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Novum: Peiting und Schongau kegeln gemeinsam

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Die gemeinsame Spielstätte der SpG Peiting-Schongau ist die Kegelbahn in Schongau. Matthias Hüller (vorne) hier bei einem Zweitliga-Spiel ist nicht mehr dabei.
Die gemeinsame Spielstätte der SpG Peiting-Schongau ist die Kegelbahn in Schongau. Matthias Hüller (vorne) hier bei einem Zweitliga-Spiel ist nicht mehr dabei. © Halmel

Nach dem Abstieg der Peitinger Kegler aus der 2. Bundesliga kommt es in der neuen Saison zu einem Novum: Peiting und Schongau gehen im Liga-Betrieb als Spielgemeinschaft an den Start.

Peiting/Schongau – Im Mai spielten die Peitinger Kegler ein vorerst letztes Mal in der 2. Bundesliga. Mit dem sportlichen Abstieg in die Bayernliga endete eine Ära. Zuvor spielten die Peitinger seit 2002 durchgehend in einer der beiden höchsten deutschen Spielklassen. Ein Umbruch stand dem Team bevor. Arrivierte Spieler verließen den Verein, Spieler aus dem eigenen Nachwuchs rückten in die erste Mannschaft auf. Aus einem der ältesten Teams sollte eines der jüngsten werden. Ob dieses Unterfangen aufgehen sollte, hinterließ Fragezeichen. Doch nun kommt alles anders. Denn in der kommenden Saison treten Blau-Weiß Peiting und Schwarz-Gelb Schongau als Spielgemeinschaft an.

„Aus sportlicher Sicht hat die Vernunft gesiegt“, sagt Volker Hickisch, Abteilungsleiter der Peitinger Kegler. Nach dem Abstieg und durch den Abgang von drei „absoluten Stützen des Teams“ hatte Hickisch in der Sommerpause ein gemischtes Gefühl. Schließlich sei zu diesem Zeitpunkt nicht klar gewesen, ob man überhaupt zwei Peitinger Kegelteams für den Spielbetrieb melden könne. Denn auch die zweite Mannschaft hatte nur einen kleinen Kader und stand vor einer ungewissen sportlichen Zukunft.

Vernunft siegte über skeptisches Gemurmel

Der rettende Anruf kam schließlich aus Schongau. Schwarz-Gelb, auch in Personalnöten, suchte einen Spielpartner für die kommende Saison. Beide profitieren nun davon. „Weil die zweite Peitinger Mannschaft aus Spielermangel sonst nicht hätte aufsteigen können“, erklärt Marcus Wolf von den Schongauer Keglern. „Die Förderung des lokalen Kegelsportes und nicht die lokale Rivalität steht doch im Vordergrund“, sagt er.

Einige Gespräche später stand das Thema bereits in den jeweiligen Hauptversammlungen der Vereine zur Debatte. Wie Hickisch berichtet, hätte es anfangs durchaus skeptisches Gemurmel in Peiting gegeben, doch die Argumente überzeugten. Die Bedingungen für die erste Spielgemeinschaft zwischen Peiting und Schongau wurden kurz darauf festgelegt. Bei der Bindung handle es sich demnach um eine rein sportliche. Dabei sei zu betonen, dass die beiden Vereine in ihrer ursprünglichen Form bestehen bleiben, auch in finanzieller Hinsicht weiterhin eigenständig agieren. Nur auf der Bahn sollen eben nun Peitinger und Schongauer geeint auf Punktejagd gehen.

Bei der Namensgebung spielte der Verband die entscheidende Rolle

Nun blieb nur mehr ein weiterer Streitpunkt in Causa „Spielgemeinschaft“ offen: Die Frage nach dem Teamnamen. Für Volker Hickisch mitsamt Peitinger Kegelkollegen von Anfang an eine klare Sache: „Peiting müsse vornestehen“, sagt der Abteilungsleiter, schließlich bringe man den größeren Anteil an Sportlern in die Spielgemeinschaft ein. Diese Auffassung führte auf Schongauer Seite durchaus zu anfänglichem Gesprächsbedarf. Doch laut Wolf sei letztlich aufgrund der Vorgaben des Verbandes keine Alternative zulässig gewesen. „Der höherklassige Verein muss erstgenannt werden“, erzählt er, „und so rum geht es auch einfach leichter von der Zunge.“

Beide Mannschaften, da sind sich Hickisch und Wolf einig, können nun von den neuen Trainingsmöglichkeiten und der erhöhten Qualität im Kader profitieren. Spielstätte bleibt die Kegelbahn in Schongau. Womöglich schaffen es die Vereine somit an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. Eine Hochphase hatten die Teams in der Saison 2010/11. Zur Weihnachtspause belegte Peiting Platz drei in der 1. Bundesliga. Schongau stand auf einem gesicherten Mittelfeldplatz in der Landesliga. Die Schongauer Frauen, die in der kommenden Saison auch gemeinsam mit Peiting spielen, waren seinerzeit in der Regionalliga vorn dabei.

Diesen Samstag starten alle Teams in die Saison

Groß ist die Vorfreude auf den Saisonauftakt. Die SpG Peiting-Schongau I tritt in der Bayernliga am kommenden Samstag um 15.30 Uhr in Straubing an. Die SpG Peiting-Schongau II ist in der Bezirksoberliga am Samstag (15 Uhr) in Kolbermoor zu Gast. Das erste Heimspiel der Spielgemeinschaft tragen am Samstag (14 Uhr) die Frauen aus. Sie empfangen in der Landesliga Fortuna Penzberg zum Landkreisduell.

von Max Edinger

Blau-Weiß Peiting schrieb jahrelang eine Erfolgsgeschichte in den zwei höchsten deutschen Spielklassen. 

Auch im Stockschießen ist Peiting spitze. Am Wochenende erreichten die Peitinger das Champions-League-Halbfinale.

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