Platziert in der schweren Klasse: Corinna Rauch erreichte beim Turnier in Karlsfeld mit „Eminenza“ 65,158 Prozent. Das Foto vom vergangenen Jahr zeigt die beiden beim Turnier in Epfach. Foto: Hopp
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Platziert in der schweren Klasse: Corinna Rauch erreichte beim Turnier in Karlsfeld mit „Eminenza“ 65,158 Prozent. Das Foto vom vergangenen Jahr zeigt die beiden beim Turnier in Epfach.

REITEN

Lill und „D-Cassina“ stark im Großen Preis – Nuscheler und Rauch sammeln Schleifen

  • Paul Hopp
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Die Reit-Turniere in ganz Deutschland sind wieder in vollem Gange - wenn auch unter besonderen Voraussetzungen. Die Landkreis-Reiter wissen dennoch zu überzeugen.

Landkreis – Die Reiter gehörten zu den ersten Sportlern, die nach dem strengen Lockdown im Frühjahr wieder mit regulären Wettkämpfen begannen. Speziell im Süden Deutschlands mussten in Folge der Corona-Pandemie zwar viele Veranstaltungen abgesagt werden, doch insgesamt ist die Turnier-Saison in vollem Gange. Die Frauen und Männer aus dem Landkreis präsentierten sich zuletzt in guter Form – hier ein Überblick.

Springen

Topreiter aus über 30 Nationen waren zum „Jumping Jam“ nach Riesenbeck gekommen. Auf der Anlage, die aus einer Idee unter anderem von Ludger Beerbaum (viermaliger Olympiasieger, zweimaliger Weltmeister) entstand, standen an zwei Wochenenden insgesamt 30 internationale Prüfungen auf dem Programm. Im zweiten Teil zeigte Maximilian Lill aus Antdorf feine Vorstellungen. Vor allem in der letzten Prüfung, dem Großen Preis von Riesenbeck, mischte der 26-Jährige ganz vorn mit. Im Sattel der Stute „D-Cassina“ blieb er im ersten Umlauf über die 1,45 Meter hohen Hindernisse fehlerfrei und zog ins Stechen ein. Dort verhinderte ein Abwurf ein absolutes Top-Ergebnis. Der neunte Rang unter 67 Reitern stellte dennoch ein beachtliches Resultat dar. Den GP-Sieg in Riesenbeck holte sich Lokalmatador Christian Kukuk mit dem Hengst „Mumbai“.

„D-Cassina“ hat noch nicht allzu viel Erfahrung auf diesem Niveau. Die Nullfehlerrunde kommentierte Lill auf seinem Facebook-Account daher auch mit einem strahlenden Emoji. Zwei Wochen davor hatte die Stute ihren ersten Grand-Prix über 1,55 Meter hohe Hindernisse absolviert. Im belgischen Opglabbeek landete Lill mit „D-Cassina“ auf dem neunten Rang und damit unter den Platzierten. Das Stechen verpassten beide allerdings, und zwar um die Winzigkeit von sieben Hundertstelsekunden. „Der Reiter war ein bisschen zu langsam“, meinte Lill lakonisch.

In Riesenbeck war der aus Antdorf stammende Reiter noch in mehreren anderen Wettbewerben am Start. Das beste Ergebnis gelang ihm mit dem Wallach „Stakan“ im Finale der „Kleinen Tour“, einer Zwei-Phasen-Springprüfung. Ein Nullfehler-Ritt und eine schnelle Zeit bescherten dem Duo den zweiten Rang.

Vielseitigkeit

Um an Vielseitigkeitsturnieren teilnehmen zu können, müssen die Reiter aus der Region in diesem Jahr weit fahren. Meike Weber und Robert Sirch von den „Pferdefreunden Fischen“ führte der Weg bis nach Hamm-Rhynern in Westfalen.

Webers neunjährige Stute „Kiaora“ (Spitzname „Guz“) absolvierte dort ihr zweites Drei-Sterne-CCI. Zu einer Platzierung reichte es mit Rang 19 (66,50 Punkte) in ihrer Abteilung am Ende nicht, doch entscheidend war für die Reiterin vor allem die Performance des Pferdes. Und da fiel das Fazit positiv aus. Regelrecht begeistert war Weber von der Vorstellung der Stute auf der anspruchsvollen Geländestrecke. „,Guz‘ lieferte ab“, so lautete der Kommentar auf „Facebook“. Das Pferd habe alle Aufgaben so gelöst, als habe es sich auf einer leichteren Strecke befunden. Lediglich Zeitfehlerpunkte wurden notiert. Als „weiter verbesserungsfähig“ bezeichnete Weber den Auftritt in der ersten Disziplin, der Dressur. Nach dem Auftakt lag das Duo auf dem 27. Rang. Im Springen „finden wir langsam unseren Rhythmus besser“, so die Reiterin. Ein Abwurf am vierten Sprung „war zu verschmerzen“.

Über 120 Paare, aufgeteilt nach Alter der Reiter in vier Abteilungen, nahmen am Zwei-Sterne-CCI teil. Robert Sirch war dabei mit zwei Pferden im Einsatz. Aufgrund einiger Zeitfehlerpunkte gab es jeweils Plätze im hinteren Mittelfeld. Mit „Kilcoltrim Seanie“ belegte Sirch den 37. Rang (60,40). In der Dressur hatte das Duo das zehntbeste Ergebnis erreicht. Mit „Kilcoltrim Skyline“ landete der Routinier aus Pähl-Fischen auf dem 39. Platz (66,340). In Sirchs Abteilung ritten auch bekannte Reiter wie Andreas Dibiowski und Sara Algotsson Ostholt.

Dressur

Rein sportlich gesehen lief für Cosima von Fircks das Turnier im belgischen Sint-Truiden nicht nach Wunsch. Sie und „Nymphenburg’s Easy Fellow“ konnten in der schweren Klasse „leider nicht alles zeigen, was in uns steckt“, berichtete die Reiterin des RC Gut Adelsried via „Instagram“. Dennoch sei das Turnier eines der schönsten gewesen, das sie je besucht hatte. Denn die 21-Jährige ging gemeinsam mit ihrer älteren Schwester, Johanna von Fircks, an den Start. „Ein tolles Erlebnis, und ich hoffe, wir können das bald wiederholen“, so Cosima von Fircks. Im Prix St. Georg belegte sie im internationalen Feld den fünften Platz (70,50%) – trotz Fehler, wie sie anmerkte. In der Inter-I „hatte ich leider einen kleinen Drehwurm“, berichtete die bayerische Meisterin. Mit Rang zwölf (68,882%) schaffte sie aber dennoch die Qualifikation für die Kür. Dort bedeuteten 70,85 Prozent bei starker Konkurrenz den neunten Platz. Johanna von Fircks wurde mit „Jazz Royal“ in der Kür Elfte (70,02%).

Ein kleines Programm war am vergangenen Wochenende auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem geboten. In der Ein-Sterne-S-Prüfung ging Bettina Nuscheler ins Viereck – und durfte am Ende eine Schleife in Empfang nehmen. Mit dem Wallach „Lully“ belegte die Reiterin aus Altenstadt den siebten Rang (67,50%) unter 28 Teilnehmern.

Eine Platzierung in der schweren Klasse erreichte jüngst auch Corinna Rauch (LRFV Burggen). Mit „Eminenza“ kam sie beim Turnier in Karlsfeld auf 65,158 Prozent – eine regelrechte Punktlandung. Der Vorsprung auf die nächste Reiterin, die nicht mehr platziert wurde, betrug zwei Punkte. Am Tag davor hatten Rauch und „Eminenza“ in einer M**-Prüfung als Sechste schon eine Schleife geholt.

Eine gute Nachricht erhielt zuletzt Alexandra Maier: Die 28-Jährige aus Epfach ist wie berichtet eine von vier bayerischen Reiterinnen, die für die Amateur-DM im September in Ingolstadt nominiert ist. Der erste Platz mit „Majestix W“ im Juli in Babenhausen war letztlich ausschlaggebend für die Qualifikation.

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