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Eiszeit bei den Stockschützen - Nach bayernweitem Ligabetrieb fällt nun auch Bundesliga Süd aus

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Von: Phillip Plesch

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Die Peitinger (im Bild die erste Mannschaft mit Ludwig Baumgartner (li.) von der Firma BaLu-Eisstöcke) präsentierten sich als gute Gastgeber.
Die Peitinger (im Bild die erste Mannschaft mit Ludwig Baumgartner (li.) von der Firma BaLu-Eisstöcke) präsentierten sich als gute Gastgeber. © Verein

Die Corona-Krise trifft die Stockschützen hart. Der Ligabetrieb im Sommer fiel aus und auch im Winter wird nicht gespielt. Selbst die Budnesliga Süd ist nun abgesagt.

Peiting – Dass den Stockschützen des TSV Peiting kein leichter Winter bevorsteht, ist spätestens seit dieser Woche klar. Denn es wurde bekannt, dass die Eisstock-Bundesliga Süd nicht ausgetragen wird. Von der 2. Bundesliga abwärts bis zur Kreisliga war die Saison vom Bayerischen Eissport-Verband (BEV) bereits im September gestrichen worden.

Für Christian Lindner vom TSV Peiting ist die Absage der Bundesliga ein Witz. Laut Satzung müssen Teams für die Deutsche Meisterschaft vom jeweiligen Landesobmann gemeldet werden. In Bayern ist das Alois Bosl. „Er weigert sich, Mannschaften für die Meisterschaft zu melden“, beklagt Lindner. Daher sei die Bundesliga Süd, in der ausschließlich bayerische Teams starten, nicht zustande gekommen. Ohne das Ziel, bei der Deutschen Meisterschaft zu starten, sei auch ein Ligabetrieb ohne Wert.

Für Bosl sei es schizophren, wenn die Bundesliga ausgetragen wird und alle Ligen darunter ruhen müssen. „Dann kommt es vor, dass im gleichen Verein die erste Mannschaft spielt und die zweite nicht. Das würde keiner verstehen und wäre ein Unding.“ Dass in den unteren Ligen nicht gespielt werden kann, begründet der Landesobmann damit, dass infolge verschiedener Hygienekonzepte teilweise nur 56 Menschen gleichzeitig in die Halle dürfen oder nach zwei Stunden Spielzeit für 20 Minuten gelüftet werden muss. Sechs Kreise hatten schon vor der Absage beschlossen, diesen Winter nicht zu spielen. „Für die Sportler war es zu riskant, da das Durchschnittsalter dort über 60 Jahren lag“, erklärt Bosl.

Stockschützen befürchten Mitglieder-Schwund

Lindner poltert: „Funktionäre sind dafür da, dass der Sport aufrechterhalten wird. Der Staat kümmert sich um die Gesundheit.“ Da es aktuell erlaubt sei, sollte man auch spielen. Wie es möglich ist, zeigten die Peitinger am vergangenen Wochenende mit dem BaLu-Cup in eigener Halle (siehe unten). „Stockschießen ist der einzige Mannschaftssport, der kontaktlos ausgetragen wird“, sagt Lindner. „Wir müssen uns nicht anfassen und können die Abstände einhalten.“ Um das zu gewährleisten, setzte der Eisstock-Weltverband sogar eine Regel außer Kraft, die besagt, dass nur ein Spieler hinter der Begrenzungslinie stehen darf. Die Daube soll mit den Füßen verschoben werden oder vom Schiedsrichter, der Handschuhe trägt.

Lindner befürchtet, dass die Stockschützen Mitglieder verlieren werden. „Die Quittung kriegen wir in fünf bis zehn Jahren“, ist sich der Weltverbandsvorsitzende sicher. Jugendliche wechseln zu anderen Sportarten und Senioren, die dann über ein Jahr nicht gespielt haben, hören auf. „Es ist nun mal so, dass der größte Anteil der Stockschützen zwischen 30 und 45 Jahren alt ist, wir aber auch eine große Gruppe zwischen 50 und 75 Jahren haben“, erklärt Lindner. „Das ist auch super so, aber die Älteren müssen immer wieder zum Spielen angeschoben werden.“

Kleinere Turniere sind erlaubt

„Zumindest die Jugend möchten wir im Spielbetrieb halten“, sagt Alois Bosl. Die Gefahr, den Nachwuchs an andere Sportarten zu verlieren, sieht er auch. Ansonsten habe er für die Entscheidungen aber eine große Zustimmung erfahren. „Die Stockschützen sind einsichtig“, sagt er. Bisher habe sich noch kein Team abgemeldet.

Die Stockschützen des TSV Peiting haben ihr Trainingspensum bisher wie gewohnt abgespult. „Immer mittwochs trainieren wir“, berichtet Lindner. Um nicht ganz ohne Wettkampf auskommen zu müssen, werden die Peitinger verschiedene kleinere Turniere spielen. Nächste Woche ist in Peiting ein Duo-Turnier geplant. Für Ende November ist der Europacup angesetzt.

Positives Fazit nach BaLu-Cup

Für die Stockschützen des TSV Peiting war es das erste Turnier der Winter-Saison. Im heimischen Eisstadion trugen sie den „Internationalen BaLu-Cup“ aus. Unter elf teilnehmenden Teams landeten die TSV-Mannschaften am Ende auf den Plätzen sieben und neun. „Das Teilnehmerfeld war bombenstark“, sagt Christian Lindner vom TSV. Den Sieg holten sich die Stockschützen des TSV Hartpenning vor der Deutschen Nationalmannschaft und dem EC Planegg-Geisenbrunn.

Wichtiger als das sportliche Ergebnis war den Peitingern aber, die Maßnahmen einzuhalten. „Besser geht´s nicht“, lautet das Fazit von Lindner. „Alle Stockschützen haben Masken getragen und sie nur zum Spielen abgenommen. Sporttaschen wurden an vorgegebenen Plätzen abgestellt“, schildert der Peitinger Teamsprecher. Und nach der Siegerehrung auf der Eisfläche haben alle umgehend das Eisstadion verlassen.

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