Endlich Grund zur Freude hatten Marcel Schrötter (vorne im Rennanzug) und sein Team. In Spielberg fuhr der Vilgertshofener auf Platz drei, wie er selbst anzeigt.
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Endlich Grund zur Freude hatten Marcel Schrötter (vorne im Rennanzug) und sein Team. In Spielberg fuhr der Vilgertshofener auf Platz drei, wie er selbst anzeigt.

MOTORSPORT

Marcel Schrötter glücklich über Platz drei – Horrorsturz endet glimpflich

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Da ist er, der langersehnte Befreiungsschlag. Marcel Schrötter wird in Spielberg Dritter. Ein heftiger Sturz bringt seinen Erfolg kurz ins Wanken.

Vilgertshofen/Spielberg – Es war einer dieser Momente, bei dem den Zuschauern am Fernseher der Atem stockt. In der dritten Runde des Moto2-Rennens im österreichischen Spielberg kam es zu einem heftigen Unfall. Glücklicherweise wurde keiner der Fahrer schlimmer verletzt. Dennoch überschattete der Crash den gesamten Grand Prix, an dessen Ende Marcel Schrötter seine erste Podestplatzierung der Saison einfuhr. Der Vilgertshofener wurde Dritter und sorgte für einen Fingerzeig nach den schwachen Auftritten der vergangenen Wochenenden.

„Nach den schwierigen letzten Wochen ist es eine unglaubliche Erleichterung, wieder dort oben angekommen zu sein“, kommentierte Schrötter seinen dritten Platz in einer Mitteilung. Sein Dank galt der Crew und dem gesamten Team. „Dieser dritte Platz ist der Lohn für die harte Arbeit, die wir in den Qualifyings geleistet haben.“

Schrötter ging von Platz drei ins Rennen

Denn bereits am Samstag zeichnete sich ab, dass das Memminger Team „Liqui Moly Intact GP“ beim „Heimrennen“ auf dem Red Bull Ring besser zurechtkommt, als die Wochenenden zuvor in Brünn und Jerez. Schrötter fuhr von Beginn an starke Zeiten und landete im Qualifying folglich auf dem dritten Startplatz.

Der 27-Jährige kam gut ins Rennen und schob sich schon in Kurve drei auf den zweiten Platz nach vorne. Vor ihm lag nur Jorge Martin, der sich früh vom Feld absetzen konnte. Dahinter machte Schrötter einen souveränen Eindruck, während hinter ihm die Positionskämpfe tobten. In Runde drei hob es dann den WM-Führenden Enea Bastianini in der Verfolgergruppe von seiner Maschine. Der Italiener brachte sich schnell in Sicherheit, doch das Motorrad lag mitten auf der Piste. Einige Fahrer schafften es, auszuweichen, doch Hafizh Syahrin aus Malaysia sah das Motorrad zu spät und fuhr geradewegs hinein. Vom Aufprall wurde er in die Luft katapultiert, Fahrzeugteile flogen durch die Luft und weitere Piloten stürzten. Das Rennen wurde sofort unterbrochen und die Ärzte am Streckenrand versorgten die verunfallten Fahrer. Schnell kam die Meldung, dass alle Betroffenen bei Bewusstsein sind. Spätere Untersuchungen ergaben, dass Syahrin mit schweren Prellungen aber ohne einen Bruch davon gekommen ist.

Mit einem verkürzten Rennen ging es weiter

Die anderen Fahrer warteten derweil in ihren Boxen auf die Rennfortsetzung. Schrötter wirkte entspannt – bisher war es für ihn ja auch gut gelaufen. Als die Strecke von Trümmerteilen und Flüssigkeiten befreit war, ging es weiter. In den Platzierungen vor dem Abbruch wurde der Grand Prix mit einem Neustart fortgesetzt. Außerdem wurde das Rennen auf weitere 13 Runden verkürzt.

„Beim zweiten Mal bin ich aber nicht so gut weggekommen, sowie ich auch schnell gemerkt habe, dass meine Pace nicht gleich gut war wie zuvor“, berichtete Schrötter. Er verlor seinen zweiten Platz an Luca Marini, der mit dem späteren Sieger Jorge Martin fortan einen komfortablen Vorsprung auf die Verfolger herausfuhr.

Operation war richtige Entscheidung

Schrötter sah sich nun selbst in die Positionskämpfe verwickelt. „Es hat ein paar Fahrer gegeben, die mit aller Gewalt versucht haben, nach vorne zu kommen“, sagte der Vilgertshofener. Er verlor seinen dritten Platz an Remy Gardner. Der Australier stürzte aber wenig später und Schrötter hatte seinen Podestplatz zurück. Danach fand der Kalex-Pilot in „einen sauberen Rhythmus“ und brachte Platz drei unaufgeregt ins Ziel. Sein Teamkollege Tom Lüthi belegte den siebten Platz.

Neben dem erfreulichen Ergebnis zog Schrötter noch ein weiteres positives Fazit: „Spielberg hat erneut gezeigt, dass die kurzfristig eingeschobene Armoperation richtig war. Wie schon vor einer Woche hatte ich auch dieses Mal null Probleme.“

In der WM-Gesamtwertung rückte Schrötter mit nun 32 Punkten auf den elften Platz nach vorn. Die Führung übernahm Luca Marini (78 Punkte). Weiter geht es für die Moto2-Piloten bereits am kommenden Wochenende. Dann steht das nächste Rennen in Spielberg an.

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