Der Trainer tritt ab: Nach fünf Jahren verlässt Sebastian Buchwieser den EC Peiting.
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Der Trainer tritt ab: Nach fünf Jahren verlässt Sebastian Buchwieser den EC Peiting. Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht geklärt.

Eishockey: Trotz frühen Ausscheidens in den Play-offs der Oberliga Süd

EC Peiting zieht positive Saisonbilanz

  • Roland Halmel
    vonRoland Halmel
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Keine Zuschauer und dreimalige Zwangspause: Oberligist EC Peiting hat wahrlich keine leichte Saison hinter sich. Von Schwarzmalerei sind die Verantwortlichen aber weit entfernt.

Peiting – Zweimal erst in der Verlängerung verloren, aber eben verloren: Bereits nach drei Spielen war für den EC Peiting in den Play-offs der Oberliga Süd Endstation. Für den Verein fand eine mehr als schwierige Saison im Viertelfinal-Duell gegen die Starbulls Rosenheim ein schnelles Ende. Das 0:3 in der Serie gegen den favorisierten Tabellendritten der Hauptrunde änderte aber nichts an dem durchaus positiven Fazit, das die verantwortlichen des ECP zogen.

Wir waren oft am Drücker, haben uns nicht unterkriegen lassen. Aber letztlich haben ein paar Prozent gefehlt.

Thomas Zeck, Vorsitzender des EC Peiting

„Ich denke schon, dass wir diese sehr schwierige Saison positiv gestalten konnten“, urteilte Coach Sebastian Buchwieser nach seinem letzten Einsatz für den ECP hinter der Bande. Der 41-Jährige hatte schon frühzeitig erklärt, die Peitinger nach fünf Jahren zu verlassen, um sich eine neue Herausforderung zu suchen. Auch der ECP-Vorsitzende Thomas Zeck zeigte sich nicht unzufrieden: „Durch die ständigen Corona-Pausen, wir waren ja dreimal davon betroffen, war es für die Mannschaft extrem schwer, die Leistung abzurufen, zu der sie normalerweise imstande wäre. Deshalb bin ich mit dem Abschneiden situationsbedingt zufrieden“, urteilte Zeck. „Wir waren oft am Drücker, haben uns nicht unterkriegen lassen. Aber letztlich haben ein paar Prozent gefehlt“, so Zeck. Für ihn spiegelte das Duell gegen die Rosenheimer laut Zeck ganz gut die ganze Saison der Peitinger wider. „Für uns war es wichtig, die Spielzeit zu Ende zu bringen und wirtschaftlich ordentlich dazustehen“, nannte Buchwieser zwei Ziele, die sich der ECP gesetzt hatte – und die auch erreicht wurden. „Die Sponsoren haben uns die Treue gehalten, und natürlich auch durch die staatlichen Ausgleichszahlungen konnten wir die Saison ganz gut meistern“, so Zeck, der eine erste wirtschaftliche Bilanz zog.

Eishockey: Gleich zu Beginn bekamen einige Stammkräfte des EC Peiting Spielverbot von ihrem Arbeitgeber

Aus sportlicher Sicht gaben die Peitinger trotz der schwierigen Umstände ein durchwegs gutes Bild ab. „Wir hatten uns vorgenommen, den jungen Spielern viel Eiszeit zu geben“, erklärte Buchwieser. Durch die vielen Ausfälle musste der ECP_Coach immer wieder auf Leistungsträger verzichten. So brachen gleich zu Saisonbeginn Stammkräfte wie Dominic Krabbat oder Tim Rohrbach weg, weil sie von ihrem Arbeitgeber keine Freigabe erhielten. So erhielten Talente wie Maximilian Söll, Pius Seitz und Markus Czogallik Spielpraxis, sie wurden quasi ins kalte Wasser geworfen. „In den Play-offs war es dann schön zu sehen, dass wir gegen eine Traditionsmannschaft wie die Rosenheimer absolut mithalten konnten, und das mit Leuten, die im letzten Jahr im Nachwuchs in der DNL3 gespielt haben“, so Buchwieser, der über die Entwicklung dieser Spieler sehr zufrieden ist.

Eishockey: Trainer Sebastian Buchwieser lobt die Special-Teams des EC Peiting

Einen Sprung machte auch Lukas Gohlke. „Er hat sich von einem Dritte-Reihe-Kämpfer zu einem Spielmacher gemausert“, lobte Buchwieser, der auch mit seinen Specials-Teams, also den Akteuren im Über- und Unterzahlspiel, überaus zufrieden ist. In der Statistik beider Kategorien mischte der ECP vorn mit. „Wenn man unser Budget anschaut, das im Vergleich zu anderen Teams der Liga deutlich geringer ausfällt, ist das erfreulich“, urteilte Peitings Coach, der aber ein wenig mit der Chancenverwertung seines Team hadert. Da hätte er sich einige Tore mehr gewünscht, aber „wir waren da leider nicht so effektiv“, so Buchwieser.

Eishockey: Neuzugang Hlozek sowie die Kontingentspieler Nagtzaam und Mazanec mit Höhen und Tiefen

Für sein Team war es aber auch nicht leicht, nach drei längeren Corona-Pausen in einen ordentlichen Spielrhythmus zu kommen. Bei einigen Spielern führte dies auch zu deutlichen Leistungsschwankungen. Neuzugang Martin Hlozek etwa, laut Buchwieser „ein aufstrebendes Talent“, legte los wie die Feuerwehr, um im weiteren Verlauf jedoch abzutauchen. Erst zu Beginn des Jahres 2021 fand er langsam in die Spur zurück, um am Ende mit 15 Treffern als zweitbester Peitinger Torschütze ins Ziel zu kommen. Nardo Nagtzaam erzielte 20 Tore, was den Niederländer zum teaminternen Torschützenkönig machte. Wichtige Impulse in den entscheidenden Situationen konnte er in seiner zweiten Saison in Peiting allerdings nur selten geben. Der zweite Ausländer, der Tscheche Martin Mazanec, kam nur langsam in die Gänge. „Er war dann aber die erwartete Stütze“, lobte so Buchwieser die Leistung des 31-jährigen Verteidigers.

Über Florian Hechenrieder braucht man nicht diskutieren. Er ist einer der stärksten Torhüter der Liga.

Sebastian Buchwieser, Trainer des EC Peiting

Auch an den Torhütern gab es für Peitings scheidenden Trainer nichts auszusetzen. „Über Florian Hechenrieder braucht man nicht diskutieren. Er ist einer der stärksten Torhüter der Liga“, so Buchwiesers Urteil. Seiner neuen Nummer zwei, Elias Fischbacher, hätte er gern mehr Einsatzzeit verschafft, was aber die coronabedingten Spielausfälle verhinderten. „Trotzdem hat er sich super entwickelt“, lobte Buchwieser. Einen richtigen Tiefpunkt seines Teams machte er in dieser Saison nicht aus, wobei die 3:8-Pleite gegen den SC Riessersee im ersten Heimspiel schon schmerzte, „weil wir da eigentlich die bessere Mannschaft waren,“ so Buchwieser. Er verabschiedet sich durchaus mit etwas Wehmut aus Peiting. „Weil mir der ECP schon ans Herz gewachsen ist“, räumt er ein. Seinem Nachfolger, wer immer das auch sein mag, wünscht er alles Gute. „Ich hoffe, dass er den erfolgreiche Weg des Vereins, schon wegen der engagierten Leute im Management, mit der Mannschaft fortsetzt.“

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