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Zeichen des Erfolgs: Stefanie Strauß nach ihrem Titelgewinn bei der DM in Coburg.
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Der Rekordversuch: Das Foto zeigt Stefanie Strauß im dritten Durchgang, in dem sie bei der deutschen Meisterschaft 102,5 Kilo nach oben drückt.

Kraftsport

Bärenstark: Meistertitel mit persönlichem Rekord

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  • Roland Halmel
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Mit je einem Titel reisten die Peitinger Stefanie Strauß und Sebastian Kucharek von der deutschen Meisterschaft im Bankdrücken nach Hause. Strauß übertraf erstmals eine besondere Marke.

Peiting – Für gewöhnlich „bin ich vor einem Wettkampf immer super-nervös“, sagt Stefanie Strauß. Doch diesmal war alles anders, obwohl ein Saisonhöhepunkt – die deutsche Meisterschaft im Bankdrücken – anstand. „Ich bin da ganz locker hingegangen“, berichtet die Peitingerin und klingt dabei, als könne sie es immer noch nicht glauben. Die Lockerheit tat ihrer Leistungsfähigkeit keinen Abbruch – im Gegenteil. Die 37-Jährige gewann in Coburg bei den Aktiven (so heißen die Erwachsenen bis 40 Jahre) in souveräner Manier die Klasse bis 72,0 Kilo, obendrein schaffte sie eine persönliche Bestleistung.

Stefanie Strauß: Goldmedaille mit persönlichem Rekord

Im letzten Versuch drückte Strauß 102,5 Kilo – in einem offiziellen Wettkampf war ihr das bis dato noch nicht gelungen. Wäre sie ihrem normalen Wettkampf-Prozedere gefolgt, dann hätte die Peitingerin 105 Kilo auflegen lassen. Von Versuch zu Versuch „gehe ich normalerweise um fünf Kilo rauf“, erklärt die Sportlerin des AC Kaufbeuren. Doch Strauß wollte es nicht übertreiben, „auch wenn ich einen sauguten Tag hatte“. Mit 100 Kilo hatte sie im zweiten Versuch ihren persönlichen Rekord eingestellt. Nun sollte endlich ein Ergebnis jenseits dieser Marke her. „Für mich war es psychologisch ganz wichtig, das zu schaffen.“ Also packte sie „nur“ 2,5 Kilo mehr drauf – und drückte sie praktisch problemlos.

Stefanie Strauß: Top auch in der Relativwertung

Den Titel hatte sie souverän geholt. Im ersten Versuch (95,0 Kilo) übertraf Strauß die Konkurrenz. Die größte Widersacherin, Michelle Barth (AC Siegfried Darmstadt), hatte im zweiten Versuch 92,5 Kilo gedrückt, der letzte Versuch (95,0) war ungültig. Dass der letzte Durchgang misslingt, ist nichts Ungewöhnliches. „Da geht man auf Risiko“, so die Peitingerin.

Strauß durfte sich in Coburg noch über eine weitere Auszeichnung freuen: Sie war relativ gesehen die Beste bei den weiblichen Aktiven. „Das ist super“, sagt die Sozialpädagogin. In die Relativ-Wertung (berechnet mit dem „Wilks-Koeffizienten“) fließt neben dem gedrückten Gewicht das das Körpergewicht und das Geschlecht des Athleten mit ein. Strauß (mit 68,6 Kilo die leichteste Athletin ihrer Klasse) brachte es auf 103,4 Punkte, damit lag sie deutlich vor allen anderen der insgesamt 15 Teilnehmerinnen.

Stefanie Strauß: In Coburg als Titelverteidigerin am Start

Strauß war als Titelverteidigerin nach Coburg gereist. 2018 hatte sie in Frauenau (Niederbayern) bei der DM des Bundesverbands Deutscher Kraftdreikämpfer sowohl ihre Klasse (mit gedrückten 100 Kilo) als auch die Relativwertung gewonnen. Der Erfolg und die Erfahrung aus dem Vorjahr spielten heuer für sie keine große Rolle: „In jedem Wettkampf geht es von Neuem los.“

Drei Monate vor der deutschen Meisterschaft hatte sie ihren ersten internationalen Wettkampf absolviert, und das bei der EM im Bankdrücken in Luxemburg. Dort belegte sie mit 100,0 gedrückten Kilo den achten Platz. Wirklich zufrieden war Strauß trotz der persönlichen Bestleistung nicht: „Ich hatte keinen guten Tag.“ Im zweiten Versuch wollte Strauß schon 100 Kilo stemmen, doch da die Hantel auf dem Körper nicht ganz genau in Position war, musste sie lange auf das Start-Kommando warten, was letztlich zu viel Kraft kostete. Der Versuch wurde ungültig gewertet. 

Stefanie Strauß: Platz acht beim EM-Debüt

Dennoch war der Trip zur EM „eine super Erfahrung“, so Strauß. Ein internationaler Wettkampf „ist doch etwas anderes. Da sieht man, wie stark man noch werden kann“. Die Medaillenplätze gingen an drei Frauen aus dem hohen Norden. Die Klasse bis 72 Kilo gewann Annika Zelander (Schweden) mit 128,0 Kilo vor der Finnin Susanna Torronen (125,0) und der Schwedin Vilma Olsson (112,5). Beste Deutsche unter elf Starterinnen war die Hamburgerin Friederike Hoppe (105,0) als Fünfte.

Stefanie Strauß, die zwei- bis dreimal pro Woche trainiert (meist im „Atlantis-Sportcenter“ in Peiting), hat „total Spaß“ am Bankdrücken – und in ihrem Sport noch einiges vor. „Ich hoffe, nächstes Jahr packe ich die 105 Kilo“, sagt sie. Und wer weiß, wie weit es noch nach oben geht. Der deutsche Rekord für Athletinnen bis 72 Kilo liegt altersklassenübergreifend derzeit bei 109 Kilo; aufgestellt hat ihn Nicole Börsch (Jg. 1976/Altersklasse 1) vom AC Haiger beim Wettkampf in Coburg.

Gold für Sebastian Kucharek

Neben Stefanie Strauß hat bei der DM im Bankdrücken des Bundesverbands Deutscher Kraftdreikämpfer ein weiterer Peitinger aufgetrumpft. Sebastian Kucharek siegte bei den Männern der Altersklasse 1 bis 105 Kilo. Der 40-Jährige, der heuer in Forchheim – wie Strauß auch – bayerischer Meister geworden war, drückte in Coburg 185,0 Kilo. Der Zweitplatzierte, Thomas Krämer (AC Weinheim), brachte es auf 177,5 Kilo. Sein Sieges-Resultat schaffte Kucharek im zweiten Versuch, eingestiegen war er mit 175,0 Kilo. Nachdem schon klar war, dass er gewonnen hatte, ging er volles Risiko. „Er hat mich gefragt, was er drücken soll“, berichtet Strauß. Sie haben dann 195 Kilo auf einen Zettel geschrieben. „Das war wohl etwas viel“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Das Gewicht konnte Kucharek nicht ordnungsgemäß stemmen, der Versuch war ungültig.

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