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Vergessen sind alle Strapazen: Mareile Hertel (vorn, Mitte) und Michael Kögel (vorn, li.) nach dem Rennen.
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Geschafft: Mareile Hertel jubelt nach ihrem Triumph beim „Race across Italy“.

„Race across Italy“

Michael Kögels Wunsch ging in Erfüllung

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Als Mareile Hertel beim „Race across Italy“, einem 780 Kilometer langen Radrennen durch Italien, als Siegerin das Ziel erreichte, hatte sie das auch ein wenig Michael Kögel zu verdanken. Der Burggener begleitete sie als Physiotherapeut.

Burggen – „Hoffentlich bekomme ich wenig zu tun“, sagte Kögel im Vorfeld dieses Ultra-Rennens von Silvi (nördlich von Pescara an der Adria gelegen) hinunter an die Rivieraküste nach Gaeta (zwischen Rom und Neapel) und wieder zurück. Der Wunsch des Burggener sollte in Erfüllung gehen. „Physiotherapeutisch gab es für mich nichts zu tun“, berichtete Hertel. Das hieß aber noch lange nicht, dass er Däumchen drehen konnte. „Natürlich hatten wir im Team trotzdem genügend Arbeit: Versorgungsfahrzeug fahren, navigieren und Mareile verpflegen“, so Hertel. Die Crew der Marktoberdorferin leistete ganze Arbeit. Und am Ende durften Hertel und seine Teamkollegen jubeln, als Hertel nach 34:05:17 Stunden als schnellste Frau das Ziel in Silvi erreicht hatte.

Konzentration auf den Straßenverkehr

Als die Marktoberdorferin kurz nach 10 Uhr startete, schien die Sonne. Da für das „Race across Italy“ nicht extra die Straßen gesperrt wurden, mussten die Marktoberdorferin und ihr Begleitteam verstärkt auf den Verkehr achtgeben. Am Tag vor dem Rennen war eine Ultra-Bikerin bei einer Testfahrt von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. „Das hieß für uns: extreme Vorsicht im Verkehr“, berichtete Kögel. Besonders lebhaft war es auf den ersten Kilometern nach dem Start, als es unter den Teilnehmern immer wieder zu Überholmanövern kam.

Als der Abend anbrach, wurde es nicht nur für Mareile Hertel, sondern auch für ihre Crew anstrengend. Im Reglement war vorgeschrieben, dass das Begleitfahrzeug von 19 bis 6.30 Uhr direkt hinter dem Radfahrer sein muss. An geregelten Schlaf war da nicht zu denken. Irgendwann am Spätnachmittag hatte der Regen eingesetzt und das Thermometer sank bis auf fünf Grad. „Das war für Mareile sehr anstrengend“, so Kögel.

Mit Hupen streundende Hunde vertrieben

In der Nacht musste die Begleitcrew ihren Schützling von herumstreunenden Hunden, hauptsächlich durch lautstarkes Hupen, fernhalten. Bei Sonnenaufgang war es noch immer bitterkalt, zudem hatten die Biker mit starkem Gegenwind zu kämpfen. Mit zunehmender Dauer hatte die Marktoberdorferin unter Schulter- und Nackenbeschwerden zu leiden. Auf eine Behandlung verzichtete sie jedoch, da die zweitplatzierte Schweizerin Isa Pulver nicht allzu weit entfernt war. Mit Dehnübungen auf dem Rad sowie einer Schmerztablette versuchte Hertel, die Beschwerden zu lindern. Kurz vor dem letzten Anstieg teilte der Burggener seinem Schützling mit, dass er einen Vorsprung von etwa einer halben Stunde hatte. Hertel gab daraufhin noch einmal richtig Gas und verteidigte diesen Vorsprung bis ins Ziel. Am Ende durfte sich auch der Burggener ein bisschen als Sieger fühlen.

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