.

Beim „Pitztal Wild Face“ geht es rein um die Zeit. Bei anderen Wettbewerben der Freerider bewerten teilweise Juroren die Art und Weise, wie die Athleten fahren. Am Freitag, 6. März, findet mit 150 Startern die Qualifikation statt. 70 dürfen am Samstag beim Hauptrennen antreten. Die Startplätze teilen sich prozentual je nach Anzahl der Anmeldungen auf die Kategorien „Ski-Damen“, „Snowboard-Damen“, „Ski-Herren“ und „Snowboard-Herren“ auf. Beim Hauptwettbewerb ist die Strecke 4,6 Kilometer lang. Dabei geht es 1510 Höhenmeter in die Tiefe. Der Streckenverlauf ist frei wählbar. Nur fünf Richtungskorridore müssen passiert werden. Im Abstand von 30 Sekunden starten die Teilnehmer.

In der Natur kann der Reichlinger runterkommen

Schallameier hat schon als Zwölfjähriger mit dem Snowboarden begonnen. Als sein Freund Nico Steidle, selbst professioneller Snowboarder, ihm gestand, Schallameier im freien Gelände nicht folgen zu können, sah der sich herausgefordert und meldete sich für das Rennen im Pitztal an. Er suchte den Vergleich mit anderen. Sein Ehrgeiz war geweckt. „Der Anspruch an einen selbst steigt“, sagt Schallameier. „Man will immer weiter und höher.“

Im Alltag sieht der Reichlinger das allerdings auch kritisch. Alles sei heutzutage sehr schnelllebig. Er verbringt viel Zeit in den Bergen und der Natur. Das stellt für ihn einen Gegenpol dar und hilft ihm, runterzukommen. Vor kurzem erst reiste er mit zwei Freunden in den Iran, um zu snowboarden, wo vorher noch niemand gefahren ist. „Es gibt noch jede Menge weißer Flecken“, sagt Schallameier.

Schallameier ist selbstständig

Der Installateur und Heizungsbau-Meister ist selbstständig und hat mit Watatec eine eigene Firma gegründet. Schallameier hat ein System entwickelt, Kalk aus Hausleitungen zu spülen. Durch die Selbstständigkeit schafft er es, seine Arbeitszeit so einzuteilen, dass er regelmäßig in die Berge kann. Denn dort fühlt er sich am wohlsten.

Im Winter obenauf ist auch Andrea Filser: Die Wildsteigerin war zuletzt bei den Skirennen in Südkorea erfolgreich. 

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