Die Fans müssen warten: Bilder wie dieses von der Zuschauerprüfung in Altenstadt vergangenes Jahr sind derzeit nicht vorstellbar. Die Motorsportler hoffen, 2021 wieder Rennen fahren zu dürfen.
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Die Fans müssen warten: Bilder wie dieses von der Zuschauerprüfung in Altenstadt vergangenes Jahr sind derzeit nicht vorstellbar. Die Motorsportler hoffen, 2021 wieder Rennen fahren zu dürfen.

Motorsport

Erst hochgestuft, dann abgesagt - Rallye Oberland frühestens 2021

Die Rallye Oberland wäre in diesem Jahr ein DM-Lauf gewesen. Doch nun wurde die Veranstaltung abgesagt. Die Hoffnung haben die Veranstalter aber nicht aufgegeben.

Landkreis – Es sollte das große Motorsport-Event des Jahres im Landkreis werden. Für Freitag, 25., und Samstag, 26. September, war die ADAC Rallye Oberland geplant. Diesmal sollte sie sogar als ADAC Rallye Masters und als Lauf zur Deutschen Meisterschaft ausgetragen werden. Das war zuletzt 2009 der Fall. Doch Corona machte der Veranstaltergemeinschaft Oberland und allen Motorsportanhängern einen Strich durch die Rechnung. Schweren Herzens wurde die Großveranstaltung kürzlich abgesagt.

„Es ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Oliver Ahl, der als Geschäftsführer und Organisationsleiter zum Kern der Veranstalter-Mannschaft gehört und stellvertretender Vorsitzender beim MSC Altenstadt ist. „Für uns hat sich die Chance ergeben, dass wir die Veranstaltung machen können und wir haben uns riesig darauf gefreut“, sagt Ahl. „Bis Anfang Juni, schon während der Pandemie-Zeit, waren wir noch optimistisch und die Vorbereitungen waren schon fortgeschritten.“

Bis auf Zeitaufwand kaum Kosten entstanden

Für heuer kein Motorsport mehr: Organisationsleiter Oliver Ahl nimmt es gelassen.

Mit dem Landratsamt als oberste Genehmigungsbehörde war die Veranstaltergemeinschaft stets im Gespräch, entscheidende Angaben, ob das Event stattfinden kann oder abgesagt werden muss, gab es zunächst nicht. Dann kam die Nachricht, dass das Amt frühestens Anfang September eine Entscheidung treffen könne. „Das wäre für uns zu spät gewesen“, sagt Ahl im Hinblick auf die Kosten, die bis dahin entstanden wären. Der 43-Jährige, der bei Zimmerei und Ingenieurbüro Riedle in Hohenfurch als Geschäftsführer beschäftigt ist, beziffert die Kosten für solch eine Rallye auf 80 000 bis 100 000 Euro. „Das hätten wir nicht verantworten können, wenn wir dann später doch hätten absagen müssen. So sind uns bis auf einigen Zeitaufwand noch keine wesentlichen Kosten entstanden“, so Ahl. Acht Sitzungen hielten die Verantwortlichen im Vorfeld ab. Später besprachen sie sich ein paarmal online.

Den Zuschlag für die Rallye als Lauf zur Deutschen Meisterschaft bekamen die „Oberlandler“, weil sich bei der Drei-Städte-Rallye Terminschwierigkeiten ergeben hatten. Die war für Oktober geplant, doch auf den Termin verlegte die FIA die Deutschlandrallye, die als einziger WM-Lauf in Deutschland Vorrang hat. Und im September zu fahren, war wegen einer anderen Großveranstaltung in Passau nicht möglich. Also trat der ADAC mit dem Ersuchen an die Oberland-Strategen heran, die ADAC Rallye Oberland als DM-Lauf hochzustufen.

Bürgermeister der Gemeinden waren bereits kontaktiert

Gesagt, getan. „Wir hatten uns sehr schnell abgesprochen, das Angebot anzunehmen“, berichtet Ahl. Das Feuer war entfacht. Als großes Organisationsteam mit den Motorsportvereinen aus Altenstadt, Schongau, Hohenpeißenberg, Peiting, Lechbruck, Roßhaupten und Peißenberg sowie unter Mithilfe erfahrener Leute aus Niederbayern wäre der Wettbewerb mit rund 500 Helfern zu stemmen gewesen.

Die Entscheidung, das ADAC-Angebot „DM-Lauf“ anzunehmen, fiel bereits im Dezember vergangenen Jahres. Fortan machten sich die Funktionäre auf die Suche nach passenden Strecken für die Wertungsläufe zwischen 90 und 120 Kilometern. Kurse in und um Schönberg, Altenstadt, Burggen, Peiting, Wildsteig, Hohenpeißenberg und Wessobrunn waren in der Planung – nach vorherigen Anfragen bei sämtlichen Anliegern. Zudem haben Oliver Ahl und seine Kollegen im Organisationsteam auch die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden kontaktiert. „Die waren alle positiv eingestellt“, sagt der 43-Jährige. Zu endgültigen Gemeinderatsbeschlüssen ist es allerdings nirgends gekommen, denn aufgrund der Absage wurden die entsprechenden Anträge zeitnah zurückgezogen.

Jubiläum vielleicht 2021

Zentrum und Service der Rallye wären diesmal in Weilheim die Hochlandhalle und Umgebung gewesen. „In unserer Schongauer Region hätten wir keinen Platz in der Größenordnung gefunden“, erklärt Ahl. Er ist sich aber sicher, dass die Rallye für den gesamten Landkreis ein Gewinn gewesen wäre. „Alle Großveranstaltungen bringen eine enorme Kaufkraft mit sich“, sagt er.

Zudem wäre die diesjährige Ausgabe die 25. Rallye Oberland gewesen. Noch haben die Veranstalter die Hoffnung aber nicht aufgegeben. „Laut eines Gesprächs mit dem ADAC können wir vielleicht doch noch einen Termin für einen Lauf zur Deutschen Meisterschaft bekommen“, erzählt Ahl. Falls die Corona-Pandemie bis dahin überwunden ist, steht ein Termin im März 2021 zur Debatte. Für heuer ist bei den Motorsportlern aber alles gestrichen.

von Dietmar Friebel

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