Zweikampf mit dem Teamkollegen: Marcel Schrötter (l.) im Duell mit dem Italiener Tony Arbolino (re.). Hinter den beiden der Thailänder Somklat Chantra. Beide Fahrer hatte Schrötter im Ziel hinter sich gelassen.
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Zweikampf mit dem Teamkollegen: Marcel Schrötter (l.) im Duell mit dem Italiener Tony Arbolino (re.). Hinter den beiden der Thailänder Somklat Chantra. Beide Fahrer hatte Schrötter im Ziel hinter sich gelassen.

MOTORSPORT

Marcel Schrötter: Rätselraten am Beginn, Glück am Ende

  • Paul Hopp
    VonPaul Hopp
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Marcel Schrötter hat erneut ein Top-Ten-Ergebnis eingefahren. In Barcelona erlebte er ein diffiziles Moto2-Rennen. Und am Schluss hatte der Vilgertshofener großes Glück.

Barcelona – Das, was früher die Normalität war, mutet nach über einem Jahr Corona ungewöhnlich an. Beim Grand-Prix von Katalonien in der Nähe von Barcelona waren erstmals seit Langem wieder Zuschauer in größeren Mengen zugelassen. An die 20 000 Zuschauer waren gekommen, um die Motorradfahrer in den drei verschiedenen WM-Klassen zu bestaunen. Das nahmen auch die Piloten wohlwollend wahr.

Es sei schön gewesen, „wieder einmal die gute Stimmung auf den Rängen erlebt haben zu dürfen“, teilte Marcel Schrötter mit. Der Vilgertshofener schaffte es zwar nicht, sein Ergebnis von Mugello (5. Platz) zu toppen, fuhr als Achter aber wertvolle Punkte für die WM-Wertung ein.

Im Kampf um die Startplätze hatte der Pilot vom Memminger „Liqui Moly Intact GP“-Team wie schon an den Wochenenden davor das Q2-Race erreicht. Letztlich sprang der 13. Startplatz heraus. Im Warm-Up setzte Schrötter mit Rang fünf ein Ausrufezeichen. Fürs Rennen half ihm das wenig, denn dort lief es anders als gedacht. „Ich war sehr überrascht, wie langsam und schwierig das Rennen war. Ich hatte am Anfang Mühe, schnell zu fahren, die Balance vom Motorrad zu verstehen – und auch der Kampf um mich herum war nicht ohne“, sagte Schrötter. „Diese endlosen Zweikämpfe hindern einen dann aber letztlich daran, konstante Runden zu fahren und die Lücken zu schließen.“ Dass er mit dem Motorrad zu tun hatte, „kam schon etwas unerwartet, weil die Temperaturen nicht wärmer waren als die letzten Tage“, so der Deutsche.

Aufgrund der Probleme am Anfang „konnte ich nicht schnell genug mit dem Überholen beginnen“. In der dritten Runde vor Schluss hatte Schrötter Glück, dass er nicht in einen Sturz verwickelt wurde. Die beiden unmittelbar vor ihm fahrenden Hector Garzo (Spanien) und Fabio di Giannantonio (Italien) stürzten in der ersten Kurve nach Start-und-Ziel. Beide rutschten nach links weg, Schrötter konnte in der Rechtskurve vorbei fahren. „Ich bin mir auch sehr sicher, dass ich einen, wenn nicht sogar beide in den letzten zwei Runden noch geschnappt hätte“, sagte der Vilgertshofener.

Das Rennen der Moto2-Klasse gewann der australische WM-Spitzenreiter Remy Gardner vor den beiden Spaniern Raul Fernandez (+1,872 Sekunden zurück) und Xavi Vierge (+2,886). Schrötter hatte bei der Zieldurchfahrt etwa 13 Sekunden Rückstand auf den Dritten.

Am Sonntag, 20. Juni, wartet auf Schrötter der Heim-Grand-Prix, wenn der Motorrad-Tross am Sachsenring (zwischen Chemnitz und Zwickau gelegen) Station macht. „Ich freue mich schon drauf, auch wenn es wegen fehlender Fans sehr eigenartig dort sein wird“, so der Vilgertshofener.

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