Skilangläufer Korbinian Heiland, Mitglied im DSV-Kader.
+
Korbinian Heiland hat sich zum zweiten Mal für die Teilnahme an der Junioren-WM qualifiziert.

SKI NORDISCH

Junioren-WM für Korbinian Heiland eine Reise ins Ungewisse

Skilangläufer Korbinian Heiland (Peiting) hat sich für die Juniorenweltmeisterschaft in Vuokatti (Finnland) qualifiziert. Für ihn ist die Teilnahme auch eine Reise ins Ungewisse, weil die Vergleiche zur Konkurrenz fehlen.

Peiting – Langläufer Korbinian Heiland (SC Partenkirchen) hat sich für die Juniorenweltmeisterschaften in Vuokatti (Finnland) qualifiziert: ohne Aufhebens, ohne Publikum, ja sogar ohne offiziellen Wettkampf. Denn sein erstes offizielles Rennen im Coronajahr bestreitet der Peitinger erst bei den Titelkämpfen.

Nachwuchswettkämpfe sind im Coronawinter eine schwierige Sache. Jede Sportart und jede Nation hat ihre eigenen Auflagen und Regeln. Während die Skispringer und nordischen Kombinierer schon einen Deutschlandpokal bestreiten konnten, ist bei den Langläufern bisher jeglicher offizieller, nationaler Wettkampf ausgefallen. Nun stehen aber von Montag, 8. Februar, bis Sonntag, 14. Februar, die Juniorenweltmeisterschaften in Finnland auf dem Programm. Um dort ein Team stellen zu können, reichen dem Deutschen Skiverband natürlich die Resultate regionaler Vergleichstests und digitaler Langlaufchallenges nicht aus. Daher trafen sich alle entsprechenden, deutschen Athleten, so wie Heiland, an zwei Januarwochenenden im WM-Ort Oberstdorf und traten in insgesamt fünf nationalen Vergleichsläufen an. Doch auch diese waren inoffiziell, Fotos und Ergebnisse sucht man vergebens.

Wegen Corona Qualifikation ohne offiziellen Wettkampf

„Für uns Sportler haben sie sich aber gar nicht so inoffiziell angefühlt“, sagt Heiland, der gesundheitlich bedingt nur drei der fünf Vergleichsläufe bestreiten konnte. „Am ersten Wochenende habe ich mich nicht sehr gut gefühlt und habe nach dem Sprint ausgesetzt“, erklärt der 19-Jährige. Damit ließ er die zehn Kilometer im freien Stil aus. Auch am folgenden Wochenende ließ er diesen Lauf aus und konzentrierte sich auf den Klassiksprint und die Langstrecke über 30 Kilometer in der klassischen Technik. Auf beiden Strecken konnte er die Trainer von sich überzeugen und sicherte sich so die Startplätze im Sprint und über die 30 Kilometer bei den Juniorenweltmeisterschaften. „Vielleicht darf ich auch noch in der Staffel an der Start, aber das entscheidet sich erst in Finnland“, sagt Heiland. Dass er nur klassische Rennen in Vuokatti läuft, macht dem Peitinger nichts aus. „Irgendwie ist das eh mehr meins, und ich freu’ mich drauf.“

Heiland freut sich auf den Rennen im klassischen Stil

Auch wenn ihm die klassische Technik liegt, hat der 19-Jährige keine großen Erwartungen an die Titelkämpfe. „Die Top 15 sind zwar immer das Ziel, aber wir können heuer wirklich schwer einschätzen, wo wir stehen“, sagt der Eliteschüler. Ohne internationale Rennen im Vorfeld, hat man einfach keine Vergleichswerte mit den anderen Nationen. „Wir wissen auch nicht genau, wie sie trainieren konnten.“ Dennoch sollte bei einer normalen Leistung ein Platz im Vorderfeld möglich sein. Unabhängig von Leistung und Ergebnis freut sich Heiland aber einfach auf seine ersten richtigen Wettkämpfe in diesem Winter. Außerdem wird es seine erste Reise nach Finnland sein. „Wir werden zwar sicher nicht viel zu sehen bekommen“, meint er im Hinblick auf den recht straffen Zeitplan und die Corona-Auflagen. „Aber die Loipen und Schneeverhältnisse sind sehr gut, weil es dort oben nicht warm geworden ist.“ Vor und nach den Rennen wird es also vielleicht auch den ein oder anderen genussvollen Lauf durch den kalten, finnischen Winter geben.

Seinen ersten Wettkampf bestreitet Heiland am Dienstag, 9. Februar, im klassisch gelaufenen Sprint. Am Samstag, 13. Februar, stünde dann die Staffel auf dem Programm und am Sonntag, 14. Februar, zum Abschluss der Titelkämpfe traditionell das 30 Kilometer Massenstartrennen.

Im vergangenen März – kurz bevor die Corona-Pandemie in Europa für einen ersten längeren Lockdown sorgte – ging er bei den Titelkämpfen in Oberwiesenthal im Erzgebirge zweimal an den Start. Damals erreichte er über die 10 Kilometer im klassischen Stil unter 97 Startern einen respektablen 14. Platz, über die 30-Kilometer- Strecke beendete er unter 66 Finishern das Rennen auf dem 36. Rang. Das 10-Kilometer-Rennen gewann damals der US-Amerikaner Gus Schumacher, der mittlerweile im Weltcup Fuß gefasst hat und dort in der derzeitigen Gesamtwertung unter den Top 30 liegt. Die Tour de Ski heuer beendete er auf dem 18. Rang – direkt vor dem Deutschen Florian Notz. Text: Kathrin Ebenhoch.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare