Zentraler Bestandteil des Hertha-Teams: Philipp Floritz (Mi.) ist die Nummer eins beim Zweitliga-Aufsteiger aus Berlin. Stammkräfte sind zudem Jakub Kosowski (2.v.l.) und Torben Wosik (2.v.r.).
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Zentraler Bestandteil des Hertha-Teams: Philipp Floritz (Mi.) ist die Nummer eins beim Zweitliga-Aufsteiger aus Berlin. Stammkräfte sind zudem Jakub Kosowski (2.v.l.) und Torben Wosik (2.v.r.).

TISCHTENNIS

Nur ein paar Tage Erholung - Philipp Floritz bereitet sich schon wieder auf den Re-Start in der 2. Liga vor

Nach elf Jahren war Philipp Floritz in die 2. Bundesliga zurückgekehrt. Vom Lockdown lässt er sich nicht stoppen, sodnern trainiert schon wieder für den Re-Start.

Birkland – Eigentlich würde sich Philipp Floritz in diesen Tagen in seiner Wahlheimat Bremen auf die nächsten Meisterschaftsspiele in der 2. Bundesliga vorbereiten. Eigentlich – doch was ist in Zeiten von Corona schon normal oder planbar? Anstatt in der Hansestadt zweimal täglich in der Box zu schwitzen und an seiner Form zu arbeiten, befindet sich der Tischtennis-Profi aus Birkland in der Heimat. Eine Woche ließ der 28-Jährige seinen Schläger unlängst in der Tasche. „Ich habe Pause gemacht und mich erholt“, erzählt Floritz. Anstatt am Tisch zu stehen und gegen den Plastikball zu schlagen, wurde im eigenen Fitnessraum an Kraft und Ausdauer gearbeitet. Doch damit ist nun langsam Schluss. Der Tischtennissport rückt wieder in den Vordergrund.

Mit dem ehemaligen Drittligaspieler des FC Bayern München, Florian Kaindl (TSG Thannhausen), wird in der eigenen Halle in Birkland nunmehr geschwitzt und dem Re-Start entgegengefiebert. Doch Floritz steht nicht nur als Aktiver am Tisch, sondern betreibt weiterhin mit Kaindl die eigene Tischtennis-Akademie und bietet privates Einzeltraining an. „Viele wollen spielen, dürfen aber aufgrund der geschlossenen Hallen nicht ihrem großen Hobby nachgehen“, weiß der ehemalige deutsche Nationalspieler. „Unser Sport bietet sich unter der Woche als Abwechslung zu Schule und Beruf hervorragend an.“ Deshalb haben Interessenten die Möglichkeit, mit dem langjährigen Erstligaspieler zu trainieren. Weitere Informationen sind auf www.tt-akademie-floritzkaindl.jimdofree.com zu finden.

Floritz bisher ungeschlagen

Zurück zum Spieler Philipp Floritz, der nach elfjähriger Absenz, damals noch im Trikot des TV 1879 Hilpoltstein, wieder in das Bundesliga-Unterhaus zurückgekehrt ist. Mit der „alten Dame“ Hertha BSC Berlin bestritt das Eigengewächs des TTC Birkland bislang allerdings erst zwei Begegnungen. Nach der 3:5-Heimniederlage gegen den TTC Fortuna Passau folgte am 24. Oktober ein 4:4-Unentschieden daheim gegen den Mitaufsteiger NSU Neckarsulm. Dass der Hauptstadt-Klub noch auf seinen ersten Saisonsieg wartet, liegt nicht an Floritz. Vier Spiele – vier Siege. So lautet die Zwischenbilanz. „Ich habe meine Einzel relativ souverän gewonnen und auch gut gespielt. Für mich ist die Unterbrechung sicherlich nicht optimal.“ Das Präsidium des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) hatte beschlossen, den Spielbetrieb in den 2. und 3. Bundesligen sowohl bei den Damen als auch Herren zunächst bis zum 30. November zu unterbrechen. Wie es danach weitergeht, ist noch völlig unklar. „Planmäßig haben wir im Dezember drei Spiele zu bestreiten“, berichtet der Birkländer nach einem Blick in seinen Terminkalender. Außerdem sind schon vier Partien abgesagt worden, die auch noch irgendwann ausgetragen werden müssten.

Die große Frage aktuell: Wird wie in den Ligen des Bayerischen Tischtennis-Verbandes (ByTTV) nur eine Halbserie gespielt oder aber werden die noch ausstehenden Begegnungen bis April nachgeholt? „Wir müssen auf alle Szenarien vorbereitet sein. Deshalb werde ich auch so langsam wieder mein Trainingspensum hochfahren.“ Schließlich möchte Philipp Floritz mit der Hertha die 2. Bundesliga nicht nach nur einem Jahr wieder verlassen. „Die Klasse ist in dieser Saison extrem ausgeglichen. Es gibt zehn Teams, die sich gegenseitig die Punkte abnehmen können“, sagt der Birkländer. Panik kehrt bei den Blau-Weißen nach dem mäßigen Start nicht auf. „Es ist noch alles möglich. 1:3 Punkte sind kein Beinbruch. Nur eines ist auch klar: Jetzt muss was kommen!“

VON MARCO STEINBRENNER

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