Vollen Einsatz zeigte Melanie Jurgeleit bei der Minigolf-Europameisterschaft. In Lettland wurden die 18 Bahnen extra in einer Halle aufgebaut.
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Vollen Einsatz zeigte Melanie Jurgeleit bei der Minigolf-Europameisterschaft. In Lettland wurden die 18 Bahnen extra in einer Halle aufgebaut.
Zwei Medaillen gewann die Steingadenerin.
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Zwei Medaillen gewann die Steingadenerin.

Europameisterschaft in Lettland

Minigolf-EM: Melanie Jurgeleit aus Steingaden holt zwei Medaillen

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Melanie Jurgeleit aus Steingaden spielt Minigolf für den MGC Murnau. Nun war sie bei der Jugend-Europameisterschaft in Lettland und kehrte mit zwei Medaillen zurück.

Liepaja/Steingaden – Minigolf in Lettland muss man sich so vorstellen: Zum Spielen trifft man sich in einer Halle. Es gibt Umkleiden wie im Schwimmbad. Im Nebenraum werfen manche auf Basketballkörbe. Es ist eng und manchmal laut. Aber was tut der Verband nicht alles, um seinen Sport – im Hobbybereich eine riesengroße Nummer – in die entferntesten Ecken des Kontinents zu tragen. Bei der Jugend-Europameisterschaft in Liepaja – Hafenstadt, 76 000 Einwohner, drittgrößter Ballungsraum des Landes – verwandelten die Ausrichter ein Laser-Tag-Areal flott in ein Bahnengolf-Zentrum.

Man ging einen einmaligen Tausch ein: Den Reiz des Freiluftsports ersetzte ein Turnier unter Laborbedingungen. Keine Temperaturschwankungen, kein Regen, kein Wind. Das freute die Betreuer, die sonst vor jeder Bahn die Bälle präparieren. Melanie Jurgeleit, die Nationalspielerin vom MGC Murnau, befand: „Tendenziell war ich auf den Bahnen besser.“ Bei ihr lag das aber auch am Training im Vorfeld. „Ich habe relativ viel gespielt in letzter Zeit.“ Sie hat im Juni Abitur gemacht. Der Sommer danach gehörte ihr. Mit Bronze im Matchplay sowie Silber im Team haben sich die vielen Stunden auf den Bahnen ausgezahlt. Trotzdem betont die Steingadenerin: „Ich bin nicht zu 100 Prozent zufrieden.“ Ein paar Runden hätten besser laufen können.

Im Team nur Silber für Deutschland

Im achten von zehn Durchgängen des Einzel-Wettkampfs benötigte sie für die 18 Löcher 26 Schläge – vier über ihrem Schnitt. Auf diesem Niveau geht so eine Runde als Patzer durch. Am Ende fehlten sechs Schläge zu einer dritten Medaille. Über den sechsten Platz ärgere sie sich aber nicht, betont die 19-Jährige. Eher schon über Silber im Team. Die Deutschen treten seit jeher mit dem Anspruch an, Gold zu holen – wie im übrigen auch die Schweden, die Sieger.

Während es die deutsche Mannschaft mit Ausgeglichenheit versuchte, verließen sich die Skandinavierinnen auf Jennifer Göransson – so etwas wie das Supertalent dieser Sportart. Im deutschen Lager haben sie nachgeforscht und Erschreckendes erfahren. Selbst bei den schwedischen Meisterschaften der Erwachsenen schaffte es Göransson auf das Podest. „Sie hat die Mannschaft gerettet“, lobt Jurgeleit. Die Differenz der zwei Auswahlen nach 24 Runden: lächerliche zwei Schläge. Göransson profitierte wie keine andere von der sterilen Umgebung. Ihr Schnitt von 20,5 Schlägen pro Runde fällt in die Kategorie „Weltklasse“. Aber auch sie offenbarte Schwächen.

Jurgeleit hat die Favoritin am Rande der Niederlage

Im Matchplay, im Kampf eins gegen eins, hätte Jurgeleit sie beinahe geschlagen. Vier Bahnen vor Schluss führte die MGC-Sportlerin mit zwei Punkten Vorsprung. Von den Minuten danach, und was da passierte, weiß sie nicht mehr viel. Sonderlich nervös war sie nicht, gut geschlagen habe sie auch. Doch irgendwie schaffte es die Dreifach-Weltmeisterin aus Schweden noch, das Duell zu drehen. „Mega geärgert“ hat sich Jurgeleit, der der Matchplay-Modus gefällt. Eine verpatzte Bahn fällt nicht so ins Gewicht. „Das erleichtert.“

Mit der Europameisterschaft endet hochoffiziell ihre Jugend-Karriere. Am 1. September beginnt – wenn man so will – das Erwachsenenleben. Beim Rettungsdienst in Schongau fängt sie ein Soziales Jahr an. Minigolf wird sie weiterhin in Murnau spielen. Das Zweitliga-Team plant mit ihr. Nur auf nationalen und internationalen Turnieren wird ihr Name fehlen. Früher opferte sie ihre Ferien, nun müsste sie ihre kostbaren Urlaubstage aufwenden. Das mag sie nicht. „Kürzertreten“ nennt sie es, betont aber: „Komplett höre ich nicht auf.“

Ebenfalls aus Steingaden kommt Daniel Burkart, der auf dem Weg zum Volleyballprofi ist. 

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