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Der Nachwuchs im Eisstockschießen ermittelte in Peiting seine Europameister. 
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Der Nachwuchs im Eisstockschießen ermittelte in Peiting seine Europameister. 

Eisstockschießen

Gold für Lokalmatador Michael Lindner bei der Eisstock-EM in Peiting

Bei der EM in Peiting glänzte auch einer, der im Ort bestens bekannt ist: Michael Lindner. Er trat im Mannschaftswettbewerb an – und erfüllte alle Erwartungen.

Peiting – Er genoss sichtlich die Glückwünsche, Umarmungen und das Bussi der Freundin – und später noch die große Feier in der Gaststätte Bergwerk. Das Heimspiel wurde für Michael Lindner zum Heimerfolg. Er holte mit seinem Team, der deutschen U23, Gold bei den Nachwuchs-Europameisterschaften. Die fanden von vergangenem Mittwoch bis Samstag in der Peitinger Eishalle statt. In Ziel- sowie Mannschaftswettbewerben suchten die U23 – getrennt nach Männern und Frauen –, die U16 und die U19 ihre neuen Titelträger.

Lindners Vater, Organisator der EM, hatte seinem Sohn im Teamwettbewerb der U23 schon im Vorfeld beste Chancen garantiert. „Mit Sicherheit ist unsere Mannschaft im Finale dabei“, sagte Christian Lindner bei der Eröffnung. Er behielt Recht. Schon in den Vor- und Rückrundenspielen demonstrierten sie ihre Klasse, gaben kein Spiel ab. In der Finalrunde setzten Michael Lindner und Co. noch eins drauf. Mit 24:6 gewannen sie das Finale gegen Italien, das im Halbfinalspiel gegen Österreich wider Erwarten mit 18:8 die Oberhand behalten hatte. „Bei mir ist es gut gelaufen, meine Trefferquote war super“, sagte Michael Lindner. „Nur einmal habe ich im Spiel gegen Österreich nicht getroffen.“

Michael Lindner gewinnt Gold im Mannschaftswettbewerb

Eisstockschießen auf höchstem Niveau gewinnt immer mehr Freunde. Das bestätigte Christian Lindner, der Präsident des Deutschen Stockschützen-Verbandes ist, bei der feierlichen Eröffnung. „Als wir 2006 zuletzt die Nachwuchsmeisterschaften ausgerichtet haben, waren gerade mal sechs Nationen dabei. Heute sind es zehn Nationen, die zu den Europameisterschaften antreten“, sagte er. „Die Eisstock-Familie ist gewachsen.“

Bei der letzten EM in Peiting stellten die Österreicher sieben Europameister, Deutschland nur zwei. Mit der Ausbeute diesmal war er auch nicht ganz zufrieden. „Elf Titel wurden vergeben. Sechs gingen an Österreich, nur fünf an Deutschland“, zog er Bilanz. Dass beim finalen Mannschaftsschießen der U19 die deutsche Vertretung gegen Österreich schon mit 17:0 vorne lang, dann aber noch den Gleichstand kassierte und in der Verlängerung unterlag, ärgerte ihn besonders. „Wir haben Spiele zu leichtsinnig abgegeben.“

Die Junioren U23 erfüllten aber die Erwartungen – mit ihnen der Peitinger Michael Lindner, der bei den Vorrundenspielen und den Finalen dabei war. „Ich sehe mich eher als defensiver Spieler. Ich maße und lege meistens vor“, nennt er seine Stärken. „Eingesetzt werde ich entweder am Anfang oder zum Schluss als vierter Mann. Das entscheidet der Trainer je nach Spielverlauf.“ Josef Helmbrecht ist der Teamchef, der einteilt.

Erstmals zehn Nationen mit dabei

Zum gemeinsamen Training treffen sich die Mannschafts-Stockschützen eher selten. „Ich trainiere zweimal die Woche alleine, lediglich vor den gemeinsamen Einsätzen kommen wir mal zusammen“, sagt Lindner. Wie vor der Europameisterschaft, als das Junioren-Nationalteam bei einem Vorbereitungsturnier den dritten Platz belegte.

Gerne wäre auch Lindners Schwester Franziska bei der Heim-EM dabei gewesen. „Leider habe ich mich nicht qualifiziert“, bedauert die 18-Jährige. Sie hofft auf einen späteren Einsatz. „Dann aber eher bei den Juniorinnen U23“, sagt der jüngste Spross der Eisstock-Familie Lindner. Bis zur U19 gibt es nämlich keine Mädchenrunde. „Da müsste ich mich bei den Buben qualifizieren, das ist noch etwas schwieriger“, sagte Franziska Lindner, die auch schon internationale Einsätze hinter sich hat und alles auf sich zukommen lassen will.

Neben Deutschland und Österreich waren auch Italien und Frankreich stark vertreten. Und sogar aus Litauen reisten viele jugendliche Eisstockschützen an. Das freute auch die Obrigkeit. Manfred Schäfer aus Mannheim, Präsident des Eisstock-Weltverbandes, war begeistert, dass „so viele Nationen dabei sind. Peiting genießt bei solchen internationalen Events einen guten Ruf“, lobte er den Ausrichter.

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Spitzenreiter Peiting baut seine Führung aus

Den Worten schlossen sich Vize-Bürgermeister Franz Seidel („hochkarätige Athleten kommen gerne nach Peiting und zeigen einen guten Sport“), TSV-Präsident Günter Neureuther und BLSV-Chef Franz Schlesinger gerne an. Den sportlichen Eid zur Eröffnung sprach Michael Lindner, nachdem die deutsche Vertretung die von Vorjahres-Ausrichter Österreich mitgebrachte Fahne des Eisstock-Weltverbandes gehisst hatte. Damit war die viertägige Veranstaltung eröffnet. Der Siegeszug von Lindner und seinem Team konnte beginnen.

VON DIETMAR FRIEBEL

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