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Aus dem Abstiegskampf ins Aufstiegrennen

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Von: Thomas Fritzmeier

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Traum in orange: Thomas Landes, Michaela Brosselt-Guggemos, Daniel Waldar, Steffi Böhm, Andreas Wiedemann und Fritz Aigner (von links) dürfen auf den Aufstieg in die Bundesliga hoffen. © Privat

Peiting - Das trifft sich gut: Weil die beiden Top-Teams nicht aufsteigen dürfen, können die Luftpistolenschützen des SV Peiting plötzlich vom Sprung in die 1. Liga träumen – dabei wollten sie eigentlich nur unbedingt in der Zweiten bleiben.

Folgendes Szenario: Sie erleben mit ihrer Mannschaft eine Saison mit einigen Höhen und vielen Tiefen. Am Ende läuft alles auf ein großes Finale hinaus. Ihr Team muss beide Duelle gewinnen, um den direkten Abstieg zu vermeiden. Sie erfüllen die Pflicht. Gewinnen beide Wettkämpfe, müssen aber die Ergebnisse der anderen Paarungen abwarten, um wirklich sicher zu sein. Dann streikt die Technik. Stunden später sitzen Sie am Computer, warten auf die Erlösung. Die kommt. Sie haben es geschafft, der Abstieg ist vom Tisch. Der Verbleib in der Liga ist aber weiter ungewiss – denn plötzlich dürfen sie sogar vom Aufstieg träumen. Gibt’s nicht? Denkste.

Den Peitinger Luftpistolenschützen ist genau das passiert. Als Drittletzter der 2. Bundesliga Süd reisten sie zum finalen Wettkampftag nach Schweinfurt, besiegten die direkten Konkurrenten Schweinfurt und Erlangen jeweils knapp mit 3:2. Da die anderen Teams der Liga quasi für den SVP schossen, verbesserten sich die Peitinger auf Platz vier der Tabelle. Der Clou: Weil die HSG München 2 und Kelheim-Gmünd 2 – die Top-Teams der zweiten Liga – nicht aufstiegsberechtigt sind, rutschen die nächstbesten Vereine, also der Dritt- und Viertplatzierte, nach. Daher dürfen die Peitinger an diesem Sonntag in München beim Relegations-Wettkampf um den Aufstieg in die Bundesliga antreten.

„Als die Tabelle endlich im Internet stand und ich gesehen habe, dass wir Vierter sind, habe ich meinen Augen kaum getraut“, sagt SVP-Sprecher Thomas Landes. „Das war ein super Gefühl.“ So ganz nebenbei schafften die Peitinger damit auch noch etwas Historisches. Sie sind die erste Mannschaft aus dem Schützengau Schongau, die an einem Relegationsschießen zur Bundesliga teilnehmen wird.

Wenn alles gut geht, könnten sie am Sonntag der Gau-Geschichte noch ein weiteres Kapitel hinzufügen. Denn die Aufstiegs-Chancen stehen gar nicht so schlecht, wie man vielleicht annehmen möchte. „Die Ergebnisse der anderen Teilnehmer sind vergleichbar mit unseren. Wir haben eine reelle Möglichkeit, zumindest Zweiter (reicht zum Aufstieg, die Red.) zu werden“, sagt Landes. „Allerdings muss dafür schon alles zusammenpassen.“

Sollte der Peitinger Traum tatsächlich wahr werden, der Sprung in die erste Bundesliga gelingen, muss der Verein in den kommenden Monaten aber noch einige Hürden überwinden. Unter anderem muss ein geeigneter Wettkampfort her. Die Anlage in Dießen, wo der SVP aktuell seine Heimkämpfe austrägt, entspricht nicht den Vorgaben der Eliteliga. „Unser Schützenmeister hat aber gesagt, man würde im Fall der Fälle versuchen, eine Lösung zu finden. Wir müssen also nicht absichtlich danebenschießen“, sagt Landes und lacht.

Dieses Szenario wäre ja auch wirklich unglaublich.

Thomas Fritzmeier

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