In der Dressur die einzigen Bayern im großen Finale: Alexandra Maier und ihr Erfolgspferd „Majestix W“. In der Kür belegten sie den zehnten Platz.
+
In der Dressur die einzigen Bayern im großen Finale: Alexandra Maier und ihr Erfolgspferd „Majestix W“. In der Kür belegten sie den zehnten Platz.

REITEN

Alexandra Maier beste Bayerin bei Amateur-DM - Epfacherin erreicht erstmals Kür-Finale

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
    schließen

Es war bereits ihre vierte Deutsche Meisterschaft der Amateure. Dabei schaffte Alexandra Maier erstmals den Einzug ins Kür-Finale.

Epfach – Das Wohl und Wehe Bayerns – es lag komplett in den Händen von Alexandra Maier und „Majestix W“. Von den fünf bayerischen Dressurreitern, die für die deutsche Amateur-Meisterschaft nominiert worden waren, hatte einzig die Epfacherin den Sprung ins große Finale geschafft, in dem es um die Medaillen ging. Noch dazu mussten Maier und ihr 13-jähriger Wallach als erstes Paar ins Viereck reiten. Das ist oftmals eine eher undankbare Aufgabe, denn die Wertungsrichter müssen sich auch erst sortieren. Doch das bayerische Duo ließ sich vom ganzen Drumherum nicht beeindrucken und zeigte in der Prix-St.-Georges-Kür eine beachtliche Vorstellung. Am Ende gab’s einen Top-Ten-Platz und eine Schleife – so gut war es für Maier bislang bei einer Amateur-DM noch nie gelaufen. Ihr Fazit fiel entsprechend aus: „Was für ein Wochenende“, postete sie auf Instagram und fügte einen glücklichen Emoji hinzu.

Ursprünglich hätten die Titelkämpfe für Amateurreiter (als solche zählen die, die ihr Geld nicht ausschließlich mit Reiten verdienen) in Ingolstadt über die Bühne gehen sollen. Doch die Corona-Auflagen machten dem einen Strich durch die Rechnung. Das westfälische Pferdezentrum in Münster-Handorf sprang ein. Für Alexandra Maier und ihre Mutter Manuela bedeutete das eine Anfahrt über mehr als 700 Kilometer. Mit drei Pferden ist so etwas ein großer Aufwand. „Gelohnt hat es sich zum Glück“, stellte Alexandra Maier zufrieden fest.

Maier geht Umweg übers kleine Finale

Mit „Majestix W“ absolvierte die 28-Jährige die Prüfungen zur DM. Ein anderes Erfolgspferd hatte sie heuer in „Aktiv-Rente“ geschickt. In der Qualifikation, einem Prix St. Georges, holte das Duo zwar eine Platzierung, doch mit dem 13. Rang wurde der direkte Einzug ins große Finale um einen Rang verpasst. Bei einem Gesamtergebnis von 762 Punkten (66,842 Prozent) fehlten lediglich 3,5 Zähler.

Die Epfacherin ließ sich dadurch nicht entmutigen; so hieß es tags darauf „nochmal hinhalten“, wie sie es formulierte. Laut Reglement der Amateur-DM qualifizieren sich die besten drei des kleinen Finales noch für die Kür. In einer spannenden und knappen Entscheidung sicherten sich Maier und ihr Erfolgspferd mit 67,154 Prozent den dritten Platz. Damit war ein „Fluch“ besiegt: In den Jahren zuvor hatte die Epfacherin den Einzug ins große Finale der Top-15 stets verpasst, zumeist nur knapp.

Reichlich Lob via Lautsprecher

In der Kür zeigten die 28-Jährige und der Wallach dann „einen sehr schönen Ritt“, berichtete Manuela Maier. Gleich nach dem Auftritt – die Titelkämpfe waren live im Internet zu sehen – trudelten Gratulationen auf dem Smartphone ein. Bei Maiers Auftritt sei „richtig Dampf im Kessel gewesen“, so lautete eine Nachricht einer beeindruckten Freundin. Als Zehnte durfte die Epfacherin eine weitere Schleife in Empfang nehmen. In der DM-Gesamtwertung landete sie mit „Majestix W“ unter 39 Paaren auf dem 14. Rang. Die Medaillen gingen allesamt in den Norden, Gold holte Zara-Adina von Zitzewitz (mit „Donna Dini“) aus dem Landesverband Schleswig-Holstein. Die zweitbeste bayerische Reiterin, Hanna Sammet (mit „Dignity’s Hope“), landete auf dem 22. Rang.

Weiß-blaue Truppe in Münster-Handorf: die Spring- und Dressurreiter aus dem Freistaat bei der Amateur-DM mit Alexandra Maier (Zweite von rechts).

Alexandra Maier war in Münster-Handorf im Rahmenprogramm noch mit zwei weiteren Pferden in Aktion. Mit „Geronnimmo“ absolvierte sie eine Zwei-Sterne-M-Dressur. Das Besondere: Nach jedem Ritt in den M-Dressuren bekam der jeweilige Teilnehmer via Lautsprecher eine Bewertung. Nach dem Auftritt von „Geronnimmo“ gab es reichlich Lob für das von Maier selbst ausgebildete Pferd – „eine durchweg harmonische Vorstellung“, so lautete das Fazit. Dass es nicht zum Sieg reichte, sondern „nur“ zum dritten Rang lag an einem missglückten Wechsel. Maiers drittes Pferd, der Wallach „Heronymus W“ sollte vor allem Turniererfahrung sammeln. Das gelang ganz gut. In einer M*-Dressur (13. Platz) und einer M**-Dressur (11. Platz) zeigte er „zwei ordentliche Runden“, so die Reiterin.

Die Amateur-DM war „ein schöner Saison-Abschluss“, so Manuela Maier. Die Zahl der Turniere hielt sich wegen Corona zwar in Grenzen, auf der „Reitanlage Maier“ war aber – bedingt durch diverse Umbauarbeiten – sehr viel Arbeit zu erledigen. Trotzdem investierte Alexandra Maier viel Zeit in die Arbeit mit ihren Pferden. „Sie hat das toll gemacht und war fleißig“, so Manuela Maier. Lohn waren nun vier Schleifen und viel Lob bei der Amateur-DM.

Auch interessant

Kommentare