Andrea Filser vom SV Wildsteig bei Ski-WM 2021 in Cortina d‘Ampezzo (Italien).
+
Rundherum glücklich: Andrea Filser zieht nicht nur wegen des Gewinns der Bronzemedaille im Teamwettbewerb eine positive WM-Bilanz. Auch mit ihren Ergebnissen in den Einzelbewerben ist die Wildsteigerin zufrieden.

Ski alpin: Andrea Filser zieht positive WM-Bilanz

Andrea Filser kann Gewinn der Bronze-Medaille noch immer nicht richtig fassen

Gleich bei ihrer ersten WM-Teilnahme hat Andrea Filser eine Medaille gewonnen. So richtig begriffen hat die Wildsteigerin aber noch nicht, was ihr da gelungen ist.

Wildsteig – Zwei Wochen sind mittlerweile vergangen, seit sich Andrea Filser (SV Wildsteig) bei den Titelkämpfen in Cortina d’Ampezzo (Italien) ihre erste WM-Medaille umhängen durfte. Eine besondere Zeit, der von einem ganz bestimmten Augenblick geprägt ist, den die 27-Jährige für immer in ihrem Kopf haben wird. Den Moment, in dem ihr klar wurde, dass sie bei ihrer ersten WM eine Medaille gewonnen hatte, wird Filser wohl nie mehr vergessen. „Ich konnte erst gar nicht glauben, was da passiert. Du arbeitest so lange darauf hin und auf einmal ist er da.“

Ski alpin: Noch immer kann Andrea Filser ihren Erfolg nicht richtig in Worte fassen

Es fällt ihr immer noch schwer, diesen einen Moment in Worte zu fassen. All die Interviews, Glückwünsche und alles, was danach kam, war auch wunderschön, aber an diesen einen Moment, als auf der Anzeige „Germany“ aufleuchtete, kommt nichts heran. Außer vielleicht die Siegerehrung, bei der ihr der Teamkollege Stefan Luitz die Medaille umhängte. Oder auch die eigene Fahrt im kleinen Finale gegen die Schweiz. „Als ich meinen Heat gewonnen habe und schneller war als Wendy Holdener, das war auch einfach perfekt“, so Filser.

Ski alpin: Erst auf ihrem Zimmer kehrte bei Andrea Filser wieder Ruhe ein

Allerdings, so erinnert sich die Wildsteigerin, sei sie bis zum Schluss voll im Rennmodus gewesen, voll fokussiert. „Unser oberstes Ziel an diesem Tag war, in jedem Lauf eine schnelle Zeit zu fahren und möglichst unsere Heats zu gewinnen. Was drum herum geschehen ist, habe ich kaum wahrgenommen“, berichtet die 27-Jährige. Als sie als dritte Fahrerin des deutschen Teams im kleinen Finale ins Ziel kam, musste Teamkollege Stefan Luitz sie erst einmal auf den neuesten Stand bringen. Und dann, während sie mit dem vierten Läufer des Teams, Alexander Schmid, mitfieberte, dämmerte ihr langsam, um was es da gerade eigentlich ging. „Mein Puls war dauerhoch, erst vom Fahren, dann vom Mitfiebern und schließlich vor Freude.“ Ruhe kehrte erst wieder ein, als sie mit Zimmerkollegin Lena Dürr ihre Medaillen und Holzeichhörnchen, der Ehrenpreis, den jeder Medaillengewinner zusätzlich erhielt, im Zimmer aufstellten. „Wir haben die Eichhörnchen auf dem Schrank platziert und mit unseren Medaillen dekoriert“, erzählt Filser – der denkbar beste Anblick für die restlichen WM-Tage.

Es war einfach schön zu sehen, wie viele Menschen mir von Herzen gratuliert haben und teilweise Tränen in den Augen hatten.

Andrea Filser

Auch zu Hause hält sie es momentan noch so. „Ich habe noch keinen speziellen Platz gefunden, aktuell steht beides mitten auf meinem Wohnzimmertisch“, immer im Blickfeld. Sehen wollten die Medaille nach der WM viele Wildsteiger. „Es war einfach schön zu sehen, wie viele Menschen mir von Herzen gratuliert haben und teilweise Tränen in den Augen hatten.“ Wildsteig mit seinen gut 1200 Einwohnern ist nicht sehr groß, und nahezu jeder kennt Filsers Geschichte, ihre Leidenschaft und ihren Kampf gegen die Verletzungen zurück auf die große Skibühne. Dass dieser Kampf nun mit einer Medaille belohnt wurde, ist sicherlich vor allem ihre eigene Leistung, der eigene Ehrgeiz. „Aber ein Teil der Medaille gehört auch meiner Familie und meinen Freunden, die immer für mich da waren“, betont Filser. Natürlich überstrahlt die Teammedaille Filsers Tage in Cortina, dennoch ist sie auch stolz auf ihre Ergebnisse in den Einzelwettbewerben. „Vor allem die zweiten Durchgänge waren gut und ich habe ordentlich Platzierungen herausgefahren.“

Ski alpin: Schwung von der WM möchte Andrea Filser in die anstehenden Weltcup-rennen mitnehmen

Diesen Schwung möchte die 27-Jährige in die noch anstehenden Rennen im Weltcup mitnehmen. In Jasna (Slowakei) stehen an diesem Samstag ein Riesentorlauf und am Sonntag ein Slalom auf dem Programm. Eine Woche später in Are (Schweden) folgen zwei weitere Slaloms (12. und 13. März). In beiden Disziplinen ist die Wildsteigerin momentan gut drauf, in beiden würde sie gern noch Punkte sammeln. Es wäre der passende Abschluss für ihre erste komplette Weltcup- und WM-Saison. KATHRIN EBENHOCH

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare