Beim Weitsprung ist auch Höhe wichtig: Das Foto zeigt Katharina Vogl beim Wettkampf in Dachau. Dort belegte sie mit 5,61 Metern den fünften Platz.
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Beim Weitsprung ist auch Höhe wichtig: Das Foto zeigt Katharina Vogl beim Wettkampf in Dachau. Dort belegte sie mit 5,61 Metern den fünften Platz.

LEICHTATHLETIK

Katharina Vogl peilt trotz Knieproblemen Medaille bei U-23-Meisterschaft an

  • Paul Hopp
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Für Katharina Vogl steht die bayerische U23-Meisterschaft als Saison-Höhepunkt an. Die Hohenpeißenbergerin startet zwar gehandicapt, aber zuversichtlich.

Hohenpeißenberg – Das linke Knie schmerzt, die bayerische U23-Meisterschaft rückt näher – und Katharina Vogl hat gute Laune. Die 21-jährige Leichtathletin vom TSV Peißenberg denkt gar nicht daran, Trübsal zu blasen, bloß weil sie zuletzt nicht wie gewünscht trainieren konnte. „Spätestens am Montag“, so ihre Hoffnung, sollen die Beschwerden vorbei sein. Dann bleiben noch ein paar Tage bis zu den bayerischen Titelkämpfen der Juniorinnen und Junioren, die am Samstag, 5. September, in Erding auf dem Programm stehen. Dort will die Hohenpeißenbergerin über die 100 Meter und im Weitsprung starten. In letzterer Disziplin ist sie eine heiße Kandidatin auf die Goldmedaille. Die Sprunganlage in Erding kennt Vogl bereits. Mit ihr komme sie gut zurecht. „Ich freue mich auf die Meisterschaft“, sagt 21-Jährige.

Woher die Schmerzen in der linken Kniekehle kommen, die sie zuletzt beim Sprinten behinderten, ist nicht so ganz klar. Und auch darüber, was genau der Grund ist, herrscht Rätselraten – irgendetwas zwischen „verspannt, gereizt oder gezerrt“, so Vogl. Im Training traten die Probleme auf. Dennoch nahm Vogl zuletzt an den „Volksfestwettkämpfen“ in Dachau teil, verzichtete aber auf den 100-Meter-Sprint. Den Weitsprung absolvierte sie trotz der Schmerzen an ihrem Schwungbein. Mit der Weite von 5,61 Metern war sie „unter diesen Umständen sehr zufrieden“. Bei den Frauen belegte sie den fünften Platz unter 19 Starterinnen.

Neue Bestleistung im Weitsprung

Aufgrund der Beschwerden stellte Vogl in Absprache mit Coach Sabine Osenberg das Training um. Zuletzt wurde der Schwerpunkt auf Kraftübungen und Muskelaufbau gelegt. 60- und 100-Meter-Sprints absolvierte Vogl nur in dosierter Form. „Weitsprung habe ich gar nicht mehr gemacht“, berichtet die TSV-Athletin.

Ihre Zuversicht schöpft die Steuerfachangestellte nicht zuletzt aus dem bisherigen Saisonverlauf. „Es lief super“, sagt Vogl. Als es nach dem Lockdown wieder mit Wettkämpfen losging, zeigte sie vom Start weg starke Leistungen. Im ersten 100-Meter-Rennen legte sie mit 12,44 Sekunden eine passable Zeit hin. In den Wettkämpfen danach verhinderte Gegenwind eine bessere Zeit. In ihrer Paradedisziplin, dem Weitsprung, stieg sie mit 5,59 Metern so gut wie noch nie in eine Freiluftsaison ein. Bei der „Challenge“ im Münchener Dantestadion gelang ihr eine herausragende Serie, die mit persönlicher Bestleistung und Vereinsrekord von 5,70 Metern endete. Mit dieser Weite gewann Vogl den Wettkampf ganz überlegen. Ihre bisherige Top-Weite im Freien hatte Vogl um einen Zentimeter verbessert. „Immerhin“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Am Brett ist noch mehr möglich

Die Hohenpeißenbergerin peilt noch deutlich größere Weiten an. Und die sollten auch möglich sein, denn in diesem Jahr „hat meist der Absprung nicht gepasst“. Am Brett verschenkte Vogl viele Zentimeter. In München hätte es auch noch weiter gehen können. „Da war die Landung nicht so gut“, berichtet die TSV-Athletin.

Mit ihrer Siegerweite nimmt die 21-Jährige in der bayerischen Rangliste bei den Frauen den zweiten Platz ein. Besser ist aktuell nur Isabel Mayer (SWC Regensburg), die in Frankfurt/Main heuer 5,81 Meter weit sprang. Mayer (Jg. 1993) ist bei der U23-Meisterschaft nicht startberechtigt. Zu den direkten Konkurrentinnen zählen Janina Buck (LG Forchheim/5,69) und Lisa Schmid (LAC Passau/5,60).

Neues Saisonziel wegen Corona

Eigentlich wäre die deutsche U23-Meisterschaft das große Saisonziel Vogls gewesen. Darauf hatte sie sich seit Oktober 2019 vorbereitet – inklusive eines gesteigerten Trainingsumfangs. Doch die Wettkämpfe wurden wegen der Corona-Pandemie abgesagt. „Ein Tiefschlag“, so TSV-Spartenchef Frank Osenberg. Doch Vogl disponierte um – nun steht eben die bayerische Meisterschaft der U23 im Fokus. So gut wie jeden Tag trainiert sie im Stadion in Wörth. Dort sind mittlerweile auch diverse Geräte wie Hantelstange und Gewichte deponiert – vor allem wegen Corona. So kann Vogl ihre Übungen machen, wann sie will und wie lange sie will.

Dass Trainingsfleiß belohnt wird, hat die 21-Jährige heuer schon erfahren. Bevor Corona in Deutschland ein Thema war, fanden die Hallen-Wettkämpfe statt. Dort holte sie jeweils in der Werner-von-Linde-Halle in München bei den Frauen im Weitsprung den südbayerischen Titel (5,60) und gewann Silber bei der bayerischen Meisterschaft. Mit 5,72 Metern gelang ihre ein persönlicher Hallenrekord.

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