Tokio 2020 - Schießen - Monika Karsch vom Team Deutschland
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Sie muss um den Finaleinzug in der Disziplin „Sportpistole“ kämpfen: Monika Karsch.

Schiessen: Olympia in Tokio

Verflixte letzte Serie: Monika Karsch muss um Finaleinzug kämpfen

  • VonChristian Heinrich
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Eine Olympia-Medaille mit der Sportpistole ist ihr Ziel. Doch dafür muss Sportschützin Monika Karsch nun in Tokio schwer kämpfen. Im ersten Teil des Wettbewerbes wurde ihr die letzte Serie zum Verhängnis.

Tokio/Rott - Eigentlich ist Monika Karsch eine echte Frohnatur. Nach dem ersten Teil des Programms mit der Sportpistole konnte die gebürtige Schongauerin ihre Enttäuschung nicht verbergen. „Es ist einfach schade, wenn man gut gearbeitet hat, aber nicht belohnt wird“, klagte die 38-Jährige nach den drei Serien in der Präzision. Am Ende standen für sie 288 Ringe zu Buche, die vor dem zweiten Part am Freitagmorgen Rang 23 bedeuten. Um noch einen Platz im olympischen Finale der besten Acht zu erreichen, muss die Sportsoldatin drei Ringe aufholen. Das ist nicht unmöglich, zumal ihr das Duell besser liegt als die Präzision. „Ich hätte mir eine bessere Ausgangsposition erwartet, aber es geht weiter“, gibt sie sich kämpferisch.

Dass Karsch die Rolle der Jägerin übernimmt, war nach der ersten Serie nicht zu erwarten. In der ersten Hälfte des Durchgangs streute sie zwar zwei Neuner ein, doch dann folgten fünf Zehner am Stück. Mit 98 Ringen lag die Schützin, die in Rott aufgewachsen ist, klar auf Kurs. Auch die zweite Serie gelang ihr vortrefflich. Am Ende verzeichnete sie zwar einen Neuner mehr als zum Auftakt, aber sieben Zehner sorgten für komfortable 97 Zähler. Was ihr im dritten Abschnitt widerfuhr, blieb schleierhaft. Bei Karsch riss jedenfalls der Faden. Nur noch drei Schüsse fanden den Weg direkt ins Ziel. Sieben schrammten daran vorbei. Bei den letzten vier der zehn Versuche wollte ihr kein einziger Zehner mehr glücken. Mit einer 93 verhagelte sie sich ihr Ergebnis.

Monika Karsch muss drei Ringe aufholen

„Leider hat sich unsere Präzisionsschwäche in den Wettkämpfen fortgesetzt“, kommentierte Barbara Georgi das Resultat. Die Bundestrainerin wies jedoch darauf hin, „dass Moni ein bisschen Pech mit sechs 9,9-Wertungen hatte, davon drei in der letzten Serie“. Mit etwas mehr Glück hätte für sie leicht auch ein Resultat über 290 Ringe herausspringen können. „Ein Neuner ist ein Neuner und ein Zehner ist ein Zehner“, kommentierte Thomas Karsch aus der Ferne die Leistung seiner Frau. Der Landestrainer Pistole des Bayerischen Schützen-Bundes räumte ein, „dass sie zum Schluss etwas die Geduld verlor und ein paar kleine Fehler gemacht hat“.

Aufstecken steht für die Schützin jedoch nicht zur Debatte. Gleich nach dem Wettkampf hat sie Duell trainiert und eine gute Leistung abgeliefert. „Sie weiß, dass sie jetzt cool bleiben muss“, schätzt ihr Mann ihre Situation zwischen den beiden Wettkämpfen ein. Klar ist, dass einige Konkurrentinnen, die vor ihr liegen, das Duell nicht zu ihren Stärken zählen. Hinzu kommt, dass die Olympia-Zweite von Rio ein unverbesserlicher Optimist ist, der aus jeder Lage etwas machen kann. „Es liegt ihr schon, aus der Defensive alles herauszuholen“, rechnet Thomas Karsch damit, dass sie mit drei guten Serien im Duell die Scharte wieder auswetzen kann und wie vor fünf Jahren in Rio wieder ins Finale einzieht. „Der Glaube ist jetzt wichtig“, sagt ihr Gemahl. Zum Valentinstag hat er ihr eine Halskette mit vergoldeten olympischen Ringen geschenkt. Dieser Talisman sollte jetzt seine Wirkung nicht versagen.

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