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Ein wahres Schmuckstück: Mit ihrem Opel GT freuen sich Beate Schwarz-Lang und Andreas Lang aus Peiting schon auf ihren ersten Einsatz bei der Rallye Oberland.

24. Rallye Oberland

Als Ehepaar zusammen im Cockpit eines Opel GT

Beate Schwarz-Lang und Andreas Lang starten in der Klasse „Retro“ erstmals bei der Rallye Oberland - als verheiratetes Team. 

Peiting – Vor dem Gesetz sind Andreas Lang und Beate Schwarz-Lang schon lange ein Paar. Seit 16 Jahren sind sie verheiratet. Auch im Cockpit des Opel GT harmoniert das Paar aus Peiting. Der Hang zum Motorsport eint beide. Deshalb ist es für sie selbstverständlich, auch bei der Rallye Oberland am Samstag aktiv dabei zu sein. Sie starten in der Klasse „Retro“, die für das große Vierrad-Spektakel als zusätzlicher Hingucker geschaffen wurde. Vor der Ausfahrt steht jedoch der Fleiß.

„Mit 18 Jahren konnte ich mir noch kein Auto leisten“, erzählt Lang. Später, vor 22 Jahren, war es aber so weit. „Da habe ich mich nach einem Auto umgeschaut und bin fündig geworden“, so Lang. Der Opel GT musste es sein, ein Traum von Fahrzeug, wie es der 56-Jährige bezeichnet. Mit normaler Straßenzulassung und 90 PS, die Lang in Eigenarbeit aber in den folgenden beiden Jahren mit Einspritzer statt Vergaser auf 105 Pferdestärken tunte. Auch weitere Teile, alles Originale, hat er für Rallye-Einsätze zugebaut. Dann stand er da, der herrliche Super-Flitzer, der auch heute noch seinen zuverlässigen Dienst auf der Straße tut.

Im Opel GT die Liebe zum Rallyesport entdeckt

„Einfach ist es nicht, heutzutage noch Originalteile für das inzwischen historische Fahrzeug des Baujahrs 1969 aufzutreiben“, sagt Lang. „Notwendige Ersatzteile, die nicht mehr in der Produktion sind, werden teilweise mit Gold aufgewogen.“ Doch er hat vorgesorgt: „Ich habe mir auf Oldtimer-Märkten und im Internet in den 22 Jahren ein umfangreiches Ersatzteillager angesammelt, das müsste reichen.“ Zudem ist Lang, im Prototypenbau bei Hoerbiger in Schongau beschäftigt, technisch erfahren genug, sich etwas einfallen zu lassen, wenn der Opel GT mal streiken sollte. Tut er aber nicht. „Opel ist zuverlässig“, schwärmt Lang, „und bei dem Fahrzeug kann ich noch alles selbst machen.“

Seit 1999 hat der Opel GT das H-Kennzeichen für Oldtimer. Das weckte bei Lang, der früher auch Autoslaloms gefahren ist, Begehrlichkeiten, bei Oldtimer-Wettbewerben mitzumachen. Von 2005 bis 2009 starteten er und seine Ehefrau bei Gleichmäßigkeits-Veranstaltungen und fuhren auch schon Erfolge ein. Platz vier und eins bei der Helfenstein Rallye, zweimal Zweite und einmal Sieger bei der Wartburg Rallye und weitere Spitzenplätze sprechen für die Harmonie im Cockpit. Natürlich war das Paar auch schon bei der Pfaffenwinkel-Classik dabei. „Man muss immer ein gutes Team sein“, meldet sich Beate Schwarz-Lang, die in Landsberg in der Rational Patentabteilung arbeitet, zu Wort. „Wenn mal etwas nicht klappt, dann darf man nicht lange streiten.“ Und Andreas Lang bestätigt: „Das funktioniert bei uns immer super.“ Wichtig sei das Gefühl für die Geschwindigkeit.

In der Klasse „Retro“ gewinnt, wer am nächsten an die Minutenvorgabe kommt

Nach 2009 setzten die Oldtimer-Fans aus, was den Motorsport-Einsatz betrifft. Weiterbildung und Meisterschule forderten Andreas Lang beruflich. Als allerdings bei der Rallye Oberland im vergangenen Jahr zur Bereicherung die Klasse „Retro“ (für Zuverlässigkeit) eingeführt worden war, fing das Paar aus Peiting wieder Feuer. „Wir wollten schon voriges Jahr mitfahren, aber leider haben wir damals den Meldetermin versäumt“, gesteht Lang und spricht dabei auch die Beantragung der Lizenz an. „Wenn solch ein Wettbewerb gewissermaßen vor der Haustür stattfindet, wollen wir dabei sein“, sagt Schwarz-Lang. Bemühungen, bei der Rallye als Vorfahrzeug zu starten, scheiterten damals.

Am Samstag sind Andreas Lang und Beate Schwarz-Lang aber dabei. Mit ihrem Opel GT, der locker 200 Kilometer pro Stunde macht. Ob es auch für einen Spitzenplatz reicht? „Da lassen wir uns überraschen. Aber die Konkurrenz ist sehr gut“, so Lang. Bei der Klasse „Retro“ gilt es, die Strecken in den vom Veranstalter vorgegebenen Minuten möglichst auf Hundertstelsekunden genau zu schaffen. Wer den Zeiten am nächsten kommt, hat gewonnen. Doch ob Sieg oder nicht, eines ist gewiss: Die Fahrzeuge sind Hingucker, ganz nach dem Herzen der Besucher an der Strecke.

Rallye 70

Die „Rallye 70“ besteht aus drei Strecken, die je zweimal gefahren werden. Wer in der jeweiligen Wertungsklasse für die sechs Fahrten am wenigsten Zeit braucht, ist der Sieger. Sektion 1: Peiting: 12.18 Uhr, Wildsteig: 12.56 Uhr, Altenstadt: 13.49 Uhr Sektion 2: Peiting: 14.43 Uhr, Wildsteig: 15.21 Uhr, Altenstadt: 16.14 Uhr

Retro-Rallye 

Bei der „Retro-Rallye“ müssen die Fahrzeuge mindestens 20 Jahre alt sein. Es geht darum, möglichst nah an die vorgegebene Zeit zu kommen. Die „Retro-Rallye“ startet jeweils circa 15 Minuten nach dem letzten Fahrzeug der „Rallye 70“.

von Dietmar Friebel

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