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Katharina Vogl auf den Punkt fit und so zweimal auf dem Podest

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Von: Paul Hopp

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Zweimal auf dem Podest: Katharina Vogl holte Silber im Weitsprung (Bild) und Bronze mit der Staffel.
Zweimal auf dem Podest: Katharina Vogl holte Silber im Weitsprung (Bild) und Bronze mit der Staffel. © Ludwig Stuffer

Katharina Vogl aus Hohenpeißenberg hat bei der bayerischen Leichtathletik-Meisterschaft zwei Medaillen geholt. Für Spektakel in den Hürdenläufen sorgte Andreas Kölbl.

Erding – Einmal mehr ein gutes Pflaster war das Sepp-Brenninger-Stadion für Katharina Vogl. Die Hohenpeißenbergerin, die seit einiger Zeit für die LG Augsburg startet, hatte 2020 dort – noch im Trikot des TSV Peißenberg – im Weitsprung ihren ersten bayerischen Einzeltitel gewonnen. In diesem Jahr holte sie bei den Freistaat-Meisterschaften bei den Frauen im Weitsprung die Silbermedaille. Zweimal landete sie bei 5,61 Metern, was für Vogl Saisonbestleistung darstellte. Gold ging an Lavinja Jürgens (LG Stadtwerke München), die im dritten Versuch auf 5,68 Meter geflogen war. Jürgens hatte auch im Hochsprung (1,79) gewonnen.

Silber im Weitsprung, Bronze mit der Staffel

Mit der 4 x 100-Meter-Staffel gewann Katharina Vogl darüber hinaus noch die Bronzemedaille. Die 48,76 Sekunden bedeuteten eine LG-Bestleistung. Der Abstand zur zweitplatzierten LG Festina Rupertiwinkel betrug 35 Hundertstel. Im 100-Meter-Sprint lieferte Vogl auch eine überzeugende Leistung ab. Die 23-Jährige schaffte es ins Finale und belegte dort mit 12,67 Sekunden den sechsten Platz. Gold ging an die favorisierte Marina Scherzl (LG Stadtwerke München), die nach 11,76 Sekunden die Ziellinie überquerte. Scherzl siegte auch über 200 Meter (23,44).

Spannender geht’s nicht: Andreas Kölbl siegt über 110 Meter Hürden mit einem Hunderstel Vorsprung. Davor war er über die 400 Meter Hürden gestürzt.
Spannender geht’s nicht: Andreas Kölbl siegt über 110 Meter Hürden mit einem Hundertstel Vorsprung. Davor war er über die 400 Meter Hürden gestürzt. © Claus Habermann

Für Dramatik sorgte ein anderer Athlet aus dem Landkreis Weilheim-Schongau: „Ich weiß nicht, warum ich gestürzt bin. Auf einmal lag ich auf dem Boden.“ Noch eine halbe Stunde nach dem Vorfall war im Gesicht von Andreas Kölbl die Ratlosigkeit zu sehen. Mit mehr als 30 Metern Vorsprung in Führung liegend war der Athlet des TSV Penzberg im 400-Meter-Hürdenrennen an der achten von zehn Hürden mit dem hinteren Fuß hängen geblieben. „Mein erster Gedanke war, dass ich sofort wieder aufstehen muss.“ Doch als der 27-Jährige aufstehen wollte, durchzuckte ein starker Schmerz seine linke Schulter. „Ich habe den Arm reflexartig weggezogen, wodurch ich erneut stürzte.“

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Dadurch zogen Fabian Schäffler (LG Stadtwerke München) und Julian Meyer (TuS Geretsried) an dem am Boden liegenden Sindelsdorfer vorbei, genauso wie Carlos Schirmer (SV Putzbrunn). Doch Kölbl gab nicht auf: Mit großen Schritten setzte er zur Verfolgung an und holte sich in 58,66 Sekunden tatsächlich noch die Bronzemedaille.

Zwei Stunden später stellte sich der TSV-Sprinter trotz großer Schmerzen im rechten Knie und in der linken Schulter der Konkurrenz über 110 Meter Hürden. Dabei lieferte er sich ein spannendes Duell mit André Zahl (TS Herzogenaurach), mit dem er quasi im Gleichschritt über die 1,06 Meter hohen Hürden flog. Nach der letzten, der zehnten Hürde hatte sich Kölbl einen hauchdünnen Vorsprung erarbeitet – mit einer Hundertstel Vorsprung verteidigte er seinen im Vorjahr errungenen Titel.

Bei 15,32 Sekunden stoppte für Kölbl die Uhr. Der Sprinter absolvierte in Erding noch eine dritte Disziplin: Im 400-Meter-Sprint wurde er Vierter (50,00), wobei er mit seiner Zeit überhaupt nicht zufrieden war. Gold ging an Vincente Graiani (LG Stadtwerke München), der sich auf 46,96 Sekunden steigerte.

Corinna Braun holt ihren ersten bayerischen Einzeltitel

Über ihren ersten bayerischen Einzeltitel freute sich Corinna Braun. Die 18-jährige TSV-Athletin aus Benediktbeuern gewann in der Altersklasse U20 über die 800 Meter mit 2:20,19 Minuten. Auf die Zweitplatzierte, Franka Nebl (TSV Plattling), hatte sie vier Sekunden Vorsprung. „Mit der Zeit bin ich nicht ganz zufrieden, aber natürlich freue ich mich über die Goldmedaille“, so Braun.

Auf dem Weg zu ihrem ersten bayerischen Titel: Corinna Braun gewann über 800 Meter deutlich.
Auf dem Weg zu ihrem ersten bayerischen Titel: Corinna Braun gewann über 800 Meter deutlich. © Conny Lechner-Brennauer

Am zweiten Tag der Meisterschaft sicherte sie sich über die 400 Meter Hürden die Bronzemedaille. Dabei stellte Braun mit 66,86 Sekunden eine persönliche Bestzeit auf. Im zweiten Hürdenrennen ihrer Karriere musste sie sich nur Elisa Eich (TV DJK Hammelburg/62,13) und Janne Popp (LAC Quelle Fürth/63,30) geschlagen geben. „Leider hatte Corinna große Probleme mit dem Rhythmus zwischen den Hürden. Trotzdem hat sie das Rennen gut durchgezogen“, sagte Trainer Markus Brennauer.

Über Silber freute sich Julian Herter: Das 400-Meter-Rennen der U20 beendete der 18-jährige Abiturient nach 51,22 Sekunden. In einem spannenden Rennen startete Herter sehr offensiv, sodass er mit dem späteren Sieger Franz-Xaver Brunner (LG Aschaffenburg/51,03) und dem späteren Dritten Luca Haller (LG Stadtwerke München/51,67) bis zur 200-Meter-Marke gleichauf war.

Licht und Schatten bei TSV-Sprinter Johnson

Mit Rang vier über die 200 Meter der Männer und der Zeit von 21,96 Sekunden endete für Raffieu Deen Johnson ein ansonsten verkorkstes Meisterschaftswochenende versöhnlich. Am ersten Tag war der 22-jährige Penzberger im Zwischenlauf über die 100 Meter aufgrund eines Fehlstarts disqualifiziert worden. Nach seinem Vorlaufsieg (10,97) wollte er sich fürs Finale qualifizieren, doch spielten ihm seine Nerven einen Streich. „Raffieu war sehr nervös und wollte sein Bestes zeigen“, so Trainerin Conny Lechner-Brennauer. Am zweiten Tag war er nach dem Vorlauf über die 200 Meter (22,26) demotiviert. „Ich hatte einfach kein gutes Gefühl beim Laufen“ erläuterte Johnson seine Stimmungslage. Diese änderte sich aber im Zuge des Endlaufs. „Im Finale hatte ich wieder Spaß beim Laufen“, sagte ein sichtlich zufriedener Johnson, auch wenn ihm eine Medaille verwehrt geblieben war.

Einen weiteren vierten Platz, und zwar über die 1500 Meter, gab es für den TSV Penzberg durch Nick Jäger (3:54,87 Minuten). Der 22-Jährige hatte sich spontan für einen Start entschieden. Noch am Vorabend war er in Heusden (Niederlande) eine persönliche 5000-Meter-Bestzeit (14:16,19) gelaufen. „Ich wollte meine gute Form gleich ausnutzen“, so Jäger.

In einem spannenden Finale waren es dann seine Vereinskameraden Lucas Herbeck und Luk Jäger, die zunächst für das Tempo sorgten. „Ich hatte mit Luk abgemacht, dass er die ersten 500 Meter vorne laufen sollte und ich danach die Führung übernehmen würde“, so Herbeck. Deshalb führte Herbeck das Feld eingangs der letzten Runde noch an, als der spätere Sieger Benedikt Brem (LG Telis Finanz Regensburg/3:52,18) vorbeizog. Herbeck wurde letztlich in 3:58,55 Minuten Fünfter.

Nick Jäger verpasst nur hauchdünn eine Medaille

Nick Jäger musste sich im Kampf um Bronze Keyan Hatami (LG Telis Finanz Regensburg) um neun Hundertstel geschlagen geben. Luk Jäger, der zu den jüngsten Läufern im Feld gehörte, belegte mit 4:12,57 Minuten den 17. Rang. Am Vortag hatten sich Herbeck und Luk Jäger einen spannenden Zweikampf über 800 Meter geliefert, wobei Jäger (1:58,05) das Duell um Platz sieben mit 0,10 Sekunden Vorsprung für sich entschied.

Michaela Kölbl reiste mit einem fünften Platz aus Erding ab. Mit ihrer Zeit von 67,89 Sekunden über die 400 Meter Hürden war sie allerdings nicht ganz zufrieden. Joris Ressing stellte über 800 Meter mit 2:07,41 Minuten seine Bestzeit ein, was ihm Rang elf in der U18 bescherte.

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